Basketball, Pro B-Viertelfinale: Depant Gießen 46ers Rackelos – Wiha Panthers Schwenningen (Samstag, 20 Uhr). Siegen oder Fliegen, Halbfinale oder Saison-Aus – die Wiha Panthers Schwenningen gastieren am Samstagabend für das entscheidende Spiel der Viertelfinal-Serie bei den Depant Gießen 46ers Rackelos. Mit einem Sieg schreiben die Aufsteiger ihre Erfolgsgeschichte weiter, bei einer Niederlage beginnt die Sommerpause.

Bereits zum fünften Mal treffen die beiden Kontrahenten in dieser Saison aufeinander. Die Bilanz der bisherigen vier Duelle könnte kaum ausgeglichener sein. 2:2 in den Spielen, 336:330 pro Schwenningen in den Punkten – die beiden Mannschaften bewegen sich auf Augenhöhe. Große Überraschungen personeller oder taktischer Natur sind im Entscheidungsspiel nicht zu erwarten, dafür kennen sich beide Teams und Trainer mittlerweile zu gut. Was wird dann für die Panthers der Schlüssel zum Sieg in Spiel drei der Playoff-Serie sein? Panthers-Trainer Alen Velcic sieht die Erfolgsfaktoren in erster Linie auf mentaler Ebene. "Es wird darauf ankommen, mit der richtigen Einstellung ins Spiel zu gehen und dazu bereit zu sein, mehr für den Sieg zu tun als der Gegner", betont der Schwenninger Coach. Dass die Gießener den Heimvorteil auf ihrer Seite haben und aller Voraussicht nach einen Zuschauerrekord in dieser Saison aufstellen werden, ist für Velcic nebensächlich. "Das Publikum wird keine Rolle spielen. Es liegt einzig und allein an uns. Wir müssen uns auf unsere defensive Stärke konzentrieren, dann stehen die Chancen 50:50."

Dabei erinnert der Trainer nochmals an Spiel zwei, als die Panthers vor eigenem Publikum den ersten Matchball für den Einzug ins Halbfinale vergaben und mit 76:81 unterlagen. "Wir waren nicht entspannt, sondern zu nervös und uns unserer Sache zu sicher. Nun müssen wir konzentrierter agieren."

Ganz ohne taktische Kniffe werden die Panthers in Gießen allerdings nicht auskommen können. Spiel zwei in der Deutenberghalle zeigte, worauf sich die Schwenninger nicht erneut einlassen dürfen – ein wildes Spiel mit offenem Visier. "Es ist gefährlich, sich einen Schlagabtausch mit einem Team zu liefern, das von der Dreierlinie heiß laufen kann. Deshalb müssen wir defensiv strukturierter agieren als zuletzt. Wenn wir den Gegner unter 80 Punkten halten, wäre das sehr gut", mahnt Velcic.

Den Rackelos wird Flügelspieler Alen Pjanic, der in der Vorwoche noch im Bundesliga-Team der 46ers aushalf, wieder zur Verfügung stehen. Ansonsten werden es allen voran wieder der erfahrene Topscorer und ehemalige Nationalspieler Johannes Lischka sowie der hochveranlagte Spielmacher Bjarne Kraushaar sein, die ihre Farben anführen werden.

Nach der Achtelfinal-Serie gegen den SC Rist-Wedel steht den Wiha Panthers nun das dritte Spiel in der Ferne binnen eines Monats bevor. Die Ausgangslage ist damals wie heute gleich. "Der Druck liegt bei Gießen. Wir als Aufsteiger haben überhaupt nichts zu verlieren. Wenn wir gewinnen, werden wir uns natürlich freuen. Sollte am Samstag allerdings die Saison zu Ende gehen, wäre ich zwar im ersten Moment traurig, aber danach nicht unglücklich. Es ist unterm Strich nur ein Basketball-Spiel", erklärt Velcic.

Entsprechend gelöst, aber mit der nötigen Intensität bereiten sich Trainer und Team auf das möglicherweise letzte Spiel der Saison vor. "Wir sind alle total entspannt. Die Trainingseinheiten in dieser Woche waren hervorragend. Es ist ein ganz anderer Zug drin als noch in der vergangenen Woche", lobt Velcic sein Team, das personell vollzählig ist und die Akkus wieder aufgeladen hat. Einen wichtigen Appell gibt Velcic seiner Mannschaft mit auf den Weg: "Wir wollen den Spaß am Spielen nicht verlieren. Die Freude an diesem Sport ist der Grund, warum wir alle einst mit dem Basketballspielen begonnen haben. Das wollen wir auch am Samstag beibehalten. Wenn uns das gelingt, wird der Druck überschaubar sein."