Basketball, ProA: Team Ehingen Urspring – wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 19 Uhr). Erneut führt eine Auswärtsfahrt die wiha Panthers zu einem Lokalrivalen aus dem Südwesten, und erneut können die Schwenninger Basketballer mit einem Sieg einen wichtigen Schritt in Richtung Playoffs machen. Beim Team Ehingen Urspring sind die Panthers aber der Favorit wider Willen.

Das letzte Baden-Württemberg-Duell der Hauptrunde steht an, und die wiha Panthers sammelten mit ihren Kontrahenten aus dem Südwesten im bisherigen Saisonverlauf überwiegend positive Erfahrungen. Nur das Heimspiel gegen Heidelberg ging verloren, ansonsten setzten sich die Aufsteiger je zweimal gegen Tübingen, Karlsruhe und Kirchheim sowie in Heidelberg durch. Auch das Hinspiel gegen Ehingen entschieden die Neckarstädter beim 101:67 klar für sich. Beim Rückspiel am Samstag in der JVG-Sporthalle wäre alles andere als der nächste Sieg nicht nur eine Überraschung, sondern auch ein herber Dämpfer für die Playoff-Ambitionen der Schwenninger.

Nur noch zwei Punkte beträgt der Rückstand der wiha Panthers, die am Donnerstag wieder auf Rang 13 zurückfielen, auf Rang acht. Angesichts des straffen Restprogramms ist ein Sieg beim Tabellenletzten Ehingen jedoch Pflicht, um weiter Boden auf die Playoff-Plätze gutzumachen. Beim Heimspiel am Mittwoch gegen Karlsruhe wurden die Panthers ihrer Favoritenrolle gerecht, nun erwarten sie von sich selbst den dritten Sieg in Folge. „Wir sind nun wieder der Favorit, was uns nicht gefällt. In dieser Position hat man den Druck der Öffentlichkeit. Dieses Spiel sollten wir gewinnen, denn alles andere würde uns nach hinten werfen“, betont Trainer Alen Velcic. Allerdings warnt der Trainer davor, die Ehinger auf die leichte Schulter zu nehmen, und spricht sogar vom „schwersten Spiel der Saison. Der Gegner steht mit dem Rücken zur Wand und hat nichts zu verlieren. Kein Spiel in dieser Liga ist einfach. Ehingen hat am Mittwoch in Nürnberg gezeigt, was sie können“, so Velcic, der im Vorfeld der Partie per Videostudium eindringlich auf die Stärken der Donaustädter hinweisen wird.

Das Team Ehingen Urspring steht abgeschlagen am Tabellenende und benötigt ein kleines Wunder, um den Abstieg noch zu verhindern. Mit gerade einmal vier Siegen weisen die Donaustädter schon sechs Punkte Rückstand auf das rettende Ufer auf. Das Team mit dem geringsten Etat der Liga verlor seit Mitte Dezember die vergangenen neun Spiele am Stück und wartet im Jahr 2020 noch auf den ersten Erfolg. Der Ehinger Basketball steht für eine hervorragende Jugendarbeit, die in der namensgebenden Urspringschule in Schelklingen stattfindet. Demnach setzt auch das im Schnitt 22,3 Jahre junge ProA-Team auf aufstrebende und vorrangig deutsche Talente, muss dabei aber Einbußen in puncto Erfahrung sowie Athletik hinnehmen. In der vergangenen Woche tauschte das Schlusslicht US-Amerikaner Gregory Malinowski gegen Landsmann Brandon Alston aus, der auf der Shooting Guard-Position das Potenzial zur Verstärkung hat.

Die Qualitäten der Gastgeber liegen in erster Linie unter den Körben, wo Akim Jonah als drittbester Rebounder der Liga aufhorchen lässt. Das Center-Duell zwischen Jonah und Marko Bacak könnte daher genauso entscheidend sein wie die Ballverlust-Rate der Ehinger. Das Team von Trainer Domenik Reinboth ist das mit den meisten Ballverlusten der Liga, insbesondere die jungen Aufbauspieler zeigen sich bei hohem Gegnerdruck fehleranfällig. „Wir möchten die Panthers ärgern, aber sie kommen auch mit viel Selbstvertrauen zu uns“, sagt Ehingens Manager Nico Drmota, dessen Mannschaft sich nicht kampflos geschlagen geben wird. Die Schwenninger wiederum, die bis auf den Ex-Ehinger Yasin Kolo und den Langzeit-Ausfall Junior Searcy weiterhin personell vollständig sind, wollen auch das neunte von zehn Südwest-Duellen für sich entscheiden. Und das als Favorit wider Willen.