Fußball-Landesliga: Einen Spieltag vor Abschluss der Saison ist erst eine Entscheidung gefallen. Schlusslicht SV Obereschach muss in die Bezirksliga zurück. Im Titelkampf reicht Spitzenreiter Pfullendorf im letzten Spiel in Löffingen schon ein Punkt. Der FC 08 Villingen II würde dann in der Aufstiegsrunde zur Verbandsliga stehen. Immer bedrohlicher wird die Situation bei der auf den vorletzten Platz abgestürzten DJK Villingen.

Der FC 08 Villingen II nahm das Spiel gegen den FC Schonach (3:2) bereits als Vorbereitungspartie für die Aufstiegsspiele zur Verbandsliga. „Die Chance, Pfullendorf noch abzufangen und selbst Meister zu werden, liegt bei einem Prozent. Dass Pfullendorf mit 9:1 gegen F.A.L. gewinnt, hat bei der eigentlichen Klasse der Frickinger schon ein Gschmäckle“, sagt Villingens Trainer Marcel Yahyaijan, der ebenso staunte, „dass bei uns im Stadion die halbe Pfullendorfer Mannschaft und viele Vereinsfunktionäre anwesend waren, um Schonach mit Trommeln anzufeuern“. Yahyaijan war mit den ersten 45 Minuten seiner Elf sehr zufrieden: „Wir hatten ein Konzept, das zu 100 Prozent aufgegangen ist.“ Mit dem Treffer zum 1:2 habe seine Elf Schonach wieder ins Spiel gebracht. „Es zeichnet uns aus, dass wir auch nach dem Ausgleich noch nachlegen können“, freut sich Yahyaijan. Feststeht seit dem Wochenende, dass der SV Bühlertal als Vizemeister der Staffel 1 in der Aufstiegsrunde steht. Aus der Staffel 2 wird es entweder der FSV Stegen oder der SV Weil sein.

Der FC Schonach machte es den Villingern vor allem dank einer deutlichen Steigerung in Halbzeit zwei schwer. „Wir haben die erste Spielhälfte verschlafen. Unser Spiel gegen den Ball war nicht das, was wir sonst zeigen. Da standen wir von den Gegenspielern zu weit weg. Gegen eine so talentierte Mannschaft geht das natürlich nicht“, analysiert Trainer Enrique Blanco. Er nahm in der Pause einige Umstellungen vor, die sofort griffen. Aus dem 0:2-Rückstand machte Schonach ein 2:2. „Das Spiel hätte kippen können, wenn wir den Elfmeter verwandeln. Wir haben nach der Pause einmal mehr gezeigt, dass wir uns im taktischen Bereich entwickelt haben und wir mit der entsprechenden Konzentration auch diese Teams in Gefahr bringen können“, ergänzt Blanco. Er hofft im Finale gegen die DJK Villingen auf den bestmöglichsten Abschluss. Platz vier oder fünf wird es am Ende sein.

Der FC Furtwangen verabschiedete sich mit dem elften Heimsieg von den eigenen Fans und hat nun ein direktes Endspiel um Platz drei beim zwei Punkte besser platzierten FV Walbertsweiler. „Das wollten wir so haben“, sagt Spielertrainer Markus Knackmuß, der den 2:1-Erfolg gegen Löffingen als „etwas glücklich“ bezeichnet. Vor allem ein Mann war es, bei dem sich die Furtwanger nach 90 Minuten bedanken durften: Torhüter Christoph Wehrle. „Ohne ihn wären wir wohl schon nach 45 Minuten weg gewesen. Andererseits hatten auch wir in der ersten halbe Stunde gute Möglichkeiten“, analysiert Knackmuß. Seine Mannschaft habe schon jetzt das Minimalziel Platz fünf erreicht und könne nun befreit zum Saisonausklang nach Walbertsweiler reisen. Nochmals in der Startformation stand der 41-jährige Matthias Vollmer, der seine Laufbahn beendet und nach 52 Minuten unter viel Applaus den Platz verließ.

Durch die Niederlage in Furtwangen steht fest, dass der FC Löffingen die Saison auf Platz zehn abschließen wird. Es ist nicht das, was sich der scheidende Trainer Tim Heine gewünscht hatte. „Wir waren in Furtwangen die bessere Mannschaft, machen aber die Tore nicht. Es ist bitter, weil es schon seit einigen Wochen so geht.“ Heine wehrt sich daher auch nur von unglücklichen Umständen zu sprechen: „Es ist nicht nur Pech.“ Immerhin dürfen sich die Löffinger am letzten Spieltag noch einmal über einen guten Zahltag freuen, wenn der wahrscheinliche Meister Pfullendorf mit vielen Zuschauern auf die Baar kommt.

Souverän mit 4:1 löste die DJK Donaueschingen die letzte Auswärtsaufgabe in Hilzingen. „Die Hilzinger waren erstaunt, dass wir trotz der großen Hitze und der sicheren Tabellenplatzierung noch einmal alles rausholen. Damit hatten sie wohl nicht gerechnet. Dafür hat sich meine Mannschaft ein ganz dickes Kompliment verdient“, sagt DJK-Trainer Olaf Kurth. Mit dem Sieg lösten die Spieler ein Versprechen beim Trainer ein. Der hatte im Vorfeld angekündigt, auf einem ganz holprigen Platz trainieren zu lassen, da dieser Untergrund in Hilzingen erwartet wurde. „Unser Rasenplatz war am Donnerstag in einem erstklassigen Zustand. Da wollten die Jungs nicht runter. Als Gegenleistung haben sie mir versprochen, drei Punkte zu holen.“

War die 0:4-Heimpleite gegen den bisherigen Tabellenvorletzten Salem schon der sportliche Todesstoß für die DJK Villingen in der Landesliga? Fünf Jahre nach dem Wiederaufstieg 2013 spricht einiges dafür. Trainer Jan Hirsch hatte seiner Elf eingeimpft, lange die Null zu halten, doch nach 22 Minuten stand es bereits 0:2. „Abstiegskampf heißt auch deshalb so, weil man kämpfen sollte. Davon habe ich nicht immer etwas gesehen. Beim 0:1 bleibt der Spieler nach einem Ballverlust einfach stehen und auch das 0:2 war viel zu einfach. Es ist mir ein Rätsel, warum wir in so einem wichtigen Spiel erst nach 30 Minuten beginnen, Fußball zu spielen“, so Hirsch. Er weiß, dass vor dem letzten Spiel in Schonach wenig für den Ligaerhalt der DJK spricht. „So lange wir rechnerisch noch die Chance heben, glaube ich daran. Ob es alle Spieler auch tun, weiß ich nicht“, ergänzt Hirsch. Drei in der Tabelle vor der DJK platzierte Teams haben nur einen Punkt mehr. Ob alle am letzten Spieltag gewinnen, ist zweifelhaft. Aber auch die DJK muss in Schonach siegen. Die jüngste Leistung macht diesbezüglich wenig Mut.

Mit einer erneuten Klatsche hat sich der SV Obereschach nach nur einem Jahr in der Landesliga von seinen Fans verabschiedet. Das 1:6 gegen Mitaufsteiger Überlingen spricht deutliche Worte. „Es wird höchste Zeit, dass diese Saison zu Ende geht. Nach der starken Leistung gegen den FC 08 II wollten wir drei Punkte, aber dann waren nach 15 Minuten schon alle Messen gelesen“, sagt Alexander Lees vom Trainerteam. Was ihn freut war die Tatsache, dass es nach der Klatsche keinerlei Schuldzuweisungen gab.

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