Fußball-Landesliga: Aus Schwarzwälder Sicht gelangen am 21. Spieltag nur der DJK Donaueschingen und dem FC Schonach Siege. Nach ihren zwei deutlichen Niederlagen stecken die DJK Villingen und der SV Obereschach tiefer denn je im Abstiegsstrudel.

Nach zuletzt acht Siegen in Folge musste sich der FC 08 Villingen II gegen Löffingen mit einem 2:2 begnügen. Natürlich trauert Trainer Marcel Yahyaijan den zwei Punkten etwas nach. „Wir haben kein schlechtes Spiel gezeigt, aber durch Missverständnisse bei den Gegentreffern mitgeholfen. In den zweiten 45 Minuten haben wir zu wenig gemacht. Daher dürfen wir uns auch nicht über das Endergebnis beschweren.“ Immerhin sei seine Elf nun zehn Spiele ungeschlagen und könne kaum jede Partie in der Liga gewinnen. Hinzu sei in der ersten Halbzeit etwas Pech bei den Aluminiumtreffern gekommen. Für den Coach stehen nun vier richtungsweisende Spiele an, in denen sich zeigen muss, ob die Villinger die Qualität für einen der ersten zwei Plätze haben.

Vor dem Spiel hätte Tim Heine, Trainer des FC Löffingen, ein Unentschieden in Villingen sofort unterschrieben. „Dank einer deutlichen Steigerung nach dem Seitenwechsel wäre sogar mehr möglich gewesen. Wir hatten die Chance zum Siegtreffer“, sagt der Coach. Überhaupt nicht gefallen haben Heine indes die ersten 45 Minuten. Entgegen seiner sonstigen Art musste der Trainer in der Pause etwas lauter werden. „Ich war richtig sauer. Das war nicht das Spiel, das wir zeigen können. Die Zeit zwischen der 15. und 45. Minute war sogar richtig schwach.“ Die Aufrüttelaktion zeigte Wirkung. Fortan erkannten die Löffinger ihre Chance und nutzten sie für zumindest einen Punkt. „Wir haben danach viel mutiger gespielt. So will ich meine Mannschaft immer sehen.“

Vier Punkte fuhr der FC Schonach über Ostern ein. Dem 9:1 gegen Obereschach folgte am Montag eine Nullnummer gegen den SC Konstanz-Wollmatingen. Hatten die Schonacher ihr Pulver in einer Partie verschossen? „Nein“, sagt Trainer Enrique Blanco und ergänzt: „Konstanz stand mit neun Mann in der Abwehr und hat es uns schwer gemacht, zumal wir läuferisch nicht so stark waren wie am Samstag und auch gedanklich immer eine Sekunde langsamer waren. Wir haben nicht die Lücken gefunden, um unsere Offensivqualitäten auszuspielen“, fügt Blanco an. Viel besser lief es gegen Obereschach, als diese Lücken nicht nur gefunden, sondern auch gnadenlos genutzt wurden. Blanco kann mit den vier Punkten gut leben. „Natürlich wären wir mit sechs Punkten ganz nah an Platz zwei gewesen. Aber wir dürfen nicht vergessen, wo wir herkommen. Wir spielen das zweite Jahr in der Liga. Das sollte keiner vergessen.“

Bis in die Schlussphase hielt der FC Furtwangen beim SC Konstanz-Wollmatingen einen Punkt fest, bevor die Gastgeber mit einem Elfmeter in der 90. Minute den Bregtälern diesen Zähler entrissen. „Das war bitter, denn es war ein sehr zweifelhafter Elfmeter. Andererseits bin ich auch so ehrlich um zu sagen, dass wir nicht mehr als einen Punkt verdient gehabt hätten. Konstanz war 45 Minuten die bessere Mannschaft und hatte viele Chancen. Erst nach dem Seitenwechsel hatten wir die Partie etwas besser im Griff“, sagt Spielertrainer Markus Knackmuß, der sich nur Sekunden vor dem 0:1 selbst eingewechselt hatte, um das Unentschieden abzusichern. Das gelang nicht. „Konstanz ist ein glücklicher Sieger. Allerdings haben wir zu lange etwas ängstlich agiert“, so Knackmuß. Er muss am kommenden Wochenende wohl auf bis zu sechs Stammspieler verzichten, darunter mit Prezer, Meier, Geiger, Ambs und Holzapfel entscheidende Akteure.

Nach dem ersten Spieltag hat DJK Donaueschingen dank des 3:2-Erfolgs bei der SG Dettingen zum zweiten Mal in der Saison den achten Tabellenplatz erobert, der beileibe keine Endstation darstellen soll. „Wir haben in Dettingen über 45 Minuten an die starke Leistung gegen Walbertsweiler angeknüpft. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, ist es die Tatsache, dass wir nicht mehr Treffer erzielt haben“, bilanziert Trainer Olaf Kurth. So kassierte seine Elf nach der 2:0-Führung den Ausgleich, schlug aber nochmals zurück. „Wir haben zwischenzeitlich etwas den Fuß vom Gaspedal genommen. Es freut mich, dass wir den Hebel danach nochmals umgelegt haben. Das zeichnet uns aktuell aus“, ergänzt Kurth. Für einen weiteren Sprung in der Tabelle wird es aber noch etwas dauern, denn die Abstände nach oben sind größer. Kurth peilt aktuell eine Abschlussplatzierung auf den Rängen fünf bis sieben an. Die Form dafür stimmt.

Schon am Donnerstag kassierte DJK Villingen eine derbe 1:6-Heimpleite gegen den bis dahin noch schlechter platzierten FC Hilzingen. DJK-Trainer Jan Hirsch brauchte einige Zeit, um diese Niederlage zu verdauen. „Ich war nach dem Abpfiff extrem enttäuscht. Wir haben es dem Gegner viel zu einfach gemacht. Vielleicht läuft das Spiel anders, wenn wir zu Beginn unsere Möglichkeiten nutzen, aber so kann ich die Leistung immer noch nicht akzeptieren“, betont Hirsch. Seine Elf steht zwar weiterhin nicht auf einem Abstiegsplatz, hat aber auch nur zwei Punkte Vorsprung auf die Rote Laterne. Die Situation bleibt prekär. Hirsch wünscht sich nun eine gute Trainingswoche und für das kommende Spiel beim Schlusslicht Obereschach, „dass wir dort mit etwas Wut im Bauch auftreten“.

Der SV Obereschach ist neben der DJK Villingen der zweite große Verlierer des Wochenendes. Das 1:9 in Schonach hatte zudem Folgen, denn Trainer Mario Bibic trat nach der kapitalen Niederlage von seinem Amt zurück. Dabei fand Obereschach gut in die Partie und glich nach dem 0:1-Rückstand schnell zum 1:1 aus. Irgendwann aber brachen die Dämme und das Unheil nahm seinen Lauf. „Wir haben uns gehen lassen und waren mit neun Treffern sogar noch gut bedient“, sagte Bibic. Er ist sich indes sicher, „dass Obereschach auch ohne mich die Liga halten kann“. Noch stehen elf Partien aus. Für Obereschach spricht, dass die Elf die meisten Nachholspiele hat und alles aus eigener Kraft regeln kann. Schon jetzt wird das Nachbarschaftsderby am Samstag gegen die DJK Villingen zu einer für beide Seiten richtungweisenden Partie.

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