Eishockey: 14 Partien haben die Wild Wings in der aktuellen DEL-Hauptrunde hinter sich. 20 Punkte plus x hatten sich die Schwenninger bis zu diesem Zeitpunkt als Ziel gesetzt. Die Realität sieht jedoch anders aus. Gerademal elf Zähler hat das Team von Trainer Paul Thompson auf dem Konto. Kein Wunder, dass am Neckar Krisenstimmung herrscht. Die 0:4-Heimniederlage am Sonntag gegen die Grizzlys aus Wolfsburg war ein weiterer Tiefpunkt. Keinerlei Aufbäumen nach einem indiskutablen ersten Drittel mit 0:3-Rückstand und Führungsspieler, die diesen Namen nicht verdient hatten. Ein Fakt, der auch Thompson massiv enttäuschte und die Frage aufwirft, ob die Mannschaft überhaupt noch geschlossen hinter ihrem Trainer steht.

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Zumindest von Manager Jürgen Rumrich gibt es weiterhin Rückendeckung für den Chefcoach. „Ich sehe, wie Paul arbeitet und bin überzeugt, dass er der richtige Mann ist“, versuchte der Manager eine Trainerdiskussion schnellstmöglich zu unterdrücken. Die Tatsache, dass im Fanlager offensichtlich Rumrich als Hauptschuldiger für die Misere ausgemacht wird und mehrfach „Rumrich raus“-Rufe durch die Helios-Arena hallten, kommentierte der Manager mit den Worten: „Was soll ich dazu sagen? Ich kann‘s ja nicht ändern.“

Immerhin sparen die Spieler nicht mit Selbstkritik. Mirko Sacher betonte nach der Wolfsburg-Pleite: „Wir müssen, wie die Fans es gesungen haben, uns den Arsch aufreißen. Manch einer denkt, dass es wohl von alleine läuft, weil die Trainingsleistungen gut sind“. Sacher ist überzeugt, dass der Trainer die Mannschaft noch erreicht. Auch Maximilian Hadraschek fand bereits während des Spiels klare Worte: „Was wir hier abziehen, geht gar nicht“, lautete sein Fazit nach den ersten 40 Spielminuten. Dass Paul Thompson lediglich seine vierte, junge deutsche Reihe lobte, war ein ebenso deutliches Zeichen wie der Torwartwechsel nach 20 Minuten. „Mir tut es für die vierte Reihe sehr leid. Sie geben alles und werden nicht unterstützt“, meinte der Brite.

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Thompson muss nun Wege finden, dass seine Mannschaft nicht nur in jedem dritten oder vierten Spiel an ihre Leistungsgrenzen geht. Ansonsten dürfte auch die Loyalität zwischen Manager und Trainerteam bald bröckeln.

Dass sich dringend etwas ändern muss, sollte in Schwenningen jedem klar sein. Ein Wechsel auf der Trainerposition ist in solchen Situation die naheliegendste Alternative.
SÜDKURIER-Eishockey-Experte Matthias Hoppe sieht allerdings weder Manager noch Trainerteam sondern die die Führungsspieler in der Verantwortung: „Vielleicht sollte man mal einen der sogenannten Stars auf die Tribüne setzen oder gar an eine Vertragsauflösung denken.“ Fraglich, ob das Trainerteam einen solchen Schritt überhaupt wagen würde. Am Montag konnte man bei den Verantwortlichen diesbezüglich nicht nachfragen, denn weder Thompson und Rumrich noch Geschäftsführer Christoph Sandner waren telefonisch erreichbar.

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MRT-Untersuchung bei Kurth: Angreifer Marcel Kurth gehört sicherlich nicht zu den „Tribünen-Kandidaten“. Allerdings ist zu befürchten, dass der Angreifer genau dort am Freitag beim Heimspiel gegen Iserlohn Platz nehmen muss. Kurth wurde gegen Wolfsburg vorzeitig und mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Eis geführt. Noch am Sonntag war er im Krankenhaus und hatte am Montag eine MRT-Untersuchung.