Basketball, ProA: wiha Panthers Schwenningen – MLP Academics Heidelberg (Samstag, 20 Uhr). Nach zwei Siegen in Folge wollen die wiha Panthers Schwenningen ihren Aufwärtstrend bestätigen und erstmals in dieser Saison ein Spitzenteam der ProA ärgern. Am Samstag gastiert der Tabellendritte MLP Academics Heidelberg in der Deutenberghalle.

Gelöst und entspannt beschreiben Spieler und Verantwortliche der Panthers das Binnenklima des Teams nach den zwei jüngsten Siegen, die wie Balsam auf die Seele wirkten. Befreit und ohne Druck, aber dennoch konzentriert wollen die Aufsteiger auch das Spiel gegen ein Schwergewicht der Liga angehen. „Wir wollen sehen, wie weit wir uns in den vergangenen Wochen entwickelt haben und wie wir gegen Heidelberg mithalten können“, beschreibt Trainer Alen Velcic die Herangehensweise an das Kräftemessen mit den Academics. Spielmacher David Dennis, einer der Leistungsträger und Führungsspieler der Schwenninger, ergänzt: „Wir dürfen auf keinen Fall nachlassen und müssen konzentriert unsere Vorgaben umsetzen, dann können wir erneut gewinnen.“ Das vierte Heimspiel der Saison wird allerdings mit Sicherheit wesentlich anspruchsvoller als die Aufgaben gegen Ehingen und Karlsruhe.

Der USC Heidelberg, Stammverein der MLP Academics, kann auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblicken: Zwischen 1957 und 1978 feierten die Universitätsstädter neun Deutsche Meisterschaften sowie zwei Pokalsiege. Die Rückkehr zu diesen Glanzzeiten ist das langfristige Ziel der Academics, die dafür derzeit eine 5000 Personen fassende Halle bauen und in der kommenden Saison beziehen wollen. Zwar ist der Aufstieg in die Bundesliga nicht das erklärte Ziel, zum erweiterten Kreis der Anwärter zählt der Traditionsverein jedoch. Sieben Siege aus neun Spielen sammelte der letztjährige Halbfinalist bereits und unterlag lediglich den Spitzenteams Bremerhaven sowie Chemnitz. Alle anderen Spiele entschied das Team des serbischen Trainer-Urgesteins Frenki Ignjatovic größtenteils souverän.

Die offensive Spielidee der Academics ist sehr modern. Fast alle Würfe werden entweder von hinter der Dreierlinie oder in der Zone in Korbnähe genommen, der als ineffizient geltende Mitteldistanzwurf wird dagegen nur notgedrungen ausgepackt. Für die Dreier haben die Heidelberger mit Niklas Würzner, Marc Liyange, Stephon Jelks und dem ligaweit zweitbesten Scorer Shyron Ely gleich vier Scharfschützen, deren Quote bei über 40 Prozent liegt. In der Zone räumen Neuzugang Armin Trtovac sowie Kapitän Phillipp Heyden auf. Sie werden es mit dem Schwenninger Center-Duo Marko Bacak und Yasin Kolo zu tun bekommen. Ein weiterer Schlüssel für die Schwenninger werden die defensiven Rotationen und das Verteidigen der Heidelberger Dreier sein. Nahmen die Heidelberger im bisherigen Saisonverlauf nur wenige Dreier oder traf diese schlecht, setzte es Niederlagen.

Die Defensive der wiha Panthers, die sich zuletzt stabilisiert zeigte, wird einem echten Härtetest unterzogen. Grundsolide Abwehrarbeit wird auch gegen den Tabellendritten die Basis für eine mögliche Überraschung sein. Zudem müssen von der zweiten Reihe mehr Offensivakzente kommen, wenn beispielsweise Spielmacher David Dennis und Topscorer Rasheed Moore eine Verschnaufpause bekommen. Das Ziel der Panthers ist klar: Sie wollen erstmals in dieser Saison einem Topteam ein Bein stellen. Velcic: „Ein Gegner von der Qualität Heidelbergs kommt gerade zur rechten Zeit. Das Spiel wird uns zeigen, ob wir schon stark genug sind, um in eigener Halle ein Spitzenteam der Liga zu bezwingen.“