Fußball-Oberliga: FC 08 Villingens Trainer Jago Maric schrie seine Freude beim Schlusspfiff laut heraus. Verständlich: Mit 1:0 hatte seine Mannschaft auf dem schwierigen Geläuf in Ilshofen gewonnen – ein „Acker“, wie es Maric formulierte. Somit feierten die Nullachter nach zwei Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis. Bei zwei Punkten Rückstand auf die Stuttgarter Top-Favoriten schob man sich zudem wieder auf Rang 4 vor. Der Sieg war auch deshalb wichtig, weil auf dem tiefen, unebenen Platz weniger spielerische als vielmehr kämpferische Qualitäten gefragt waren. Der Untergrund sei somit den Gastgebern eigentlich mehr entgegengekommen, meinte der Nullacht-Trainer.

Zufriedenheit: Ein „Großes Lob an die Mannschaft“, spendete auch der Sportliche Leiter des FC 08, Arash Yahyaijan. Man habe den Kampf angenommen und „hochverdient gewonnen“. Allerdings, so schränkte Yahyaijan ein, habe es mehrerer guter Paraden von Torhüter Andrea Hoxha bedurft. Außerdem kam das goldene Tor von Volkan Bak eher glücklich zustande, indem die Ilshofener im eigenen Strafraum eine Slapstick-Einlage fabrizierten: Yahyaijan: „Die Partie kann auch 3:3 oder 4:0 für uns ausgehen.“ Beeindruckt zeigte sich der Sportliche Leiter davon, dass die junge Offensive der Nullachter aus Bak, Kamran Yahyaijan und Flamur Berisha ihr kleines Tief überwunden habe. „Das sind richtig gute Jungs.“ Diese bekamen den Vorzug gegenüber älteren Spielern wie Steven Ukoh, der erst in der 86. Minute eingewechselt wurde, Damian Kaminski, der in der 90. Minute kam, oder Stjepan Geng, der in der 94. Minute eigentlich nur noch den Abpfiff begleiten konnte. Maric ließ aber keinen Zweifel daran, dass sich das auch wieder ändern könne.

Junger Schnitt: Gerade mal 23,6 Jahre alt war die Villinger Mannschaft am Samstag im Durchschnitt – so hat es Arash Yahyaijan ausgerechnet. „Das ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir junge Spieler zu entwickeln versuchen.“ Und dass diese auch unter einem gewissen Druck „funktionieren“. Ein weiterer Punkt, der für das Maric-Team spreche: „Wir haben eine Super-Stimmung im Team, das ist ein Erfolgsgarant.“ Der ganze Kader sei nun heiß darauf, am Samstag beim Derby auf dem Kunstrasen des 1. FC Rielasingen-Arlen nachzulegen. Yahyaijan erwartet eine heiß umkämpfte Begegnung: „Wenn wir da gewinnen sollten, machen wir eine ausgezeichnete Werbung für das anschließende Spitzenspiel gegen Göppingen, mit dem das Fußballjahr für uns endet.“

Glücksbringer: Die Unterbrechung der Villinger Siegesserie durch das 1:3 in Nöttingen und das 0:1 gegen Oberachern hatte der eine oder andere im FC 08-Vorstand scherzhaft auf die Abwesenheit des Sportlichen Leiters Arash Yahyaijan geschoben. Der hatte nämlich die beiden verloren gegangenen Partien aufgrund einer Schottland-Reise verpasst. In Ilshofen war er nun wieder mit dabei, prompt stellte sich das Erfolgserlebnis ein. Am Samstag, so Yahyaijan grinsend, werde er in Rielasingen definitiv vor Ort sein.

Peters kommt zurück: Gegen Rielasingen-Arlen steht auch wieder Defensiv-Routinier Patrick Peters zur Verfügung, der aufgrund seiner Muskelverhärtung am Samstag pausieren musste. Er befindet sich seit Montag wieder im Training. Die Langzeitverletzten Benedikt Haibt und Nico Tadic trainieren ebenfalls wieder mit, werden aber vermutlich vor der Winterpause nicht mehr für den FC 08 auflaufen. „Wir legen mehr Wert darauf, dass sie die komplette Vorbereitung mitmachen“, so Jago Maric. Diesbezüglich sieht es auch bei Mauro Chiurazzi gut aus, sodass dann mit Valentin Vochatzer nur noch ein einziger Akteur längerfristig nicht zur Verfügung stehen würde.

Qualität setzt sich durch: Was zu Beginn der Saison bereits prognostiziert wurde, scheint nun einzutreten: Die beiden Stuttgarter Vereine haben punktgleich die Tabellenführung übernommen. Die Kickers setzten sich mit 3:0 gegen Neckarsulm durch und weisen somit ebenso 31 Zähler auf wie die Reserve des VfB Stuttgart, die dem neuen Freiberger Trainer (und Ex-Nullachter) Milo Pilipovic beim 6:2 das Debüt kräftig vermasselte. In Schlagdistanz folgt schon der FC 08 gemeinsam mit dem 1. Göppinger SV, der in Bissingen mit 0:3 die Segel streichen musste. Mannschaft der Stunde bleibt indes der Freiburger FC: Seit dem Rücktritt von Trainer Ralf Eckert Ende September haben die „Rotjacken“ unter dem neuen Coach Joschua Moser-Fendel beeindruckende 20 Punkte aus acht Spielen geholt und auch beim SV Sandhausen II mit 1:0 gewonnen. Verdienter Lohn: Platz acht, gerade mal fünf Zähler hinter der Tabellenspitze. Am Samstag kommen übrigens die Stuttgarter Kickers ins Stadion am Freiburger Dietenbach.