Fußball-Oberliga: Die Erleichterung bei den Villinger Fans im Friedengrund war beim Schlusspfiff fast mit Händen zu greifen. Mit dem knappsten aller Ergebnisse hatte der FC 08 das südbadische Derby für sich entschieden, doch hatte der ersatzgeschwächte Freiburger FC eine durchaus gute Figur abgegeben. Der Sieg stand zwischenzeitlich absolut auf der Kippe. „Wenn man einige Stimmen vor der Partie hörte – da hatten wir schon 5:0 gewonnen, ehe es überhaupt losging“, monierte Nullacht-Trainer Jago Maric die hohe Erwartungshaltung einiger Zuschauer. So blieb am Ende vor allem die Erkenntnis, dass der Favorit aus Villingen drei Punkte holte, die ihn auf den 7. Oberliga-Platz katapultierten.

Lob: Während es im Verlauf der Partie zwischen den beiden Trainern Jago Maric und Ralf Eckert hoch herging, weil Eckert sich abfällig in Richtung eines Villinger Spielers geäußert hatte, hatten sich die Gemüter nach der Partie schnell beruhigt. Bei der Pressekonferenz lobte der FFC-Coach die „seit Jahren richtig gute Arbeit“ von Jago Maric und das Ambiente im Friedengrund: „Das ist schon toll, was hier gemacht wurde“, staunte Eckert über die Räumlichkeiten der VIP-Lounge. Der Aufstiegstrainer des FFC nahm auch seine Mannschaft gegen zwischenzeitlich im Freiburger Umfeld aufgekommenen Unmut in Schutz: „Ich hoffe, die Kritiker haben die Augen weit aufgemacht“, sagte Eckert und kam zum Schluss: „Ich habe immer noch geile Jungs.“

Überschaubarer Zuspruch: Der alternative Versuch der FC 08-Verantwortlichen, einige Oberliga-Spiele am Samstagabend anzuberaumen, erweist sich bislang nicht als Zuschauermagnet. Während man schon in der Begegnung gegen den VfB Stuttgart II mit mehr Besuchern geliebäugelt hatte, waren die offiziell 557 von Samstagabend doch eher überschaubar. Selbst am Mittwoch beim Zweitrunden-Pokalspiel gegen den Verbandsligisten SC Pfullendorf wollten sich mehr Fans die Begegnung anschauen als das samstägliche Oberliga-Derby gegen den alten Rivalen.

Verletztenliste: Mit einer weiteren ungewöhnlichen Anstoßzeit hat der FC 08 am nächsten Spieltag zu tun. Bereits am Freitagabend geht es zum FSV Bissingen, was den einen oder anderen berufstätigen Spieler vor Probleme stellen wird. Bissingen dürfte ohnehin eine hohe Hürde darstellen – noch mehr angesichts des Verletzungspechs, das den FC 08 zu Beginn dieser Saison ereilt hat. Neuestes Opfer: Damian Kaminski, der mit einer Oberschenkelzerrung wohl noch mindestens zwei Wochen zuschauen muss. Das nächste Comeback wird vermutlich Stjepan Geng geben, der nach seiner langwierigen Verletzung mit etwas Glück vielleicht schon am kommenden Wochenende wieder einige Minuten in der U 23 auflaufen kann. Das CT von Kapitän Benedikt Haibt brachte derweil keine neuen Erkenntnisse – seine Rückkehr ist noch offen. Nico Tadic wird im Verlauf des Oktobers zurückerwartet. Valentin Vochatzer wurde nach seinem Kreuzbandriss inzwischen operiert, wird aber noch monatelang fehlen. Insbesondere im Sturm stellen sich derweil einige Fragezeichen, wer an der Seite des inzwischen wohl gesetzten Volkan Bak aufläuft. Der eingewechselte Luca Crudo hatte am Samstag eine Riesenchance auf dem Fuß, traf aber nur den Pfosten. Möglicherweise wird sich Jago Maric auch am Freitag personell offensiv wieder aus der U 23 bedienen.

Souverän: Vier Punkte Rückstand hat der FC 08 Villingen derzeit auf den zweiten Platz, den die erstarkten Stuttgarter Kickers einnehmen. Ein anderes Team ist zwar aufgrund eines weniger ausgetragenen Spieles nur Vierter, gilt aber nach wie vor als Top-Favorit auf die Meisterschaft: Der VfB Stuttgart II ist insbesondere zu Hause eine Macht. Nachdem man in den vorigen Heimspielen den Gegnern aus Ilshofen beziehungsweise Rielasingen-Arlen jeweils sieben Gegentreffer einschenkte, war am Sonntag der SV Linx das „Opfer“: Mit einer 6:0-Packung wurden die Ortenauer nach Hause geschickt. Der VfB II könnte am Mittwoch beim Nachholspiel in Reutlingen mit einem Sieg auf den zweiten Tabellenplatz springen.