Fußball-Landesliga: Nach nur einem Absteiger in der vergangenen Saison (FC Gutmadingen) müssen nach Abschluss der Saison 2017/18 mit der DJK Villingen und dem SV Obereschach gleich zwei Schwarzwälder Vertreter die Landesliga verlassen. Mit dem FC 08 Villingen II hat eines der sieben Schwarzwald-Teams die Chance, sich in den Aufstiegsspielen für die Verbandsliga zu qualifizieren. Der SÜDKURIER bilanziert die Tops und Flops der Schwarzwälder Mannschaften.

FC 08 Villingen II

  • Tops: Die Mannschaft hat mit Rang zwei die beste Saisonplatzierung seit dem Aufstieg 2012 erreicht. Die Villinger belegen seit dem 17. Spieltag den zweiten Platz und standen nie schlechter als auf Rang fünf. Unter Trainer Marcel Yahyaijan hat sich die Mannschaft in allen Bereichen entwickelt. Viele junge Spieler nutzten die Chance, sich für höhere Aufgaben anzubieten. Selbst als der Coach zwischenzeitlich gezwungen war auf A-Jugendspieler setzen müssen, erfüllten diese die Aufgaben. Mit Fabio Chiurazzi hat die Elf einen echten Knipser.
  • Flops: Obwohl die Villinger nur einmal, am 16. Spieltag, auf Platz eins standen, wären Meisterschaft und direkter Verbandsliga-Aufstieg möglich gewesen. Doch als Konkurrent Pfullendorf etwas schwächelte, nutzten dies die Nullachter nicht. Die vielen personellen Wechsel, die in zweiten Mannschaften allerdings üblich sind, führten manchmal zu etwas Rhythmusverlust. Mit acht Platzverweisen bewegt sich die Elf in der Fairplay-Tabelle nur im zweistelligen Tabellenbereich.
  • Fazit: Die Aufgabe als Ausbildungsmannschaft wurde erfüllt. Junge Spieler haben sich angeboten, von Verletzungen zurückgekehrte Akteure aus dem Oberliga-Kader nutzten Einsätze in der Landesliga, um Spielpraxis zu sammeln. Jetzt geht die Saison mit den Aufstiegsspielen zur Verbandsliga in die Verlängerung. Sollte Yahyaijan die personell besten Möglichkeiten haben, sind die Chancen gut. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir schon vor der Saison einige Umstrukturierungen angeschoben haben. Spieler wie Volkan Bak, Tijan Jallow oder Pietro Morreale haben ihre Chancen genutzt“, sagt Yahyaijan. Für die neue Saison wird er Laurent Sterling. Nico Effinger, Kaiwan Schulze und Batuhan Bak aus der Jugend übernehmen. Die Aufstiegsrunde ist für Yahyaijan ein Bonus: „ Gelingt der Aufstieg nicht, wäre es kein Beinbruch.“

FC Schonach

  • Tops: Der FC Schonach hat die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte gespielt und damit die bereits sehr erfolgreiche Saison 2016/17 mit Platz acht und dem Halbfinaleinzug im Landespokal nochmals getoppt. Die Mannschaft hat im zweiten Landesliga-Jahr einen weiteren großen Entwicklungsschritt vollzogen. Trainer Enrique Blanco hat in seinen vier Jahren in Schonach nahezu das Maximum aus den Möglichkeiten herausgeholt. Da auch die zweite Mannschaft den Klassenerhalt in der Kreisliga A geschafft hat, sollte auch unter dem neuen Trainer Alex Fischinger der Entwicklungsprozess anhalten. „Wir haben uns im Spiel mit und gegen den Ball deutlich verbessert. Wir haben nicht mehr die Hektik in den Aktionen“, betont Blanco. Der Zuschauerschnitt wurde zudem deutlich auf über 200 gesteigert.
  • Flops: Es gibt kaum welche. Vielleicht die 1:6-Heimpleite gegen die DJK Donaueschingen oder die sechs Platzverweise, mit denen sich die Mannschaft oft selbst schwächte.
  • Fazit: Schonach ist im zweiten Landesliga-Jahr weit oben angekommen. Nun zeichnet sich ein Umbruch ab, da viele Stammspieler den Verein verlassen. Vor diesem Hintergrund wird es fast unmöglich sein, die vergangenen zwei Spielzeiten nochmals zu überbieten. Eine solide Mittelfeldplatzierung, fernab aller Abstiegsängste, würde im Skidorf sicherlich für zuversichtliche Gesichter sorgen. Schonach stand unter Blanco immer für attraktiven Fußball. Wird dieses Level einigermaßen gehalten, sollte die Mannschaft weiterhin eine Bereicherung der Liga darstellen. Die größte Aufgabe wird es sein, den Aderlass im Angriff zu kompensieren. Das Duo German und Passarella hat 54 der 79 Tore erzielt. Hier gilt es adäquaten Ersatz zu finden.

