Eishockey, DEL: Pass von Bryan Bickell und ein Schuss aus fünf Metern in die linke Ecke. So beschreibt Matt Carey sein einziges NHL-Tor, das er als den schönsten Moment seiner Karriere bezeichnet. Der Kanadier nimmt sich vor, in der kommenden Saison zahlreiche Treffer für die Schwenninger Wild Wings folgen zu lassen.

Seit drei Wochen lebt Matt Carey in Schwenningen, doch diese Zeit genügte bereits, um die Doppelstadt als seine neue Heimat zu bezeichnen. „Ich genieße die Zeit in Deutschland bisher sehr. Die Neuzugänge wurden toll in das Team und in die Stadt aufgenommen“, schwärmt der 27-jährige Center, der in seiner Karriere bereits in Metropolen wie Toronto oder Chicago lebte. „Im Kontrast dazu ist Villingen-Schwenningen wirklich klein, aber das mag ich. Hier gibt es weniger Verlockungen, mein Geld zu verprassen und ich kann mich sehr gut auf meinen Job konzentrieren. Und das ist Eishockey.“ Daran, dass Carey in diesem Sommer den richtigen Job gewählt hat, hegt der Linkshänder keinen Zweifel. „Sportlich läuft es bisher großartig. Wir arbeiten hart, verfügen über ein tolles Trainerteam, das uns gut vorbereitet. Wir haben bereits eine gute Teamchemie. Mike Blunden kannte ich schon vorher, weil ich vor vielen Jahren gegen ihn spielte, aber auch mit den anderen Jungs komme ich super aus. Sie sind alle meine Freunde.“

Der Hauptgrund, warum sich Carey für einen Wechsel vom schwedischen Erstliga-Club Rögle BK an den Neckarursprung entschied, war jedoch ein anderer: „Ich liebe es, Heimspiele vor einer stimmungsvollen Kulisse zu bestreiten. Das gibt mir Energie und ist der Grund, warum ich Hockey spiele. Ich wusste, dass die Wild Wings tolle Fans haben. Daher habe ich mich für Schwenningen entschieden.“ Erste Berührungspunkte mit den Wild Wings-Anhängern bestätigen Carey: „Beim Bodensee-Cup in Konstanz vergangene Woche haben unsere Fans die Arena gefüllt. Das hat uns sehr geholfen. Es fühlte sich an wie ein Heimspiel und war ein tolles Erlebnis. Auch beim Dauerkartenbesitzer-Event sind jede Menge Fans gekommen und haben uns unterstützt.“

Dass die Wild Wings in der vergangenen Saison das Tabellenende zierten, war dem Spieler mit der Nummer 19 zum Zeitpunkt der Vertragsunterschrift absolut bewusst. „Das letztjährige Team hatte einen schweren Start in die Saison. Aber das ist Geschichte. Wir konzentrieren uns nur auf die Zukunft“, erklärt Carey, der ein klares Saisonziel formuliert: „Ich will den Wild Wings helfen, in der Tabelle zu klettern und die Playoffs zu erreichen. Wir wollen jedes Spiel, das wir bestreiten, auch gewinnen. Harte Arbeit schlägt Talent, wenn das Talent nicht hart arbeitet. Das ist unsere Philosophie. Wir haben Talent. Wenn wir dann auch noch genügend Schweiß und Mühe investieren, werden wir ziemlich schwer zu schlagen sein. Daher sind die Playoffs absolut realistisch“, betont der Angreifer und ergänzt: „Von mir aus könnte die Saison sofort beginnen. Wir sind bereit.“

Dabei will Carey seine eigenen Qualitäten in die Waagschale werfen: „Ich bin ein robuster Center, der in beide Richtungen arbeitet. Ich gestalte gerne das Spiel, ziehe aber auch hin und wieder selbst ab und kann Tore erzielen.“ Dabei vergleicht der Linkshänder sein Spiel mit einer Haiattacke: „Ich warte geduldig auf meine Gelegenheiten, lese das Spiel und wenn sich die Chance bietet, wage ich einen Überraschungsangriff.“

Möglichst oft will der Hai in der kommenden Saison zuschlagen, um damit die Chance auf Playoff-Eishockey in der Helios Arena zu erhöhen. Matt Carey hat auch eine konkrete Vorstellung, wie es funktionieren kann: Pass von Mike Blunden und ein Schuss aus fünf Metern in die linke Ecke.