Ringen: Knapp drei Wochen sind es noch bis zum 20. Dezember. Spätestens an diesem Tag müssen sich die Erst- und Zweitligisten entscheiden, ob sie 2017 in der neuformierten Bundesliga ringen wollen. Doch der Großteil der Vereine, auch Zweitligist SV Triberg, ist weiterhin verunsichert, was die Zukunft in Deutschlands höchsten Ringer-Ligen betrifft.

Der Streit zwischen dem Deutschen Ringer-Bund (DRB) und den Vertretern der geplanten Deutschen Ringerliga (DRL) spitzt sich immer weiter zu. Eine Einigung ist nicht in Sicht. „Ich habe die Schnauze voll. Wenn einige Vereine eine wilde Liga gründen wollen, sollen sie das tun. Diese Vereine werden dann aus dem DRB ausgeschlossen“, sagt der mächtig verärgerte Ralf Diener, Vizepräsident beim DRB. Diener ist beim Ringer-Bund für die Bundesligen zuständig. Er sieht nur wenig Chancen, dass sich beide Seiten zusammenraufen werden. „Wie oft sollen wir noch zusammensitzen?“ Diener kündigt deutlich an: „Wir ziehen die Bundesliga-Reform durch.“

Das Handeln von DRL-Geschäftsführer Markus Scheu (Nendingen) sorgt beim DRB-Vize für ein Kopfschütteln: „Von deren Seite kommen keine richtigen Informationen. Scheu sagt, man hätte ein Konzept und würde es uns nicht verraten, damit wir es nicht kopieren. Die sollen machen, was sie wollen.“

Glaubt man den Befürwortern der DRL ist die Bundesliga-Reform zum Scheitern verurteilt: „Mehr als 15 Zweitligisten werden definitiv nicht für die Bundesliga melden“, sagt Alen Kovacevic, der sportliche Leiter des KSV Ispringen. Ralf Diener hat offenbar ganz andere Informationen: „Erste Meldungen für die neue Bundesliga haben wir bereits. Vier, fünf Vereine werden sich zwar zurückziehen. Dies hätten sie aber aus finanziellen Gründen ohnehin getan.“

Der Streit und das Wirrwarr, wie die Bundesliga 2017 aussehen wird, sorgt auch beim SV Triberg für Verunsicherung. Für die Vereinsführung um den Vorsitzenden Mike Pfaff bei der Planung keine leichte Situation. Der neue Trainer Kai Rotter geht fest davon aus, dass der SV Triberg nächste Saison in der Bundesliga ringen wird. „Ein Rückzug in die Verbandsliga wäre ja eine größere Sache. Aber das war bei unseren Gesprächen bei meiner Verpflichtung nie ein Thema.“ Rotter weiter: „Ich bin intensiv an der Kaderplanung für die Bundesliga-Saison 2017. Nach den bisherigen Gesprächen mit den Ringern wäre es ja kurios, wenn wir dann nur noch in der Verbandsliga ringen würden.“

Auch beim Deutschen Mannschaftsmeister aus Nendingen gibt es noch keine Klarheit: „Das ist ein gravierendes Thema. Am 13. Dezember soll unser Vereinsausschuss entscheiden, welchen Weg wir gehen wollen“, sagt ASV-Trainer Volker Hirt. Für Hirt gibt es noch einige offene Fragen: „Ich selbst habe von der DRL bislang noch wenige Infos. Das Konzept soll in dieser Woche vorgestellt werden.“

Als Trainer des ASV Nendingen und zugleich Cheftrainer des württembergischen Ringerverband sieht sich Hirt „in der Zwickmühle“. Für den dreifachen deutschen Meister-Trainer ist das Tauziehen auch eine Belastung: „Das geht an die Psyche.“ Als mögliche Option führt Hirt noch an, dass der Verein ASV Nendingen für die Bundesliga meldet und die ASV Nendingen GmbH in der DRL ringt.

Ob sich der KSV Tennenbronn um die künftige Zusammensetzung der Bundesliga konkrete Gedanken machen muss, ist fraglich. Vor rund drei Wochen führte Tennenbronn noch die Regionalliga mit drei Punkten Vorsprung an und war auf Bundesliga-Kurs. Nun stehen die Tennenbronner nach drei Niederlagen in Folge auf Rang drei. Zuletzt gab es zwei deftige Pleiten, die in der Liga für Diskussionsstoff sorgen. Das weiß auch KSV-Trainer Matthias Brenn: „Nach außen sieht es so aus, als ob wir uns selbst bremsen, um nicht in die Bundesliga aufzusteigen. Ich kann es auch keinem übel nehmen, wenn er so denkt. Von unserer Seite kann ich aber versichern, dass wir nichts steuern und das Bestmögliche in jedem Kampf geben.“ Was das Tauziehen zwischen DRB und DRL betrifft, hat Brenn eine klare Meinung: „Das alles ist eine Farce und tut unserem Ringer-Sport nicht gut.“