Basketball, ProA: Nicht nur die schwache Leistung der wiha Panthers beim 61:85 gegen die MLP Academics Heidelberg sorgte am Samstagabend für Enttäuschung bei den Neckarstädtern. Auch die Zuschauerzahl war nach dem Spiel ein großes Thema.

Leere Plätze: Auch im vierten Heimspiel der Saison sorgte die Zuschauerzahl in der Deutenberghalle für Ernüchterung und Ärger bei den Schwenninger Verantwortlichen. Lediglich 650 zahlende Gäste wollten das Spiel der wiha Panthers gegen das Spitzenteam aus Heidelberg sehen. Während die Tribüne zu drei Vierteln gefüllt war, klafften in den Stuhlreihen an den Kopfenden des Spielfelds große Lücken. „Für mich ist das unverständlich. Es gab am Samstagabend keine Konkurrenzveranstaltung – kein FC 08 Villingen, kein Eishockey, kein SC Freiburg und kein VfB Stuttgart. Ich erhielt viele Nachrichten von Freunden, die sich lieber das Spiel Bayern gegen Dortmund im Fernsehen anschauten, anstatt uns zu unterstützen. Da schwillt mir der Kamm“, sagt Panthers-Pressesprecher Holger Rohde.

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Mit einem Mittelwert von etwa 605 Zuschauern liegen die Panthers im ligaweiten Vergleich auf dem vorletzten Rang und ein gutes Stück unter ihrem vor Saisonbeginn kalkulierten Schnitt von 750 Besuchern. Zum Vergleich: In der Vorsaison lag der Schnitt – wohlgemerkt eine Liga tiefer – nach vier Spielen bei 760 Fans. Damals verteilten die Panthers allerdings noch zahlreiche Freikarten, um die Halle zu füllen. Diese Praktik stellte der ProA-Ligist zur neuen Saison gänzlich ein, was den Zuschauerschwund zum Teil erklärt. Die Hoffnung besteht, dass sich der Andrang, ähnlich wie in den beiden vorherigen Spielzeiten, gegen Ende der Saison ins Positive entwickeln wird.

Leere Gesichter: Die Enttäuschung stand den wiha Panthers nach der ebenso klaren wie verdienten Niederlage gegen Heidelberg ins Gesicht geschrieben. „Es war unser bislang schlechtestes Spiel. Es hat überhaupt nichts geklappt. Solche Tage gibt es manchmal. Wir müssen dieses Spiel schnell vergessen und nach vorne schauen“, sagt Rasheed Moore. Der US-Amerikaner führte die Panthers erstmals als Kapitän aufs Feld, wirkte aber alles andere als beflügelt durch diese Aufgabe. „Ich habe furchtbar gespielt und überhaupt nichts getroffen“, zeigte sich Moore selbstkritisch. Nur fünf Punkte standen am Ende für den üblicherweise besten Schwenninger Scorer zu Buche.

Keine Ordnung: Nur 61 erzielte Punkte stellten den bisherigen Saisontiefpunkt der Panthers dar, deren Offensive bislang weniger das Problem war. Zwar zählt Heidelberg traditionell als enorm defensivstark, dennoch fehlten den Schwenningern die Ideen, um zu punkten. „Wir hatten keine ordnende Hand im Aufbauspiel“, sagte Trainer Alen Velcic und bezog dabei in erster Linie Point Guard David Dennis in seine Kritik mit ein. „David war mit der Defense, die gegen ihn gespielt wurde, überfordert. Wir hatten einen Offensivplan, den wir allerdings nicht umsetzten.“ Zwar zog Dennis sieben gegnerische Fouls, kam allerdings ungewohnt selten zu guten Abschlüssen in Korbnähe und zeigte eine seiner schwächeren Partien im Panthers-Dress.

Auf und Ab: Was Trainer Velcic schon seit Wochen predigt, bestätigte sich gegen Heidelberg. Gerade den US-amerikanischen Rookies fehlt noch die Konstanz, um eine gute Leistung zu bestätigen oder gar noch zu steigern. Rasheed Moore hat das Rookie-Jahr schon hinter sich und kann sich in seine Teamkameraden hineinversetzen. „Es ist schwer, sich an eine neue Lebens- und Spielweise zu gewöhnen. Ich helfe den Jungs, so gut ich kann. Hochs und Tiefs sind normal.“ Mit der Niederlage gegen Heidelberg erlitt die nach oben tendierende Entwicklungskurve der Panthers einen kleinen Einbruch. Tabellarisch hat dies nur geringe Auswirkungen. Die Schwenninger rutschten um einen Platz auf Rang elf ab, der Rückstand zu den Playoff-Plätzen beträgt aber weiterhin nur einen Sieg. Dieser ist am Samstag bei den Artland Dragons, die in der Tabelle auf Rang 13 stehen, fast schon Pflicht, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.