Snowboard: Es ist das Horrorszenario für jeden Wintersportler. Noch bevor auch im Flachland der erste Schnee fällt eine neue Saison komplett absagen müssen. Genau das ist jetzt der 20-jährigen Jana Fischer aus Bräunlingen passiert. Die Snowboardcrosserin vom SC Löffingen stürzte im Training in Saas-Fee (Schweiz) so schwer, dass sie am Montag in München an der Schulter operiert werden muss. „Ich bin schon mehrfach in Saas-Fee gefahren. Letztendlich war es ein Fehler von mir, der den Sturz verursachte“, sagte das Mitglied der deutschen Nationalmannschaft im Snowboardcross.

Jana Fischer hatte zuletzt eine beeindruckende Karriere hingelegt.International sorgte sie erstmals 2016 bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer für Aufsehen, als sie den sechsten Platz belegte. Im Teamwettbewerb Ski/Snowboardcross gewann sie mit drei weiteren deutschen Nachwuchshoffnungen die Goldmedaille. Silber war es zwölf Monate später bei der Snowboard-Juniorenweltmeisterschaft in Klínovec (Tschechien), gegenüber von Oberwiesenthal gelegen. Absoluter Höhepunkt war 2018 die Nominierung für die Olympischen Winterspiele. Fischer schied im Viertelfinale aus und belegte Rang 16. „Wenn es noch etwas positives an der Verletzung gibt, dann ist es allein die Tatsache, dass in diesem Winter kein absoluter Top-Höhepunkt wie die Olympischen Spiele ansteht. Dennoch hätte ich liebend gern auf die Verletzung und die Operation verzichtet“, fügt Jana Fischer an.

Beim Sturz selbst hatte die 20-jährige zunächst nicht das Gefühl, dass etwas Schlimmes passiert sei. „Ich bin wieder aufgestanden und wollte weitermachen. Die MRT-Untersuchung ergab dann, dass die Schulter nicht gebrochen ist, aber eine Operation unumgänglich ist.“ Damit einher geht das Saison-Aus, denn verschiedene Reha-Maßnahmen im Anschluss an die Operation am Montag in München werden viel Zeit kosten und kein Training erlauben. Dabei hatte Jana Fischer bisher stets Glück, auch bei Stürzen, die in der rasanten Sportart passieren. Zudem hatte sie sich auf die Saison gefreut. „Die Vorbereitung und die Trainingslager liegen wirklich sehr gut. Ich war in einer guten Verfassung und sehr motiviert“, sagt die Bräunlingerin, die in diesem Winter nun mehr Zeit als geplant in der Zähringerstadt verbringen wird.

Einher geht das Daumen drücken für die Teamkameraden bei deren wichtigen Wettkämpfen. „Die Weltcup-Wettbewerbe im Montafon und am Feldberg muss ich nun aus der Rolle des Zuschauers heraus betrachten. Das lasse ich mir jedoch nicht nehmen.“ Spätestens dann wird bei ihr sicherlich nochmals viel Wehmut aufkommen, doch zunächst konzentriert sich die Snowboardcrosserin allein auf den kommenden Montag und die anschließende Reha. Mit 20 Jahren hat Jana Fischer sicherlich noch einige Winter vor sich, in denen sie die nun ausfallende Saison 2019/20 mit klasse Resultaten vergessen lassen kann.