Fußball-Landesliga: Höhen und Tiefen gab es für die acht Schwarzwälder Teams am 5. Spieltag. Die beiden Derbys in Villingen und Furtwangen waren spannend bis zum Schluss. Die DJK Donaueschingen und Aufsteiger Geisingen verbuchten zu Hause jeweils einen Dreier. Dagegen mussten Löffingen und Neustadt Niederlagen einstecken.

Der FC 08 Villingen II feierte gegen den FC Schonach den vierten Sieg im vierten Spiel. Allerdings hat Schonach einen Protest angekündigt. Grund dafür ist, dass der Villinger Kamran Yahyaijan die ersten drei Spiele in der Oberliga-Mannschaft absolviert hatte und ohne Spielpause im Oberliga-Team am Freitag im Landesliga-Spiel zum Einsatz kam (wir berichteten). Villingens Trainer Marcel Yahyaijan wollte zu diesem Thema keinen Kommentar abgeben. Zum Derby-Sieg seiner Mannschaft meinte er: „Mit der Leistung bin ich sehr zufrieden, auch wenn wir es uns lange Zeit selbst schwer gemacht haben. Wir hätten früher das 1:0 machen müssen. Entscheidend war die Einwechslung von Mario Ketterer, der mit seinem Eckball auch das erste Tor vorbereitet hat.“ Ansonsten setzte Yahyaijan auf eine junge Mannschaft. Der Altersschnitt lag bei 21,2 Jahren. Respekt zeigte der Trainer vor der Leistung des Gegners: „Auch wenn wir verdient gewonnen haben, Schonach hat sehr gut gefightet.“

Trotz der knappen Niederlage war Alex Fischinger, Trainer des FC Schonach, mit dem Auftritt seiner Mannschaft zufrieden: „Das war ein starkes Spiel von uns. Leider haben wir uns, wie schon öfters in dieser Saison, am Ende nicht belohnt“, meinte Fischinger. Mit Vladimir Klasic und Markus Dold musste Schonach auf zwei wichtige Spieler verzichten. Umso bitterer war der Villinger Treffer zum entscheidenden 1:2 in der Nachspielzeit. Bei Fischinger überwiegt dennoch „die Freude, dass sich jeder Spieler Woche um Woche verbessert“. Zum angekündigten Protest der Schonacher meinte der Trainer: „Fakt ist, dass unsere zweite Mannschaft aufgrund eines Verstoßes gegen die Stammspielerregel bereits einen Punkt abgezogen bekommen hat.“ Fischinger fordert eine klare Regelung: „Ansonsten sitzen wir jede Woche am grünen Tisch und müssen darüber diskutieren“.

Der FC Bad Dürrheim bleibt weiter ungeschlagen. Nach fünf Spielen stehen für die Kurstädter drei Siege und zwei Unentschieden auf der Haben-Seite. Beim Spiel in Furtwangen stand es am Ende 1:1. Für Bad Dürrheims Trainer Enrique Blanco war dieser eine Punkt zu wenig: „Wir hatten genügend Chancen, die wir nicht genutzt haben. Unsere Spielweise war sehr gut. Wir haben sehr variabel gespielt und mal mit langen Diagonalbällen, mal mit Kurzpässen agiert. An unserer Chancenauswertung werden wir in den kommenden Wochen arbeiten.“ Bereits nach 19 Minuten mussten die Gäste ihren Torjäger Alexander German auswechseln, die Verletzung sei laut seinem Trainer jedoch nicht schwerwiegend. Blanco: „Er hat einen Schlag in die Rippengegend bekommen und wird behandelt. Ich gehe davon aus, dass er am Wochenende wieder spielen kann.“

