Eishockey: Zur Saison 2019/20 werden in den Eishockey-Profiligen DEL und DEL2 sechs Regeln angepasst. Sämtliche Änderungen der Regeln gelten der Beschleunigung des Spielablaufs oder der Sicherheit der Spieler. Sämtliche neuen Regeln wurden mit den 14 DEL-Clubs abgestimmt. Auch Schwenningens Trainer Paul Thompson ist mit den Änderungen einverstanden: „Ich finde sie gut, denn sie machen das Spiel schneller und sicherer.“

Verlorener Stock: Bisher durfte ein verlorengegangener Schläger dem stocklosen Spieler von einem Mitspieler nur in einer Hand-zu-Hand-Aktion überbracht werden. Das Zuschieben des Stocks war nicht gestattet und wurde mit einer kleinen Strafe geahndet. Ab sofort darf der Stock dem Mitspieler wieder flach auf dem Eis zugeschoben werden. Weiterhin gilt jedoch, dass dies nicht in Richtung des Pucks ausgeführt und das gegnerische Team nicht behindert werden darf. Thompson: „Das macht vor allem Sinn, wenn der Torwart die Kelle verloren hat. Allerdings müssen die Spieler höllisch aufpassen. Prallt der Puck während des Schiebevorgangs gegen den Schläger, gibt es Penalty für den Gegner.“

Anspiel (Bully): Bei einem Verstoß gegen die Anspielregeln wurde bisher der Center bei einem Regelverstoß seiner Mannschaft vom Anspiel weggeschickt. Ab sofort wird das betreffende Team durch den Linienrichter verwarnt und derselbe Center wiederholt das Anspiel. Sollte bei demselben Anspiel ein erneuter Regelverstoß begangen werden, wird wie gehabt eine Zweiminutenstrafe durch den Schiedsrichter ausgesprochen. Thompson: „Bisher musste immer ein anderer Spieler an den Bullypunkt. Da dies künftig entfällt, funktioniert das Anspiel schneller. Das ist für die Zuschauer von Vorteil.“

Auszeit nach Icing: Mit der Saison 2019/20 ist es einem Team, welches ein Icing (unerlaubter Weitschuss) verursacht, nicht mehr gestattet, in der folgenden Unterbrechung eine Auszeit zu nehmen. Thompson: „Da müssen wir uns etwas anderes einfallen lassen, um ein paar Sekunden zum Verschnaufen zu bekommen.“

Zehnminütige Disziplinarstrafen: Sollte eine zehnminütige Disziplinarstrafe ausgesprochen werden und der Spieler aufgrund der Spielzeit im laufenden Drittel nicht mehr von der Strafbank zurückkehren können, wird der betreffende Spieler in die Kabine geschickt. Mit Beginn des folgenden Spielabschnitts nimmt der Spieler auf der Strafbank Platz und kehrt mit Ablauf der Strafe in das Spiel zurück. Thompson: „Wenn in den Hallen Kälte herrscht, ist es besser für einen Spieler, wenn er sich in der warmen Kabine aufhalten kann.“

Bestrafte, aber verletzte Spieler: Sollte ein Spieler, gegen den eine Strafe ausgesprochen wurde, diese aufgrund einer Verletzung nicht antreten können, muss kein Ersatzmann bestimmt werden, der die Strafe verbüßt, solange die Strafe nicht in die Uhr kommt. Es liegt in der Verantwortung des Teams, dass der betreffende Spieler erst im ersten Unterbruch nach Ablauf der Strafe wieder eingewechselt wird. Dies gilt auch, wenn ein Spieler aufgrund einer Verletzung seine Disziplinarstrafe nicht antreten kann. Thompson: „Auch das ist eine vernfünftige Regeländerung, denn sie macht das Spiel schneller.“

Verlust des Helmes auf dem Eis: Bisher musste ein Spieler, der im Laufe des Spiels seinen Helm verlor, sofort zur Spielerbank und durfte seinen Helm nicht wieder aufsetzen. Im Sinne der Sicherheit darf der Spieler ab der Saison 2019/20 seinen Helm wieder einsammeln und aufsetzen. Dennoch muss sich der Spieler wie bisher sofort zur Bank begeben und darf nicht am Spiel teilnehmen. Thompson: „Der Spieler ist mit Helm besser geschützt als ohne. Das ist ein klarer Sicherheitsaspekt.“