Fußball: (daz) Oberligist FC 08 Villingen hat am Freitag personell noch einmal nachgelegt und Patrick Peters vom Verbandsligisten FC Radolfzell verpflichtet. Der 31-Jährige unterschrieb am Freitagmittag einen Kontrakt als Vertragsamateur und ist damit bereits am Samstag im Punktspiel der Villinger beim SV Linx (15.30 Uhr) einsetzbar. Peters ist Innenverteidiger und soll der Defensivarbeit der Nullachter mehr Stabilität geben.

In Radolfzell hinterlässt Peters eine große Enttäuschung. Der Spieler hatte sich, aus der Schweiz kommend, erst vor zwei Monaten dem Verbandsligisten angeschlossen. Er erteilte seine Zusage für zwei Jahre im Trikot der Radolfzeller. Seinen schnellen Abgang bezeichnet Oli Preiser, Präsident des FC Radolfzell, als „menschlich sehr enttäuschend“. Preiser weiter: „Die Vorgehensweise des FC 08 Villingen, zu einem solch extrem späten Zeitpunkt den Spieler zu verpflichten, ist alles andere wie fair. Wir haben keine Möglichkeit für Ersatz zu sorgen. Interessant dürfte sein, ob der FC 08 Villingen wenigstens eine angemessene finanzielle Entschädigung bezahlt. Durch den Vertragsamateur würde der FC Radolfzell ohne Entschädigung bleiben und hat wie immer das Nachsehen.“

Diese Worte stoßen Arash Yahyaijan, Sportvorstand des FC 08, bitter auf. „Wir haben uns gegenüber Radolfzell immer fair verhalten. Wir haben Radolfzell 500 Euro für Flamur Berisha überwiesen, obwohl wir es nicht mussten. Wir haben in der vergangenen Saison auch den Spieler Minou Tsimba-Eggers nach Radolfzell ziehen lassen. Jetzt zu sagen, Radolfzell habe immer das Nachsehen, ist nicht fair.“ Yahyaijan hatte sich am Mittwoch Peters nochmals in einem Spiel angeschaut, nachdem der Spieler dem FC 08 angeboten wurde. Am Freitagmittag kam es dann zur Vertragsunterzeichnung. „Ich werde gerne noch einmal Kontakt mit Radolfzell aufnehmen. Noch war dafür keine Zeit, da der Vertrag erst unterschrieben wurde“, sagte der Sportvorstand des FC 08 am Freitagnachmittag.

Preiser indes ruderte dann auch einen Schritt zurück. „Es ist nicht verwerflich, dass ein Spieler wechselt. Es ist auch der das gute Recht des FC 08, den Spieler anzusprechen. Es geht allein um den Zeitpunkt. Wir haben jetzt keine Chance mehr, auf dem Markt zu reagieren und Ersatz zu holen.“

Peters stammt ursprünglich aus Malchin (Mecklenburg-Vorpommern), dem Geburtsort von Thomas Doll. Im Jahr 2007 wechselte er erstmals in die Schweiz, bevor er 2009 zum VfB Lübeck ging. 2011 ging Peters wieder in die Schweiz, wo er unter anderem für den FC Tuggen, SG Brühl SG, Zürich United und Eschen-Mauren spielte. „Wir haben den Spieler sehr genau unter die Lupe genommen und sind uns sicher, dass er uns verstärken wird“, ergänzt Yahyaijan.