Basketball, ProB Viertelfinale: Depant Gießen 46ers Rackelos – Wiha Panthers Schwenningen 100:101 n. V. (28:20, 22:23, 22:23, 18:24, 10:11). Die Erfolgsgeschichte der Wiha Panthers geht weiter: In einem Basketball-Krimi mit Verlängerung setzten sich die Schwenninger in Spiel drei der Viertelfinal-Serie bei den Depant Gießen 46ers Rackelos mit 101:100 Punkten durch und zogen damit sensationell ins Halbfinale ein. Dort warten nun die WWU Baskets Münster.

Spannender hätte das Entscheidungsspiel ums Weiterkommen vor 800 Zuschauern in Gießen kaum verlaufen können. Die Gastgeber hatten das Spiel über die komplette Spieldauer im Griff, lagen durchgehend in Führung und schienen den Sieg mit der Unterstützung ihrer Fans über die Ziellinie zu bringen. Doch sie hatten diese Rechnung ohne die Panthers aufgestellt.

Zurück zum Anfang: Panthers-Trainer Alen Velcic veränderte seine Starting Five im Vergleich zu Spiel zwei auf zwei Positionen: Für Hannes Osterwalder und Darius Pakamanis begannen Anell Alexis sowie Sergej Tsvetkov. Mit diesen Wechseln bewies Velcic den richtigen Riecher, denn beide zeigten ihre besten Saisonleistungen.

Es waren vor allem Tsvetkov und Alexis, die der von Beginn an gut laufenden Gießener Angriffsmaschinerie mit ihren Offensivaktionen Paroli boten. Dennoch konnten auch sie nicht vermeiden, dass die Gießener Mitte des zweiten Viertels immer besser ins Rollen kamen und zwischenzeitlich eine 14-Punkte-Führung herausgespielt hatte (43:29). Daraufhin antworteten die Panthers mit einem 14:7-Lauf, der sie bis zur Pause beim Stand von 50:43 wieder in Reichweite brachte.

Den Schwung aus der Endphase der ersten Hälfte übertrugen die Schwenninger auch auf die zweite. Schnell waren die Neckarstädter wieder bis auf zwei Punkte herangekommen. Der spannende und gleichzeitig unterhaltsame, weil punktereiche Schlagabtausch, setzte sich bis in die Schlussminuten des letzten Viertels fort.

Als fünf Minuten vor dem Ende die Rackelos mit 82:74 in Führung lagen, deutete vieles auf einen Heimsieg und auf das Ausscheiden der Panthers hin. Darauf hatte Anell Alexis keine Lust und eröffnete zunächst mit einem Dreier aus der rechten Ecke und dann mit wichtigen Freiwürfen die Aufholjagd, die in den Schlussminuten dann die beiden Schwenninger Topscorer Bill Borekambi und Rasheed Moore fortsetzten. 33 Sekunden vor dem Ende blieb Abdulai Abaker, der den etatmäßigen Point Guard Kosta Karamatskos (mit fünf Fouls rausgeflogen) in der Schlussphase hervorragend vertrat, nervenstark und verkürzte auf 88:90. Im nachfolgenden Gießener Angriff verteidigten die Panthers stark und erarbeiteten sich dadurch eine letzte Chance auf den Ausgleich oder gar den Sieg. Zwar verfehlte zunächst Rasheed Moore, Anell Alexis war aber beim Offensivrebound zur Stelle, drückte den Ball 1,5 Sekunden vor dem Ende durch den Ring zum 90:90 und sorgte damit für fünf Minuten Nachschlag.

In der Verlängerung gelang den Panthers durch einen Dreier von Alexis beim Stand von 93:92 erstmals überhaupt (!) in der Partie die Führung. Diese wechselte im Laufe der Overtime mehrmals, ehe Bill Borekambi zunächst einen Gießener Wurf spektakulär blockte und 3,3 Sekunden vor dem Ende nach einem schulbuchmäßig ausgeführten Pick-and-Roll-Spielzug mit Abdulai Abaker auf 101:100 für seine Farben stellte – der siegbringende Korb, der für Tristesse bei den Rackelos und Ekstase bei den Panthers führte.

Nun bekommen es die Schwenninger im Halbfinale mit WWU Baskets Münster zu tun. Pikant: Die Westfalen hegen offenbar keine Aufstiegsambitionen und würden im Falle einer sportlichen Qualifikation für die Pro A nach eigener Aussage verzichten. Dann könnte eine Aufstiegserlaubnis an die Panthers gehen, die die Lizenzunterlagen für die Pro A vorsorglich einreichen werden. Der Traum vom Durchmarsch lebt also auf dem Deutenberg.

Für die Panthers spielten: Sergey Tsvetkov (15 Punkte/4 Rebounds/0 Assists), Anell Alexis (19/6/0), Bill Borekambi (18/8/3), Kosta Karamatskos (5/4/3), Rasheed Moore (19/8/4), Leon Friederici (4/1/4), Darius Pakamanis, Hannes Osterwalder (1/0/0), Abdulai Abaker (7/1/6) und Seid Hajric (13/4/0).