Eishockey: Es brodelt in Schwenningen. Durch die 0:4-Heimpleite am Sonntagnachmittag gegen die Grizzlys Wolfsburg rutschen die Wild Wings weiter in die Krise. Die Mannschaft von Trainer Paul Thompson bot gegen die Team von Schwenningens Ex-Coach Pat Cortina eine enttäuschende und leidenschaftlose Vorstellung. Die 3108 Zuschauer verließen enttäuscht und frustriert die Helios-Arena. Die Schwenninger Fans brachten ihre Verärgerung mehrfach mit lautstarken „Wir haben die Schnauze voll“-Rufen zum Ausdruck. Trotz der Misere gibt es in Schwenningen (noch) keine Trainerdiskussion. Manager Jürgen Rumrich stellte nach der Partie klar: „Paul Thompson ist auch beim nächsten Spiel am kommenden Freitag unser Trainer. Wir sind weiterhin überzeugt von ihm.“

Das könnte Sie auch interessieren

So schnell kann‘s gehen! Eine Woche zuvor hatten die Wild Wings im Derby gegen Mannheim (6:1) ihren Anhang noch spektakulär überzeugt. Gegen Wolfsburg wurden die Spieler von ihren Fans mit Pfiffen in die erste Drittelpause begleitet. Kein Wunder, schließlich hatten die Wild Wings enttäuschende 20 Minuten geboten, die sich in einem klaren 0:3-Rückstand niederschlugen. Dabei hatten die Schwenninger sogar die erste Großchance der Partie. In Überzahl wurde Alexander Weiß präzise freigespielt, brachte den Puck aber nicht im Grizzly-Tor unter. Die Strafe folgte im direkten Gegenzug nur wenige Sekunden später. Mit einem Unterzahltreffer brachte Spencer Machacek (6.) die Gäste in Führung.

Den Wild Wings fiel in den Folgeminuten nur wenig ein. Meist versuchten sie es mit Schüssen aus der Distanz, die entweder das Tor verfehlten oder zur sicheren Beute von Wolfsburgs Torhüter Felix Brückmann wurden. Dagegen waren die Niedersachsen auf der Gegenseite gefährlicher und vor allem gnadenlos effektiv. Knapp 13 Minuten waren gespielt, da war Schwenningens Torhüter Dustin Strahlmeier zum zweiten Mal geschlagen. Mathis Olymp erhöhte für die Grizzlys aus kurzer Distanz auf 0:2.

Das könnte Sie auch interessieren

Es kam für die Wild Wings im ersten Abschnitt noch bitterer. Als Strahlmeier in der 18. Minute den Puck nicht festhalten konnte, nahm der gebürtiger Donaueschinger Eric Valentin diesen Patzer dankend an und traf zum 0:3. Spätestens jetzt war jedem in der Helios-Arena klar, dass sich in den verbleibenden 40 Minuten vieles ändern musste, damit die Schwenninger nicht erneut als Verlierer vom Eis gingen.

Zumindest eine Änderung nahmen die Wild Wings in der Drittelpause vor: Strahlmeier räumte seinen Platz zwischen den Pfosten. Für ihn rückte Ilya Sharipov ins Tor. Doch das war‘s auch schon mit signifikanten Veränderungen im Mitteldrittel. In einem zweiminütigen Powerplay hatten die Schwenninger zwar reihenweise Chancen, die aber allesamt nicht genutzt wurden. Ansonsten war von der Offensive wenig zu sehen, während die Grizzlys ihren Vorsprung noch weiter ausbauten. In der 38. Minute sorgte Sebastian Furchner mit dem 0:4 für die Vorentscheidung. „Wir haben die Schnauze voll“ und „So spielt man die Halle leer“, skandierten die frustrierten SERC-Fans von den Rängen. Ihr Groll richtet sich dabei offensichtlich mehr auf Manager Jürgen Rumrich als auf den Trainer. Deshalb waren immer wieder „Rumrich raus“-Rufe zu hören. Zudem gab es nach Drittel-Ende das nächste Pfeifkonzert.

Das könnte Sie auch interessieren

Der letzte Spielabschnitt ist schnell erzählt. Beide Teams taten sich nicht mehr großartig weh. Die Wolfsburger beschränkten sich auf das Nötigste und verwalteten den Vorsprung. Die Wild Wings versuchten es zumindest noch. Doch es passte zu diesem desaströsen Nachmittag, dass sie vor heimischen Publikum erstmals in dieser Saison ohne Torerfolg blieben. Es bleibt abzuwarten, ob und welche Folgen dieser Auftritt bei den Wild Wings hat.