Fußball-Oberliga: Erfreut war begreiflicherweise keiner beim FC 08 Villingen nach der verdienten 1:3-Niederlage in Nöttingen. Aber im Vergleich zum letzten Misserfolg – dem desaströsen 0:4 im Pokal in Lahr – hielt sich die Frustration noch in Grenzen. „Es kann leider immer mal wieder passieren, dass eine Mannschaft nicht 100 Prozent ihres Leistungsvermögens abruft. So geht es auch den Top-Favoriten VfB Stuttgart II und den Stuttgarter Kickers.““, sagte FC 08-Trainer Jago Maric. Zwar sei die Niederlage ärgerlich, da sie aber aufgrund des Spielverlaufs in Ordnung gehe, müsse man sie möglichst schnell abhaken.

Zwei schnelle Gegentore: Nach nur vier Minuten befanden sich die Nullachter schon auf der Verliererstraße, denn da hieß es bereits 0:2. „So etwas sollte natürlich nicht passieren“, meinte der Trainer. Auf andere Passagen der Begegnung – etwa die zehn Minuten direkt nach der Pause – könne man aufbauen. Insgesamt sei es aber zu wenig gewesen. „Ehrlicherweise muss man auch sagen, dass es Nöttingen sehr gut gemacht hat.“ Einmal mehr habe sich erwiesen, dass in dieser ausgeglichenen Liga wenige Prozent über Sieg und Niederlage entscheiden. Der Lohn für die Nöttinger: Sie machten einen Riesensatz nach vorn von Platz 14 auf Rang 7, während der FC 08 auf dem dritten Tabellenplatz hängen blieb. Nach wie vor ist es aber nur ein einziger Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Ravensburg.

Englische Woche: Bleibt die Frage, wie das Team die Niederlage sowie die Auswärtsfahrt wegsteckt. „Es war ein sehr intensives Spiel in Nöttingen, das Kraft gekostet hat“, meint Jago Maric. „Aber erstens haben wir im Vergleich zu den Vorjahren bislang keine dauernden Englischen Wochen am Stück, und zweitens sind wir konditionell gut in Schuss.“ Deshalb wolle der Coach die zusätzliche Spielbelastung auf keinen Fall als Ausrede für Samstag gelten lassen wollen.

Beginn einer neuen Serie?

FC 08 Villingen – SV Oberachern (Samstag, 15.30 Uhr). Nach der Niederlage in Nöttingen kann der FC 08 seine ganze Kraft darauf verwenden, eine neue Serie zu starten. Die erste Möglichkeit dazu besteht im Derby gegen den SV Oberachern. Dieses Duell hat zwar weniger Tradition als die Paarungen gegen den Freiburger FC oder Offenburger FV, aber ebenfalls schon eine Geschichte. Die Spannendste ereignete sich im Südbadischen Pokalfinale 2016 in Offenburg: Mit 2:0 führten die Nullachter gegen den SVO, doch plötzlich lagen sie 2:3 hinten. Benedikt Haibt und Nedzad Plavci war es zu verdanken, dass die Mannschaft von Jago Maric nach einem 5:3-Erfolg doch noch den Pokal in die Höhe stemmen konnte. Zur Belohnung gab es die denkwürdige DFB-Pokalpartie gegen Schalke (1:4).

Inzwischen haben sich beide Teams in der Oberliga etabliert und spielen in dieser Saison erfolgreicher als erwartet. Die Gäste aus der Ortenau unter ihrem Trainer Marc Lerandy haben sich inzwischen auf Platz 6 nach vorne geschoben und ganz nebenbei mit einem unerwarteten 3:2-Auswärtssieg beim Regionalligisten Bahlinger SC das Viertelfinale im Südbadischen Pokal erreicht. Wie in den vergangenen Jahren profitiert der SVO primär von seiner Heimstärke, doch auch auf fremden Plätzen hat das Team gezeigt, wie gefestigt und unangenehm zu bespielen es ist. Zuletzt bezwang Oberachern den TSV Ilshofen auf eigenem Platz mit 3:2. Mit Nico Huber (15 Treffer) stellt der samstägliche Gegner auch den derzeitigen Torschützenkönig der Liga. Maric: „Das ist eine wirklich gut besetzte Mannschaft, gegen die wir hochkonzentriert und aggressiv zu Werke gehen müssen.“ Die Nullachter sollten möglichst nicht den Fehler aus Nöttingen wiederholen, derart früh in Rückstand zu geraten. Dann kann Oberachern seine Konterstärken ausspielen.

Personell sieht es beim FC 08 im Vergleich zu Mittwoch wieder etwas besser aus: Andrea Hoxha wird von seinem Einsatz bei der albanischen U21 zurückerwartet, so dass Maric zwischen den Pfosten wieder mal die Qual der Wahl hat. Aber: „Wir müssen erst abwarten, wie fit Hoxha nach der langen Reise ist“, gibt der Trainer zu bedenken. Auch bei anderen Akteuren will er zunächst ausloten, wie sie sich fühlen, ehe er sich zu einer konkreten Startaufstellung entschließt. Der in Nöttingen beruflich verhinderte Keven Feger dürfte wieder dabei sein, was ihn umso mehr freuen dürfte, als es gegen seinen Ex-Verein geht. Daniel Wehrle fällt hingegen weiter mit einem Virus aus. Auch Tevfik Ceylan muss am Samstag aus beruflichen Gründen passen. Benedikt Haibt, Valentin Vochatzer und Mauro Chiurazzi sind weiter verletzt – auch für Nico Tadic kommt die Begegnung zu früh. Man will ihm auch noch etwas Zeit geben, ehe er zunächst in der U23 eingesetzt wird. Maric: „Wir wollen vor der Winterpause nichts überstürzen und bauen eher darauf, dass Nico die komplette Vorbereitung nach der Winterpause mitmachen kann.“

Dennoch zeigt sich Jago Maric überzeugt, dass seine Mannschaft mit aller Macht einen Sieg anstreben wird. Das gilt auch für die Gäste, die mit einem Erfolg in der MS Technologie Arena die Nullachter in der Tabelle überholen und somit bis auf Weiteres das bestplatzierte südbadische Team der Liga sein würden. Das freilich möchten die Villinger verhindern, die auf eine gute Kulisse hoffen, zumal das Team in dieser Saison zuhause noch ungeschlagen ist. Da die Wettervorhersage günstig ist, wird die Partie aller Voraussicht nach im Stadion ausgetragen.