Fußball-Landesliga: Verrückt und ausgeglichen scheint in dieser Saison die Landesliga. Acht Mannschaften an der Tabellenspitze trennen nur vier Punkte. Aktuell scheinen von den 17 Teams nur die beiden Kellerkinder Hilzingen und Markdorf etwas abzufallen.

Mit dem 3:1-Erfolg gegen Hilzingen hat sich die DJK Donaueschingen auf Rang zwei nach oben geschoben. Trainer Tim Heine sah kein gutes Spiel seiner Mannschaft. „Wir haben den Gegner nicht unterschätzt, waren aber etwas fahrig in unseren Aktionen. Wir sind nie so richtig in das Spiel gekommen. Der Sieg ist dennoch verdient“, betont der DJK-Coach. Sebastian Sauter musste kurzfristig angeschlagen passen, doch ansonsten hatte Heine eine gute Elf auf dem Platz. Für den Trainer gibt es jedoch keinen Grund, nach der unbefriedigenden Partie zur großen Kritik auszuholen. „Die Spieler können die Leistung selbst einschätzen und jeder weiß, dass wir uns am Sonntag in Frickingen deutlich steigern müssen.“

Mit dem souveränen 4:0-Erfolg in Markdorf hat der FC Bad Dürrheim Platz vier erobert. Trainer Enrique Blanco hatte schon vor dem Anpfiff ein gutes Gefühl. „Wir hatten unter der Woche eine Trainingseinheit, die sicherlich die Beste war, seit ich in Bad Dürrheim bin. Konzentriert und fokussiert so wie wir auch das Spiel angegangen sind. Wir haben ein hohes Tempo gespielt“, sagt Blanco. Dem Trainer ist es wichtig, dass sich seine Elf viele Chancen erarbeitet. Dass nicht alle genutzt wurden, ließ sich bei einem 4:0 verschmerzen, aber bei stärkeren Gegnern eine Gefahr. Blanco gab einmal mehr Spielern der zweiten Reihe eine Chance, sich zu zeigen. „Da gibt es einige, die lautstark an die Tür klopfen.“ Jeremias Fischerkeller spielte sogar 90 Minuten durch.

Die Überraschungself aus Schwarzwälder Sicht ist weiterhin der FC Schonach, dem nach dem personellen Umbruch eine schwierige Saison prognostiziert wurde. Mit dem 1:0-Erfolg in Löffingen ist Schonach nun bereits bei 19 Punkten angekommen. „Vor dem Spiel hätte ich mit einem 0:0 leben können und die ersten 45 Minuten hatten mich bestätigt. Es war kein schönes Spiel und letztlich haben wir etwas glücklich auf einem ganz schlechten Platz gewonnen“, bilanziert Trainer Alex Fischinger. Er hat sehr wohl wahrgenommen, dass nun im Umfeld die Euphorie immer größer wird und sich eine Maßnahme einfallen lassen, die eher außergewöhnlich ist. „Ich habe eine Liste mit den sogenannten Schulterklopfern aufgestellt. Mal schauen, wer davon noch übrig bleibt, wenn wir einmal zwei Spiele nicht gewinnen.“ Fischinger ist realistisch genug um einzuschätzen, dass zu einer Spitzenmannschaft noch einiges fehlt.

Alex Fischinger
Alex Fischinger | Bild: Kaltenbach, Christof

Zum Auftakt von drei Spielen gegen Teams aus der unmittelbaren Nachbarschaft wollte der FC Löffingen mit einem Erfolgserlebnis starten. Daraus wurde gegen Schonach nichts. „Uns fehlt aktuell etwas die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor des Gegners, wobei ich die Auffassung meines Trainerkollegen teile, dass es ein typisches 0:0-Spiel war“, sagt Löffingens Trainer Uli Bärmann. Ein Fehler habe zum entscheidenden Treffer durch Frey geführt. „Nico Frey hat sich zuvor eine klare Notbremse geleistet. Er hätte zu dem Zeitpunkt eigentlich nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen, zumal es der Schiedsrichter wohl gesehen hat“, kritisiert Bärmann den Unparteiischen. Für ihn ist die Heimniederlage, die dritte im bisherigen Saisonverlauf, „kein Grund, um jetzt alles in Frage zu stellen“.

