Basketball, ProA: Tigers Tübingen – wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 20 Uhr). Mit dem Rückenwind von zwei Siegen am Stück gehen die wiha Panthers das Gastspiel bei den Tigers Tübingen an. Diese wollen jedoch Revanche für die Hinspiel-Niederlage von vor drei Wochen.

Die Personalsituation der Schwenninger Basketballer hat sich in dieser Woche gebessert. Bill Borekambi ist nach überstandenem Fingerbruch im Vollbesitz seiner Kräfte und wird am Samstag nach einem Spiel Pause wieder zum Einsatz kommen. „Ob Bill an seine Leistungen vor seiner Verletzung anknüpfen kann, werden wir abwarten müssen“, sagt Trainer Alen Velcic über Borekambi, der in den vergangenen Wochen gute Leistungen zeigte. Yasin Kolo fällt hingegen weiterhin aus. Der ehemalige Tübinger Center laboriert noch an Rückenproblemen und soll diese vollständig auskurieren, anstatt mithilfe der Einnahme von Schmerzmitteln aufzulaufen.

Drei der vergangenen vier Spiele entschieden die wiha Panthers für sich. Entsprechend zuversichtlich können die Aufsteiger auf die kommenden Wochen vorausblicken, in denen die Schwenninger auf fünf allesamt durchaus machbare Gegner auf Augenhöhe treffen werden, und im umkämpften Playoff-Rennen Boden gut machen können. Coach Velcic schweift den Blick allerdings nicht zu weit in die Ferne: „Wir denken nur von Spiel zu Spiel und bleiben demütig.“ Dennoch bestätigt der Trainer die positive Entwicklung seiner Mannschaft in den vergangenen Wochen. „Wir sind noch nicht in unserer stärksten Phase angelangt. Allerdings glaube ich, dass wir uns mental stabilisiert haben und aus unseren Erfahrungen gelernt haben. Wir wissen nun, dass wir nicht mehr in Panik verfallen müssen, wenn der Gegner in Führung liegt“, erklärt der Trainer.

Das Hinspiel hatte für beide Mannschaften in vielerlei Hinsicht große Bedeutung. Für die wiha Panthers stellte der 72:65-Sieg vor 4060 Zuschauern in der Helios Arena nach beherzter Aufholjagd eine Trendwende dar, seitdem folgten zwei Siege aus drei Partien und eine klare Aufwärtstendenz. Zudem befinden sich die Schwenninger in einer guten Ausgangslage, was den direkten Vergleich betrifft. Weil im Tabellenmittelfeld der ProA dichtes Gedränge herrscht, könnte diesem noch große Bedeutung zukommen.

Bei den Tigers folgte drei Tage nach der Niederlage in Schwenningen als Konsequenz auf die sportliche Talfahrt samt dem Verlassen der Playoff-Plätze die Trennung von Trainer Doug Spradley. Als kurzfristige Nachfolgelösung wurde Assistent Andrew Hipsher zum Interimscoach befördert. Unter dem 39-Jährigen gelang am vergangenen Sonntag gegen ein formschwaches Heidelberg ein 88:80-Sieg nach zuvor zwei Niederlagen. Weil Hipsher allerdings nicht über die für die ProA nötige Trainerlizenz verfügt, haben die Tigers eine Ausnahmegenehmigung beantragt, bis der ehemalige Bundesligist zu einer endgültigen Lösung der Trainerfrage kommt.

Im Hinspiel kontrollierten die Universitätsstädter die Partie eine Halbzeit lang. Dann zauberte Velcic eine Zonenverteidigung aus seiner Trickkiste, die die Tigers über weite Strecken des Spiels vor große Probleme stellte. „Darauf haben wir uns jedoch zuletzt gut eingestellt. Wir sind bereit und wollen mit den Fans im Rücken die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen. Wichtig ist, dass jeder Spieler mit vollem Einsatz und Leidenschaft die Partie bestreitet“, sagt Tübingens Big Man Justin Strings.

Panthers-Trainer Alen Velcic erwartet „ein enges Spiel, bei dem die Tagesform entscheiden wird.“ Seine Mannschaft, die von etwa 80 Fans zum Neckarderby in die Paul-Horn-Arena begleitet wird, muss einen ähnlich intensiven Auftritt in der Defensive wie zuletzt an den Tag legen, um den heimstarken Tübingern die Revanche zu vereiteln.