Tennis: Fünf Sätze, 22:23 Spiele und 151:152 Punkte – knapper hätte die Partie zwischen Dominik Koepfer und Norbert Gombos nicht sein können. Bei brütender Hitze kämpften die beiden über dreieinhalb Stunden um das Ticket für das Grand Slam-Turnier in Wimbledon. Am Ende verlor der Furtwanger gegen den Slowaken mit 5:7 im fünften Satz und verpasste hauchdünne die Teilnahme am größten Tennisturnier der Welt.

Dass Koepfer lediglich zwei Wochen Turnier-Erfahrung auf Rasen hat und zuvor noch nie ein offizielles Spiel über fünf Sätze bestritt, unterstreicht die bärenstarke Leistung des Schwarzwälders. Dies war für den 24-Jährigen allerdings nur ein geringer Trost. „Dominik war tief traurig und schwer enttäuscht“, berichtet sein Vater Thomas Koepfer, der vor Ort in London die Qualifikationsspiele seines Sohnes verfolgte. Doch auch Thomas Koepfer wusste, dass sein Sohn darauf stolz sein konnte, was er in den Tagen auf dem Londoner Rasen geleistet hatte. Es wäre die erste Gland Slam-Teilnahme für den Furtwanger gewesen, verbunden mit einer Prämie von knapp 45.000 Euro. Doch es fehlte „das Quäntchen Glück“, wie es sein Vater treffend ausdrückte.

Während Norbert Gombos am Freitag gespannt die Wimbledon-Auslosung verfolgen konnte und nun auf die Nummer acht der Weltrangliste, den Australier Kevin Anderson, trifft, saß Koepfer schon wieder im Flugzeug in Richtung USA. Seit 2016 wohnt der 24-jährige Tennis-Profi in Tampa (Florida). Zuvor hat er erfolgreich in New Orleans ein BWL-Studium abgeschlossen.

Der Weg des Furtwangers zeigt trotz der unglücklichen Niederlage steil nach oben. In den vergangenen zwölf Monaten machte er rund 100 Plätze in der Weltrangliste gut und steht aktuell auf Position 239. Seine jüngsten Ergebnisse in London werden Koepfer noch weitere wichtige Zähler einbringen. Der Weg unter die besten 200 der Welt ist nicht mehr weit. „Das ist auch sein klares Ziel. Immerhin ist Dominik erst seit eineinhalb Jahren Tennis-Profi“, sagt sein Vater.

In Nordamerika warten auf den Furtwanger nun zwei Challenger-Turniere. Danach kehrt er für kurze Zeit in den Schwarzwald zurück und wird in der 2. Bundesliga für den TC Wolfsberg Pforzheim aufschlagen.

Nach ein, zwei Turnieren in Europa startet der 24-Jährige den nächsten Angriff in Richtung Grand Slam-Teilnahme. Über die Qualifikation will er es Ende August ins Hauptfeld bei den US Open schaffen. So bitter die Erfahrung in London wahr, sie wird dem Furtwanger in New York sicherlich weiterhelfen. Auf Koepfers steilem Weg nach oben dürfte es auch bis zur Grand Slam-Premiere nicht mehr weit sein.