Fußball-Oberliga: Das Einzige, was die Verantwortlichen des FC 08 Villingen am Mittwochabend zufrieden stimmte, war die eindrucksvolle Kulisse. 1600 Zuschauer wollten das Flutlicht-Spiel gegen Aufsteiger 1. FC Rielasingen-Arlen sehen. Doch die Nullachter kamen nicht über ein 1:1 hinaus.

Premiere: Exakt um 18.50 Uhr wurde die Flutlichtanlage in der MS-Technologie-Arena angeschaltet. Da war das Spiel gerade mal zwanzig Minuten „alt“. 14 Minuten später trug sich Flamur Berisha in die Geschichtsbücher der Nullachter ein. Der 19-jährige Offensivspieler erzielte den ersten Treffer unter Flutlicht für die Gastgeber zur zwischenzeitlichen 1:0-Führung. Am Ende mussten sich die Nullachter mit einem 1:1 begnügen, das zudem noch sehr schmeichelhaft war.

Anzeigetafel: Während die neue Flutlichtanlage ihren Dienst auf Anhieb erfolgreich absolvierte, hinkt die Technik der neuen Anzeigetafel in der MS-Technologie-Arena noch ein wenig hinterher. Obwohl der Spielstand, wie schon im Spiel gegen den VfB Stuttgart II, eingeblendet war und auch die Spielerporträts bei der Mannschaftsvorstellung der Nullachter über die neue LED-Leinwand flimmerten, suchten die Zuschauer immer noch vergeblich die mitlaufende Spielzeit auf der großen Anzeigetafel. Die neue Software, die die Anlage vom Regiepult auf der Haupttribüne steuert, ist wohl immer noch nicht ganz ausgereift.

Ex-Villinger: Nedzad Plavci, jahrelanger Torjäger der Nullachter, zeigte im Trikot des Neulings Rielasingen-Arlen, eine starke Vorstellung. Nicht nur, dass dem Vollblut-Stürmer mit einem Freistoß der 1:1-Ausgleichstreffer gelang, auch sonst war der 30-jährige in seinem Aktionsradius kaum zu stören. Immer anspielbar, leitete Plavci viele Angriffe der Hegauer ein oder versuchte in vielen Situationen, selbst zum Abschluss zu kommen. So manch einer der Nullacht-Fans hätte sich Plavci im schwarz-weißen Trikot gewünscht. Aber nun geht der Torjäger, der von den Rielasinger Fans nach dem Ausgleichstreffer enthusiastisch gefeiert wurde, für die Aufsteiger auf Torejagd.

Stadionsprecher: Als Rielasingen-Arlen der 1:1-Ausgleich in der MS-Technologie-Arena gelang, zeigten sich die Nullacht-Spieler sichtlich konsterniert. Danach versuchte Stadionsprecher „Gerry“ Jerhof die eigenen Fans aus der Reserve zu locken. „Auf ihr Nullacht-Fans, feuert eure Mannschaft an“, tönte es durch das Stadionmikrofon. Aber so richtig wollte der Funke nicht überspringen. Obwohl das Stadion mit 1600 Zuschauern gut gefüllt war, wurden die einheimischen Akteure doch nicht so großartig angefeuert. Da sorgten die rund 100 Gästefans in der Schlussphase für deutlich mehr Stimmung.

Verlieren verboten

SV Linx – FC 08 Villingen (Samstag, 15.30 Uhr): Das nächste südbadische Derby steht für die Nullachter schon am Samstag beim SV Linx auf dem Programm. Dass dieses Duell am fünften Spieltag zum Kellerduell mutiert, hätten im Vorfeld wohl lediglich die Pessimisten unter den Fußballexperten vermutet. Aber ein Blick auf die Tabelle zeigt: Da treffen der gastgebende Tabellenvorletzte und das Schlusslicht aufeinander. Beide haben jeweils zwei Punkte auf dem Konto und warten nach dem vierten Spiel jeweils noch auf den ersten Sieg.

Die Bilanz des SV Linx: zwei Niederlagen (2:4 gegen die SGV Freiberg und 1:4 beim TSV Ilshofen) sowie zwei Unentschieden (2:2 beim FC Nöttingen und 1:1 gegen den SV Oberachern. Dem gegenüber stehen zwei Heim-Unentschieden der Nullachter (jeweils 1:1 gegen den VfB Stuttgart II und 1.FC Rielasingen-Arlen) sowie zwei Auswärtsniederlagen (1:3 beim Göppinger SV und 0:3 beim SSV Reutlingen). Demzufolge redet Nullacht-Sportvorstand Arash Yahyaijan auch nicht lange um den „heißen Brei“ herum. „Dies ist für uns ein ganz wichtiges Spiel. Sollten wir in Linx verlieren könnte es unangenehm werden.“

Aber auch der Sportvorstand gibt der Mannschaft und dem Trainerteam mit auf den Weg: “Wir müssen jetzt ruhig bleiben und noch enger zusammenrücken. Aber egal, ob junge Spieler, die sich noch im Lernprozess befinden, oder ältere Spieler, die noch ihre Form suchen – wir brauchen in Linx die Punkte, um den Anschluss nicht zu verpassen.“

Von den Langzeitverletzten, Benedikt Haibt, Stjepan Geng und Nico Tadic, wird auch am Samstag keiner ins Team zurückkehren. Arash Yahyaijan, der sich gegen Rielasingen nicht im Stadion befand, sondern auf Spielersuche war („Ich habe mir ein anderes Spiel angeschaut“), kann sich durchaus vorstellen, dass die Nullachter auf dem Transfermarkt noch mal aktiv werden. „Aber es muss ein Spieler sein, der uns sofort weiterbringt“, so die Anforderungen des Sportvorstandes an einen möglichen Neuzugang. Es kann aber auch ganz anders kommen: Wenn die Nullachter in Linx gewinnen, wäre der ganz große Druck auf dem Kessel zumindest vorerst weg.