Eishockey: Freitag, Sonntag, Dienstag und weiter geht die Punktehatz: Bis zum Turnier um den Deutschland-Cup in Augsburg (4. bis 6. November) haben die Wild Wings noch fünf Spiele vor der Brust. Heute Abend (19.30 Uhr) treten die Schwenninger bei den Ice Tigers in Nürnberg an. Am Sonntag (14 Uhr) gastieren die Krefeld Pinguine in der Helios-Arena.

Die jüngsten Partien gegen Wolfsburg, Iserlohn und München haben eines gezeigt: Sobald sich die Wild Wings dem Spiel des Gegners anpassen, geraten sie in Schwierigkeiten. Wenn der Gegner auf dem Eis den Rhythmus und das Gesetz des Handelns bestimmt, gibt es zumeist nichts zu holen für die Schwäne. Deshalb fordert SERC-Trainer Pat Cortina mehr Eigeninitiative. „In den letzten Spielen waren wir zu passiv und haben nur darauf gewartet, was der Gegner macht. Wir haben nur spekuliert und an das Ergebnis gedacht, aber nicht an unseren eigenen Spielplan.“ Das verschaffe dem Konkurrenten Zeit und somit entscheidende Vorteile. Cortina: „Unsere Stärke liegt darin, selbst aktiv zu sein und unseren Matchplan durchzusetzen.“

Diese Taktik wird vor allem beim Spiel in Nürnberg von Bedeutung sein. „Die Ice Tigers verfügen über große und körperlich starke Spieler. Sie sind vor allem dann erfolgreich, wenn sie sich im gegnerischen Abwehrdrittel festsetzen können.“ Um dies zu verhindern, gelte es aggressiv zu spielen und sich die Scheibe sofort wieder zurückzuholen, noch ehe die Franken mit dem Puck überhaupt in die Nähe des Schwenninger Tores kommen. Cortina: „Wir dürfen Nürnberg keinen Raum zum Spielen lassen.“

Natürlich lässt es sich nicht verhindern, dass sowohl Nürnberg als auch Krefeld am Sonntag vor dem SERC-Gehäuse auftauchen. Dort steht heute ein Mann zwischen den Pfosten, der am Dienstag beim 1:2 in München über sich hinauswuchs: Dustin Strahlmeier. „Er hat in München sein bislang bestes Spiel gezeigt“, schwärmte Cortina von der grandiosen Vorstellung des 24-Jährigen. Mit diesem Auftritt habe Strahlmeier eine hervorragende Reaktion auf seine weniger gute Vorstellung zwei Tage zuvor gegen Iserlohn gezeigt. Cortina: „Strahlmeier zählt zu den positiven Überraschungen in dieser Saison. Er hat nun schon 15 Spiele in Folge bestritten und zeigt keine Anzeichen von Müdigkeit.“

Aber irgendwann ist im schnellsten Mannschaftssport der Welt ein Wechsel zwischen den Pfosten notwendig. Der könnte bei Schwenningen bereits am Sonntag erfolgen. Joey MacDonald steht nach seiner Meniskusverletzung erstmals bei einem Punktspiel wieder zur Verfügung. Sein Einsatz hängt allerdings davon ab, ob die inzwischen beantragte Lizenz für den 36-Jährigen Kanadier rechtzeitig am Neckarursprung eintrifft. Auf die verletzten Kontingentstürmer István Bartalis, Andrée Hult und Markus Poukulla müssen die Wild Wings weiterhin verzichten. Vor der Deutschland-Cup-Pause Anfang November wird dieses Trio kein Spiel mehr bestreiten.

Die Nominierung für die Weltmeisterschaft in Russland hatten sie im Frühjahr knapp verpasst. Auch der Deutschland-Cup in Augsburg wird nach aktuellem Stand ohne die beiden Schwenninger Benedikt Brückner und Simon Danner über die Bühne gehen. Sowohl der Verteidiger als auch der Stürmer fehlen im Kader, den Bundestrainer Marco Sturm für das Heimturnier nominiert hat. Allerdings: Brückner und Danner stehen auf Abruf bereit und könnten zur Nationalmannschaft stoßen, sobald sich ein Spieler verletzt oder absagt. „Das ist für uns okay“, sagt Brückner. Was in der Vergangenheit war, zähle nicht mehr.

Mit der Entwicklung der Wild Wings in dieser Saison ist Brückner zufrieden. „Wir stehen defensiv immer besser und spielen strukturiert.“ Was gibt es noch zu verbessern? „Wir müssen noch selbstbewusster auftreten und 60 Minuten lang konstant spielen.“ Beim heutigen Spiel in Nürnberg wird auf Brückner und seine Verteidigerkollegen eine Menge Arbeit zukommen. Schließlich haben die Ice Tigers ein Stürmertrio der Extraklasse. „Patrick Reimer, Steven Reinprecht und Yasin Ehliz sind für mich die beste Reihe der Liga“, sagt der 26-Jährige. Cortinas Lieblingsspieler gibt übrigens am Sonntag mit Krefeld seine Visitenkarte in der Helios-Arena ab: Martin Schymainski.

Sonderzug aus Krefeld

Die Wild Wings dürfen sich beim Heimspiel am Sonntag (14 Uhr) gegen die Krefeld Pinguine auf zahlreiche Schlachtenbummler aus dem Rheinland freuen. Es wird ein Sonderzug mit 700 Fans der Pinguine in Schwenningen erwartet. Um die Gäste in einem Block unterzubringen, wird ihnen die gesamte Stehtribüne zur Verfügung gestellt. Möglicherweise gibt es in dieser Saison noch einen zweiten Sonderzug nach Schwenningen. Wie Wild Wings-Pressesprecher Oliver Bauer mitteilte, planen auch die Anhänger des EHC Red Bull München auf dem Schienenweg eines der beiden Spiele in der Helios-Arena zu besuchen. (wmf)