Nicht selten glänzte der FC 08 Villingen II in den vergangenen Jahren als Torfabrik. Nach elf Spielen hat die Elf aber erst 18 Mal getroffen und dabei 18 Punkte geholt. Auch am Samstag stand gegen den VfR Stockach wieder die Null – auf beiden Seiten. „Ich habe bis auf die Chancenverwertung nichts auszusetzen. Ich habe das Spiel komplett gefilmt, um mir ein zweites Urteil zu bilden. Auch dieses fällt nicht anders aus. Wir haben 90 Minuten sehr gut gespielt, hatten ein gutes Umschalt-spiel und standen stabil. Uns fehlt aktuell das Quäntchen Glück“, sagt Trainer Marcel Yahyaijan. Ihn bestätigte die Partie, dass Stockach eine gute Mannschaft hat. Die Vermutung, dass sich die Stockacher in erster Linie in der Defensive verbarrikadieren, bewahrheitete sich indes nicht.

Den zweiten Sieg in Folge feiert der FC Furtwangen mit dem 4:2 gegen Walbertsweiler. Erinnerungen werden an die vergangene Saison wach, als Furtwangen ähnlich durchwachsen startete und dann eine Serie an Siegen folgen ließ. „Alle Spieler wussten um die Brisanz der Partie. Ich hatte von der ersten Sekunde an den Eindruck, dass sie auch wollten. Geärgert haben mich nur die Ballverluste vor den zwei Gegentreffern. Ansonsten war es eine ordentliche Partie“, sagt Spielertrainer Markus Knackmuß. Wie schon zuletzt in Geisingen spielte Knackmuß mit 44 Jahren wieder im Angriff und erzielte zwei Tore. „Ein Doppelpack gelang mir wohl zuletzt vor 20 Jahren in der Bezirksliga in Allensbach. Dass ich spiele, wird aber keine Dauerlösung sein.“ Der Trainer hofft auf die Rückkehr von Jan Meier, was aber noch dauern kann. Bis dahin könnte es weitere Treffer der Marke Knackmuß geben.

Durch das 0:1 bei der SG Dettingen steht der FC Neustadt wieder auf einem Abstiegsplatz. Nur 13 Neustädter traten die Reise an. „Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel. Umso ärgerlicher ist das Ergebnis. Ein Fehler von uns genügte, um ohne Punkte vom Platz zu gehen“, sagt Trainer Benjamin Gallmann. Er selbst war der 13. Spieler im Kader. „Wir sind nicht in der Lage, die engen Spiele für uns zu entscheiden. Das liegt auch daran, weil wir auf der Bank keinen gleichwertigen Ersatz haben“, betont Gallmann, der sich nun bereits das komplette Kalenderjahr damit herumschlagen muss, dass ein großer personeller Engpass herrscht. „Zwei Siege aus zehn Spielen sprechen eine deutliche Sprache“, weiß der Trainer, dass Neustadt Gefahr läuft, wieder ein Abstiegskandidat zu werden.

Wieder einmal kosteten den SV Geisingen individuelle Abwehrschnitzer einen möglichen Punkt. Beim SV Denkingen lag Geisingen in Führung, half aber bei den Gegentreffern zwei und drei kräftig mit. „Das geht in dieser Liga nicht. Das wird sofort bestraft. Wir kassieren zu viele Gegentreffer. So viele können wir im Angriff gar nicht schießen“, sagt Spielertrainer Marijan Tucakovic, der zum 2:3-Endstand traf. Danach hatte Geisingen noch einen Aluminiumtreffer. Tucakovic weiß, „dass wir bis zum Abschluss der Vorrunde noch sechs Punkte brauchen, um einigermaßen den Anschluss zu wahren“. Für die Transferperiode im Januar kündigt der Trainer schon jetzt Aktivitäten an: „Wir werden noch zwei, drei Spieler holen.“