Eishockey: Paul Thompson wirkt in diesen Tagen angespannt wie selten seit seinem Amtsbeginn in Schwenningen vor einem Jahr. Wen wundert‘s, denn auch dem Briten ist klar, dass seine Mannschaft dringender denn je Erfolgserlebnisse braucht. Ansonsten könnte Thompson als Wild Wings-Trainer schon bald Geschichte sein. Umso wichtiger ist das bevorstehende Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters am Freitag (19.30 Uhr).

Seit der Wolfsburg-Pleite am vergangenen Sonntag wurde viel gesprochen bei den Wild Wings. Der Trainer mit der Mannschaft, die Spieler untereinander und das Team mit dem Sportmanager. Thompson betont, dass er „zu 100 Prozent hinter der Mannschaft steht“, und ist auch überzeugt, dass die Mannschaft zu 100 Prozent zu ihm hält. Angreifer Alex Weiß bestätigt die Worte seines Chefcoachs: „In unserer internen Sitzung hat sich gezeigt, dass jeder Spieler hinter dem Trainer und dem System steht.“

Thompson und Weiß ist aber auch klar, dass am Freitag Bekenntnisse und Aussprachen nicht zählen werden. Entscheidend ist einzig und allein das Ergebnis. Ein Heimsieg ist Pflicht. Da gibt es kein Wenn und kein Aber. Für Weiß wären sogar zwei Punkte „enttäuschend“. Auch Thompson dürfte das zu wenig sein: „Wir wissen um die Wichtigkeit der bevorstehenden Spiele gegen Iserlohn und Düsseldorf. Wir wissen auch, dass wir die Fans, die uns zuhause und auswärts unterstützen, begeistern müssen. Sie zahlen viel Geld“, so Thompson.

Zumindest das erste Duell in dieser Saison mit den Iserlohnern macht Mut. Ein einziges Mal kehrten die Schwenninger auf ihren bisherigen Auswärtsreisen mit Punkten im Gepäck nach Hause. Dies war durch den 4:1-Erfolg bei den Roosters. Nun müssen die Sauerländer auch zu Hause bezwungen werden. Im Gegensatz zu den Wild Wings wird das Team von Coach Jason O‘Leary mit breiter Brust die Helios-Arena betreten. Am Dienstag gewannen sie beim deutschen Meister Adler Mannheim ein verrücktes Spiel trotz 3:5-Rückstand nach dem zweiten Drittel noch mit 7:5. Eine echte Ansage.

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Personell gibt es bei den Wild Wings nur wenige Veränderungen: Angreifer Marcel Kurth wird aufgrund seiner Verletzung (Schulter- und Schlüsselbeinprellung) am Wochenende ausfallen. Bei Dominik Bohac ist die alte Verletzung wieder aufgebrochen. Sein Einsatz ist noch ungewiss. Kai Herpich, der zuletzt zuschauen musste, kehrt wieder ins Team zurück. Wer gegen Iserlohn im Tor stehen wird, wollen die Trainer erst am Donnerstag entscheiden. Zum neunten Heimspiel der Saison erwarten die Wild Wings laut Interims-Pressesprecher Hendrik Kolbert „3000 bis 3500 Zuschauer“.

Am Sonntag (17 Uhr) geht es für die Schwenninger zur Düsseldorfer EG. Das Team von Trainer Harold Kreis entführte beim ersten Vergleich mit den Wild Wings zwei Punkte aus dem Schwarzwald. Die DEG befindet sich nach einem Sechs-Punkte-Wochenende im Aufwind. Allerdings ist das Eis im ISS Dome kein ungeliebtes Terrain für die Schwenninger. Von den vergangenen fünf Auswärtspartien gegen Düsseldorf gewannen sie vier.

Fantalk

Am Mittwoch, 13. November, gibt in der Schwenninger Stadiongaststätte Eisbär einen Fan-Talk mit den Verantwortlichen der Wild Wings. Sportmanager Jürgen Rumrich und Geschäftsführer Christoph Sandner stellen sich den Fragen der SERC-Anhänger. Der Fan-Talk beginnt um 19.30 Uhr