Fußball-Oberliga: Eine Woche nach dem beeindruckenden DFB-Pokal-Spiel gegen Fortuna Düsseldorf ist beim FC 08 Villingen eine gewisse Ernüchterung eingekehrt. Beim 0:3 beim SSV Reutlingen blieben die Nullachter hinter ihrem Leistungsvermögen zurück. Dabei drängen sich zwei Fragen auf: 1. Sind das die beinahe logischen Folgen des frühzeitigen Saisonhöhepunktes mit deutschlandweiter Aufmerksamkeit? 2. Welches Ausmaß hat das Verletzungspech der Nullachter?

Viel Arbeit: „Wir haben sehr viel Arbeit vor uns“, konstatierte Trainer Jago Maric nach der verdienten Niederlage an der Kreuzeiche. „Ich will nicht auf die Mannschaft draufhauen, aber Reutlingen ist keine Übermannschaft“, sagte der sportliche Leiter Arash Yahyaijan und fügte an: „Bis auf den gewohnt starken Dragan Ovuka haben wir auch kämpferisch nicht das Letzte abgerufen. Da sind alle in der Pflicht – egal ob Jung oder Alt, Neuzugang oder schon lange hier.“ In der ersten Hälfte hatte der wieder spielberechtigte Tobias Weißhaar die große Chance auf den Ausgleich. In Halbzeit zwei traf Keven Feger die Querlatte des Reutlinger Tores. Ansonsten war von der Nullacht-Offensive wenig zu sehen. Keiner der Beteiligten konnte bestreiten, dass die Zähler verdientermaßen beim Gastgeber blieben.

Momentaufnahme: Die Nullacht-Verantwortlichen warnen vor einer Panikmache, weil der FC 08 nun das Oberliga-Tabellenende ziert. Zum einen hat man eine Partie weniger als die Konkurrenz absolviert, zum anderen noch kein Heimspiel bestritten. Dennoch: Im Heimspiel gegen den Titelfavoriten VfB Stuttgart II am kommenden Samstag sei nun das komplette Team gefordert. „Wenn wir kämpferisch und spielerisch überzeugen, aber knapp verlieren, wird keiner den Spielern einen Strick daraus drehen“, so Yahyaijan. Immerhin: Jetzt hat die Mannschaft von Jago Maric eine Woche Zeit, die Akkus aufzuladen und sich von einer anderen Seite zu zeigen.

Verletzungspech: Mit den Verletzten ist gegen den VfB Stuttgart II wohl eher nicht zu rechnen. Der schmerzlich vermisste Benedikt Haibt soll bald wieder ins Lauftraining starten, dürfte aber vermutlich erst in Linx am 31. August wieder eine echte Option sein. Stjepan Geng soll in einer Woche wieder ins Training einsteigen – Sorgen bereitet dem FC 08 aber, dass er beim Laufen ein Stechen im Knie spürt. Nico Tadic dürfte nach seinem Kreuzbandriss vermutlich erst wieder Ende September zum Team stoßen. Immerhin: Leo Benz wird nach seiner Prellung in den nächsten Tagen wieder mittrainieren dürfen. Die Zeit bis zur VfB-Partie könnte aber dennoch zu knapp werden. Ob man noch einmal auf dem Transfermarkt nachlegt? Derzeit herrscht bei den Verantwortlichen die Haltung vor, dies nicht zu tun, sondern sukzessive den jungen Akteuren mehr Spielpraxis zu geben.

Später Anpfiff: Die Partie gegen den VfB Stuttgart II wird am Samstag erst um 18 Uhr angepfiffen. „Wir wollen in dieser Saison – unter anderem durch die zusätzliche Option des Flutlichts – ab und zu andere Anstoßzeiten testen“, erläutert Arash Yahyaijan. Je nach Resonanz soll dies dann wahlweise ausgebaut oder reduziert werden. Und natürlich sei auch ein Grund, dass man des Öfteren der Bundesliga-Konkurrenz aus dem Wege gehen wolle. Am kommenden Samstag ist die Bundesliga-Konkurrenz aber auch abends da: Um 18.30 Uhr empfängt Schalke die Münchener Bayern.

Attraktiver Gegner: Im ersten Heimspiel nach dem DFB-Pokal dürfte aber der attraktive Gegner für einige zusätzliche Zuschauer sorgen. Der VfB unterstrich am Sonntag mit einem 7:3 gegen Ilshofen seine Ambitionen. Mit dabei Spieler wie der zweifache Torschütze Jan Kliment, zuvor Stammspieler bei Bröndby Kopenhagen und fünffacher tschechischer Nationalspieler, oder Tanguy Coulibaly, den der VfB von Paris St. Germain verpflichtet hat.

Pokalspiel: Mittlerweile steht der Termin für das Zweitrunden-Spiel der Nullachter im südbadischen Verbandspokal fest. Die Villinger empfangen am Mittwoch, 18. September, um 19 Uhr im heimischen Stadion den Verbandsligisten SC Pfullendorf.