Es geht also doch noch. Die Wild Wings feierten am Freitagabend einen 2:1-Erfolg nach Verlängerung gegen den Tabellenzweiten Ice Tigers Nürnberg. Es war für das DEL-Schlusslicht zugleich der erste Heimsieg seit dem 9. Oktober.

Die Unterschiede hätten vor diesem Spiel größer kaum sein können: Auf der einen Seite die Wild Wings, die mit zwölf Niederlagen in den vergangenen 13 Spielen Woche für Woche Enttäuschungen verdauen mussten. Auf der anderen Seite die Mannschaft der Stunde in der Deutschen Eishockey-Liga. Mit acht Siegen in Serie und einer gewaltigen Portion Selbstbewusstsein reisten die Nürnberger in den Schwarzwald. Es war kaum verwunderlich, dass die Schwenninger zu Spielbeginn nervös und verunsichert wirkten. Die Ice Tigers nutzten dies eiskalt. Philippe Dupuis und Andrew Kozek standen in der 6. Spielminute fast mutterseelenallein vor dem Gehäuse von SERC-Torhüter Dustin Strahlmeier. Dupuis passte, Kozek zog ab – 0:1.

Nach diesem Rückstand wurden die Wild Wings stärker. Die 3166 Zuschauer in der Helios-Arena durften hoffen. Allerdings mangelte es beim Team von Trainer Pat Cortina - wie schon in den vergangenen Wochen - an der Chancenverwertung. Möglichkeiten waren da. Doch den Puck brachten die Schwenninger nicht an Nürnbergs Torhüter Jochen Reimer vorbei.

Auch im zweiten Drittel waren die Wild Wings (noch) zu harmlos. Nur wenige präzise Pässe und kaum Gefahr vor dem Nürnberger Tor. Der Tabellenzweite aus Franken hatte dagegen einige hochkarätige Chancen. Einmal zappelte der Puck sogar im Schwenninger Netz. Doch der Treffer wurde annulliert, da Steven Reinprecht die Scheibe mit dem Schlittschuh über die Torlinie beförderte.

Viele Zuschauer stellten sich nach dem zweiten Drittel die Frage: Sind die Wild Wings derzeit so schwach oder lassen die starken Nürnberger einfach nicht mehr zu? Vielleicht liegt die Wahrheit in der Mitte. Durch den knappen Rückstand durfte das Liga-Schlusslicht zumindest noch hoffen, dass im letzten Drittel die Wende gelingt.

Die Wild Wings konnten zwar zu Beginn des Schlussdrittels auch ihr drittes Überzahlspiel nicht nutzen. Doch kurz darauf verhinderten sie bei einer doppelten Überzahl der Nürnberger zwischen der 46. und 48. Minute das vorentscheidende 0:2. Eine Leistung, die offensichtlich für neuen Mut sorgte. Nun wirkten die Schwenninger wieder bissiger und zielstrebiger. Das wurde belohnt. In der 53. Minute schlugen sie erstmals zu. Will Acton traf auf Zuspiel von Uli Maurer zum 1:1. Es folgte zwar ebenfalls den Videobeweis. Doch die Schiedsrichter gaben den Treffer.

In den folgenden sieben Minuten hatten beide Teams noch einige Chancen, jedoch ohne Erfolg. In der fünfminutigen Verlängerung waren Nur noch wenige Sekunden zu spielen, dann kam der große Auftritt von Stefano Giliati. Nach Pass von Acton erzielte der flinke Italo-Kanadier das 2:1. Sieben Sekunden später war Schluss. Die Zuschauer in der Helios-Arena waren aus dem Häuschen.

Am Sonntag, 14 Uhr, spielt Schwenningen bei den Krefeld Pinguinen. Dort wollen die Wild Wings den nächsten Schritt weg vom Tabellenende machen.