Auch der FC Furtwangen musste früh seinen Torjäger ersetzen, Jan Meier musste bereits nach elf Minuten mit einer Muskelverletzung in der Wade ausgewechselt werden. „Es könnte ein Muskelfaserriss sein. Wir hoffen, dass es keine schlimmere Verletzung ist“, sagt Furtwangens Trainer Markus Knackmuß zum Ausscheiden seines Stürmers. Der Übungsleiter konnte sich nach 90 Minuten vor allem bei seinem Torhüter Christoph Wehrle bedanken. „Christoph hat uns in der ersten Halbzeit mehrfach vor einem höheren Rückstand bewahrt. Nach der Pause haben wir uns deutlich gesteigert und uns das 1:1 verdient, auch wenn Bad Dürrheim über die gesamte Spielzeit sicherlich mehr Chancen hatte.“

Nach einem 7:1-Erfolg gibt es bekanntlich wenig Grund zu meckern. Ähnlich sah dies auch Tim Heine, Trainer der DJK Donaueschingen, nach dem Kantersieg seiner Mannschaft gegen den SC Markdorf. „Mit dem Ergebnis und den drei Punkten kann ich gut leben, auch wenn der Gegner an diesem Tag nicht so stark war. Der Doppelschlag zum 3:0 kurz vor der Pause war wichtig, damit haben wir die Gegenwehr der Markdorfer gebrochen.“ Neben dem vierfachen Torschützen Stephan Ohnmacht wollte der Trainer vor allem Christian Limberger aus einer guten Mannschaftsleistung hervorheben: „Christian hat drei Treffer vorbereitet und ein starkes Spiel gezeigt.“ Besonders erfreut zeigte sich der Donaueschinger Trainer, dass sechs der sieben Treffer nach einer Flanke von der Grundlinie gefallen sind.

Nach dem 2:1-Sieg des SV Geisingen gegen den FC Hilzingen zeigte sich Geisingens Spielertrainer Marijan Tucakovic zufrieden mit dem Saisonstart: „Sieben Punkte aus fünf Spielen sind absolut in Ordnung für einen Aufsteiger, zumal wir gegen Hilzingen das erste Mal komplett waren. In den ersten zehn Minuten hatten wir noch einige Probleme, danach habe ich ein gutes Spiel und einen verdienten Sieg meiner Mannschaft gesehen.“ Die schwache Anfangsphase der Gastgeber nutzte Hilzingen und ging bereits nach zwei Minuten in Führung. Johannes Amann (18.) und Luca Arceri (31.) sicherten mit ihren Treffern dennoch den zweiten Saisonsieg, der für Tucakovic vor allem aufgrund der vorangegangenen zwei Niederlagen sehr wichtig war.

Nach nur vier Punktspielen läuten beim FC Neustadt bereits die Alarmglocken. Zum einen mussten sich die Neustädter am Wochenende gegen den SV Denkingen das erste Mal in dieser Saison mit 1:3 geschlagen geben (zuvor gab es drei Unentschieden), zum anderen hat die Mannschaft von Trainer Benjamin Gallmann große personelle Probleme: „Wir sind bisher dreimal mit zwölf Spielern zu den Spielen gereist und einmal sogar nur zu elft“, so Gallmann. Über die dünne Personaldecke dürfe auch die Bezeichnung „Verbandsliga-Absteiger“ nicht hinwegtäuschen. „Ich wusste, dass es eine schwere Saison wird und fühle mich durch die bisherigen Spiele, bei denen wir sogar noch Glück hatten, was die Punktausbeute betrifft, bestätigt. Es ist eine gefährliche Situation“, sagt Gallmann.

In die Reihe der enttäuschten Trainer reiht sich auch Uli Bärmann vom FC Löffingen nach der 0:2-Niederlage gegen den FC Singen ein. Damit steht Löffingen nach vier Spielen (drei davon zu Hause) mit mageren vier Punkten da, was für Bärmann aber auch „dem schweren Auftaktprogramm geschuldet ist“. Gegen Singen mangelte es vor allem an der Chancenauswertung. Bärmann: „Wir wollen jetzt aber keine Panik verbreiten, sondern ordentlich weiterarbeiten und am kommenden Wochenende in Stockach unsere Chancen besser nutzen.“