Fußball-Oberliga: FC Germania Friedrichstal – FC 08 Villingen 1:1 (0:0). (mp) Mit einem mageren Unentschieden bei Schlusslicht Friedrichstal verpasste der FC 08 Villingen den Sprung auf Platz vier. Mehr noch: Mit einem Sieg hätten die Nullachter den Rückstand auf den neuen Oberliga-Spitzenreiter SSV Reutlingen auf zwei Punkte verkürzen können.

Gegenüber der Aufstellung in der Woche zuvor gegen Ravensburg (3:0) gab es lediglich einen Wechsel bei den Nullachtern, und der war bereits im Vorfeld klar. Für den verletzten Nico Tadic rückte Neuzugang Sanoussy Baldé in die Startaufstellung. Die Gastgeber spielten vor 150 Zuschauern im heimischen Stutensee-Stadion zudem, wie erwartet. Mit einer massierten Defensive versuchten sie, den favorisierten Gast vor dem eigenen Tor fernzuhalten. Dies gelang, denn die Gäste fanden auf dem holprigen Rasen kaum eine Lücke in der gegnerischen Abwehr. Allerdings machten es die Nullachter dem Tabellenletzten auch leicht, weil die sie in der ersten Halbzeit zu einfallslos agierten und kaum Tempo ins eigene Spiel brachten. So hatten die Platzherren, die von Co-Trainer Martin Terefenko (er vertrat den erkrankten Cheftrainer Dubravko Kolinger) betreut wurden, lediglich eine brenzlige Situation in der ersten Halbzeit zu überstehen. Nach einer Ecke zog Nullacht-Kapitän Benedikt Haibt ab, scheiterte aber an Torhüter Friedrichtals Schlussmann Sören Hemmelgarn.

Nach der Pause trauten sich die Gastgeber mehr zu. Sie spürten, dass eine Überraschung möglich ist. In der 52. Minute war es der aufgerückte Johannes Weiß, der aus zehn Metern am stark reagierenden FC 08-Torhüter Christian Mendes scheiterte. Die Hausherren wurden immer mutiger. Nach knapp einer Stunde wurde Carlos Dinges nicht angegriffen. Der Nachwuchsspieler der Platzherren zog aus knapp 17 Metern ab und traf mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 1:0 (60.) für Friedrichstal.

Nun waren die Gäste gefordert. Nullacht-Trainer Jago Maric reagierte und brachte mit Yanick Haag für den defensiven Baldé einen zusätzlichen Angreifer. Die Nullachter agierten nun druckvoller. Nach einer Ecke wurde Villingens Innenverteidiger Dragan Ovuka von einem Gegenspieler zu Boden gedrückt, und Schiedsrichter Jonas Brombacher zeigte auf den Elfmeterpunkt (71.). Yanick Haag trat an und scheiterte am stark reagierenden Sören Hemmelgarn. Wie schon zwei Wochen zuvor in Freiberg verschoss Yanick Haag den Strafstoß. Trotzdem drängten die Gäste weiter. Bereits eine Minute später war der Ausgleich perfekt. Ümüt Sönmez war mit seinem ersten Pflichtspieltreffer für die Nullachter aus 17 Metern mit einem Aufsetzer erfolgreich. Sönmez war es auch, der in der Schlussphase noch zwei gute Möglichkeiten für die Gäste hatte (80. und 88.), jedoch am gegnerischen Schlussmann scheiterte. Am Ende wären die Nullachter fast noch mit leeren Händen dagestanden, aber Torhüter Mendes rettete seiner Mannschaft gegen Claudio Ritter (89.) das Unentschieden. Tore: 1:0 Dinges (60.), 1:1 Sönmez (72.). Besondere Vorkommnisse: Yanick Haag (Villingen) scheitert mit Foulelfmeter (71.) an Sören Hammelgarn (Friedrichstal). Schiedsrichter: Jonas Brombacher (Wittlingen). Zuschauer: 150.

FC 08 Villingen: Mendes, Stark, Ovuka, M. Chiurazzi, Serpa, Baldé (61. Y. Haag), Ceylan, Weißhaar, Haibt, Kaminski, Sönmez (89. Mustapha).

Trainerstimmen

Martin Terefenko (Co-Trainer Germania Friedrichstal): "Unsere Mannschaft hat alles reingeworfen und trotz der beinahe hoffnungslosen Lage eine starke Leistung gezeigt. In der ersten Halbzeit hatte Villingen kaum eine Torchance. Am Ende hätten wir sogar gewinnen können. Zwar hatte Villingen in der Schlussphase mehr Torchancen, weil bei uns allmählich die Kräfte schwanden, aber den Punkt haben wir uns verdient."

Jago Maric (FC 08 Villingen): "Ich kann meiner Mannschaft nicht viele Vorwürfe machen. Es war sicherlich kein allzu gutes Spiel von uns, aber es war auch schwer gegen so einen tief stehenden Gegner. Allerdings hätten wir unsere Chancen in der Schlussphase auch besser ausnutzen müssen, dann hätten wir auch gewonnen. Aber schlussendlich müssen wir mit dem Punkt leben, auch wenn er insgesamt zu wenig ist."