Fußball, Südbadischer Pokal, Achtelfinale: SV Au/Wittnau – FC 08 Villingen 2:3 (1:1). Der FC 08 Villingen hat sich dank eines Last-Minute-Treffers von Nedzad Plavci ins südbadische Pokal-Viertelfinale gerettet. Auf dem engen Kunstrasen in Wittnau taten sich die Nullachter unerwartet schwer, setzten sich aber im Gegensatz zu den Oberliga-Konkurrenten Bahlinger SC (1:2 n.V. in Offenburg) und SV Oberachern (0:0 nach Verlängerung in Pfullendorf) durch.

In letzter Minute musste FC 08-Trainer Jago Maric umdisponieren: Cristian Giles fiel mit Leistenproblemen aus. Dafür rückte Frederick Bruno in die Viererkette. Auf dem engen Platz hatten die Villinger einige Probleme, eine Lücke in der dicht gestaffelten Defensive des Landesligisten zu finden. Ein Heber über das Tor von Tevfik Ceylan stellte nach elf Minuten die erste Chance dar. Nach 23 Minuten trat Nedzad Plavci einen Freistoß. Ceylan war per Kopf da und erzielte das 0:1.

Die etwa 50 mitgereisten FC 08-Anhänger stellten sich auf einen entspannten Nachmittag ein, doch Andreas Zimmermann traf für die Gastgeber mit einem Feiertags-Schuss von der äußeren linken Seite aus 20 Metern in den Winkel – der Ausgleich in Minute 37. Tobias Weißhaar mit einem Heber an den Pfosten (39.) und Damian Kaminski (45.) hatten noch vor der Pause gute Gelegenheiten zur abermaligen Führung des Favoriten. Die Aufgabe wurde jedoch angesichts des nun begeistert mitgehenden Heimpublikums und des weiterhin diszipliniert agierender Außenseiters noch schwieriger: Da kam die Cleverness von Daniel Wehrle zur rechten Zeit.

Er setzte nach einem Abstimmungsfehler in der Hintermannschaft des Gastgebers nach und spitzelte den Ball in Gerd-Müller-Manier ins Tor (59.). Kaminski (61.), Ceylan (66.) und Plavci (67.) verpassten die Vorentscheidung, ehe Matthias Demmer in den Mittelpunkt rückte. Der Villinger Schlussmann parierte zunächst gegen Patrick Steiert sehr gut (68.). In der 72. Minute ließ er jedoch einen langen Ball fallen. Steiert stand goldrichtig und staubte zum 2:2-Ausgleich ab. Der eingewechselte Benedikt Haibt stand mit einem Kopfball kurz vor der abermaligen Villinger Führung, doch rettete ein Abwehrbein auf der Linie (74.).

Danach tat sich auf dem Platz noch wenig. Alle rechneten mit einer Verlängerung, ehe Ceylan in der Nachspielzeit Plavci bediente, der sich durchsetzte und zum umjubelten Siegtor einschoss. Der SV Au-Wittnau genoss zu Recht den Beifall seiner Fans. Die Nullachter freuten sich derweil über den Einzug ins Viertelfinale. Dieses wird zwar am Mittwoch um 15 Uhr ausgelost, aber erst im Frühjahr 2018 ausgetragen.

Trainerstimmen

NejatCosar (SV Au-Wittnau): "Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung meiner Mannschaft und wäre sehr gespannt gewesen, wie sich diese in der Verlängerung geschlagen hätte. Wir haben eine super Moral bewiesen und dagegengehalten, wobei man die Villinger Klasse schon gesehen hat. Auf den Kunstrasen sind wir gegangen, weil der Hauptplatz tief und uneben war, sodass dort kein vernünftiges Spiel möglich gewesen wäre."

Jago Maric (FC 08): "Ich bin nicht enttäuscht, denn wir sind eine Runde weiter – und das war das einzige Ziel. Natürlich haben wir uns schwer getan, wobei es der Gegner auf diesem engen Kunstrasen sehr gut gemacht hat. Ich kann meiner Mannschaft lediglich vorwerfen, dass sie nicht das 3:1 erzielt hat. Man sieht, wie unberechenbar der Pokal ist. Für die nächste Runde wünsche ich mir vor allem ein Heimspiel – egal gegen wen."

Tore: 0:1 (23.) Ceylan, 1:1 (37.) A. Zimmermann, 1:2 (59.) Wehrle, 2:2 (72.) Steiert, 2:3 (92.) Plavci. Gelbe Karten: Fiand, A. Zimmermann, Steiert – Serpa, Bruno. Zuschauer: 320, Schiedsrichter: Luigi Satriano (Zell i.W.).

FC 08 Villingen: Demmer – Bruno, Ovuka, Niedermann, Serpa – Weißhaar (73. Haibt), Wehrle, Geng, Kaminski – Ceylan, Plavci.

Fan-Bus nach Spielberg

Die Fans des FC 08 Villingen setzen für das Auswärtsspiel am Samstag in Spielberg einen Fan-Bus ein. Dieser fährt am Samstag um 12.30 Uhr am Friedengrund ab. Es sind noch wenige Plätze frei. Wer mit will, kann sich bei Patrick Kienzler (Telefon 0172/1476860) anmelden.