Fußball-Landesliga: Die guten Ergebnisse der Schwarzwälder Teams in der Liga setzten sich auch am Wochenende fort. Nur der FC Neustadt ging leer aus. Mit Donaueschingen, Bad Dürrheim, Schonach und Villingen mischen vier Mannschaften ganz oben mit.

Die DJK Donaueschingen meisterte die unbequeme Aufgabe in Frickingen mit einem 2:0-Erfolg. Trainer Tim Heine freute sich besonders: „Ich bin nun auch schon einige Jahre in dem Job unterwegs und war mehrfach in Frickingen. Noch nie habe ich dort mit einer meiner Mannschaften gewonnen. Endlich ist auch diese Barriere genommen“, atmete Heine durch, der die von ihm geforderte „deutliche Leistungssteigerung“ von seiner Elf auch zu sehen bekam. Für die DJK war es, inklusive Pokal, das sechste ungeschlagene Spiel in Folge. In den vergangenen drei Partien schlug es nur einmal im DJK-Kasten ein. Nun gilt es, am Samstag die Hürde Stockach zu überspringen, um dann am 1. November das Pokal-Viertelfinale gegen Herbolzheim zu einem Festtag zu machen.

Auch der FC Bad Dürrheim baute seine gute Ausgangsposition mit dem 4:1-Erfolg gegen die SG Dettingen aus. Die Gäste waren mit der Empfehlung von zuvor nur neun Gegentoren in zehn Spielen angereist. „Wir haben unsere Möglichkeiten sehr effektiv genutzt. Dettingen spielte mit gefühlten zwei Viererketten, was es unserer Offensivabteilung nicht einfach gemacht hat“, sagt Bad Dürrheims Trainer Enrique Blanco. Er gab vielen jungen Spielern eine Einsatzchance und wurde nicht enttäuscht. „Natürlich haben wir noch einiges zu verbessern, aber unser Spiel schaut schon sehr gut aus“, so Blanco. Er freut sich nun auf seine Rückkehr nach Schonach am kommenden Spieltag. Ähnlich geht es vielen Spielern der Kurstädter, die im Sommer die Seiten gewechselt hatten.

Die Mannschaft der Stunde scheint der FC Schonach zu sein. In Neustadt gelang mit dem 1:0-Erfolg der vierte Sieg in Folge. „Wir haben bereits zum sechsten Mal zu Null gespielt. Nach dem Führungstreffer haben wir kompakt verteidigt, ohne uns zu verbarrikadieren. Bei uns kommen aktuell wirklich einige Superlative zusammen“, freut sich Coach Alex Fischinger. Er musste kurzfristig auf Stammtorhüter Fabian Tiel verzichten, wobei Florian Szymczak seine Aufgaben als Ersatz erfüllte. Auf der Bank saß mit Daniel Schneider ein Torhüter aus der Altersklasse des Trainers. Beachtlich ist zudem, dass Schonach nunmehr einen Schnitt von zwei Punkten pro Spiel erreicht hat. Nun geht es gegen Bad Dürrheim mit den vielen ehemaligen FCS-Spielern. Fischinger: „Der Hype ist schon jetzt hoch. Es gibt im Umfeld kein anderes Thema.“

Schonachs Gegner FC Neustadt kommt nicht aus dem Tabellenkeller heraus. Trainer Benjamin Gallmann fällt nach der Partie gegen Schonach kein gutes Urteil über seine Mannschaft. „Unsere Leistung war enttäuschend. Die Körpersprache hat mir nicht gefallen und ein Ausgleich wäre nicht verdient gewesen. So werden wir in der Liga nicht bestehen.“ Es gebe nun einigen Gesprächsbedarf. „Das Spiel ist das Resultat des Trainings. Wenn nur sieben Spieler im Training sind, kann kein anderes Ergebnis herauskommen.“ Neustadt sei jetzt in einer ganz gefährlichen Situation und das sollte jeder Spieler schnell begreifen.

Der FC 08 Villingen II hat offenbar das Tore schießen verlernt. Beim 0:0 in Geisingen blieben die Nullachter wiederum torlos. „Uns fehlt aktuell die Durchschlagskraft und auch die Gier, Tore zu schießen. Defensiv machen wir es hervorragend, schließlich haben wir insgesamt nur drei Gegentreffer aus dem Spiel heraus kassiert“, sagt Trainer Marcel Yahyaijan. Offensiv sei es an der Zeit, sich Gedanken zu machen, denn durch die Punkteteilungen wächst der Rückstand auf die Top-Teams. Möglicherweise ist es auch eine Kopfsache. Yahyaijan: „Wir spielen guten Fußball. Noch mehr Sorgen würde ich mir machen, wenn wir uns überhaupt keine Chancen erspielen würden.“

Für den SV Geisingen war das Unentschieden gegen die Villinger ein Bonuspunkt. „Ganz wichtig ist für uns, auch einmal gegen einen starken Gegner etwas mitzunehmen. Es hat sich ausgezahlt, dass wir erstmals in der Saison komplett waren. Diese Partie sollte uns Mut für die nächsten Aufgaben machen“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic. Ärgerlich für die Geisinger war allein die Ampelkarte gegen Johannes Amann. „Wenn nur ein Spieler ausfällt, ist das zu kompensieren. Wir können über das Kollektiv einiges lösen“, betont Tucakovic. Der Punkt gegen die Villinger habe die bereits gute Stimmung innerhalb der Mannschaft nochmals eine Stufe höher gehoben.

Bereits am Freitagabend trennten sich der FC Furtwangen und der FC Löffingen 2:2. In der dritten Minute der Nachspielzeit gelang Furtwangen der Ausgleich. „In der Nachspielzeit das Unentschieden zu erzielen, hat immer einen etwas glücklichen Anstrich. Andererseits ist der Punkt gefühlt zu wenig. Wir hatten ein deutliches Chancenplus, wenn ich nur an unsere Aluminiumtreffer denke“, sagt Spielertrainer Markus Knackmuß, der diesmal die komplette Spielzeit auf der Bank verfolgte, nachdem der eine Woche zuvor noch zweimal getroffen hatte. Mit einem Augenzwinkern sagte Knackmuß seinen Spielern: „Auch wer zwei Tore in einer Partie schießt, ist im nächsten Spiel nicht automatisch dabei.“ Geärgert hat sich der Trainer, dass seiner Elf ein Elfmeter versagt blieb.

Der FC Löffingen hatte die drei Punkte in Furtwangen schon im Gepäck verstaut, als es doch noch den Ausgleich setzte. „Mit der letzten Aktion noch ein Tor zu kassieren, ist sehr ärgerlich. Andererseits sollte man auch so fair sein, um nach 94 Minuten von einem gerechten Ergebnis zu sprechen. Furtwangen hat unheimlich gedrückt. Wir hätten das nur verhindern können, wenn wir zuvor eine unserer vielen Chancen zum 1:3 genutzt hätten“, bilanziert Trainer Uli Bärmann. Der Trainer fand die ersten 45 Minuten seiner Elf „sehr zufriedenstellend“. Mit Dominik Osek und Marco Bürer fuhren jedoch auch zwei Spieler angeschlagen zurück. Osek knallte bei einem Abwehrversuch mit dem Ellenbogen an das Aluminium. Bürer nahm einen dicken Fuß nach einem Zweikampf mit.