FC Furtwangen

  • Tops: Nach nur 40 Punkten in der vergangenen Saison hat Furtwangen diese Marke diesmal schon frühzeitig geknackt. Die erreichten 54 Punkte dürfen sich sehen lassen. Platz fünf war nach der Winterpause das große Ziel und wurde auch erreicht. Zudem erzielte die Elf von Spielertrainer Markus Knackmuß deutlich mehr Tore als in der Saison davor und kassierte ebenso deutlich weniger Gegentreffer. Zwischenzeitlich blieb die Elf in elf Spielen in Folge ungeschlagen und feierte dabei neun Siege in Serie. Neuverpflichtungen, allen voran die Holzapfel-Brüder, haben gepasst. Youngster wie Tim Geiger oder Felix Ganter haben dem Trainer gezeigt, dass er auf sie bauen kann. „Es wird auch künftig das Ziel sein, junge Spieler aus unteren Ligen zu gewinnen und diese auszubilden“, sagte Knackmuß. Der Trainer lobt zudem den Teamgeist und die mannschaftliche Geschlossenheit. Furtwangen erreichte zudem Platz zwei in der Fairplay-Wertung.
  • Flops: Furtwangen verpatzte den Saisonstart komplett und rutschte da auf einen Abstiegsplatz ab. In den ersten Partien fehlten zehn bis zwölf Spieler. Es setzte einige Niederlagen.
  • Fazit: Der FC Furtwangen spielt seit 2010 wieder in der Landesliga und hat nur zweimal einen einstelligen Tabellenplatz verfehlt. Das allein zeigt, dass die Bregtäler in der Liga zu einer festen Größe geworden sind. Trainer Knackmuß kann zuversichtlich seine dritte Saison im Bregtal vorbereiten. Allerdings wiegen die Abgänge von Ambs und Willmann schwer, wobei Willmann als Linksfuß nicht so einfach zu ersetzen sein wird.

DJK Donaueschingen

  • Tops: Die DJK Donaueschingen hat erneut eine klasse Saison gespielt. 99 Tore in 30 Partien unterstreichen die großen offensiven Qualitäten. Oft lieferte die Elf ein wahres Spektakel ab. Vor allem in der Rückrunde, als auch der Fitnesszustand stimmte, zeigte die DJK starke Vorstellungen. Der Trainerwechsel im Winter von Christian Leda zu Olaf Kurth verlief völlig reibungslos. „Viele Spieler haben einen Schritt nach vorne gemacht. Es war teilweise beeindruckend, der Mannschaft zuzuschauen“, bilanziert Kurth.
  • Flops: Platz drei und 65 Punkte aus der vergangenen Saison hat die DJK nicht wiederholt. Der Hauptgrund dafür war der schwache Saisonstart. Am fünften Spieltag war Donaueschingen sogar Tabellenletzter. Da zeigte sich, dass ohne Ideengeber und Lenker, von denen einige beruflich im Ausland weilten, das Spiel der DJK leicht auszurechnen ist. Ohne diese Flaute wäre zumindest Rang drei wieder möglich gewesen. 63 Gegentreffer in 30 Spielen sind deutlich zu viel.
  • Fazit: Die DJK hat auch im dritten Jahr nach dem Aufstieg gezeigt, dass sie in die Liga gehört. Die Perspektiven sind ausgezeichnet, zumal auch die zweite Mannschaft in der Bezirksliga eine erfolgreiche Saison gespielt hat. In der aktuellen Konstellation können die Baaremer noch locker drei, vier Jahre zusammenspielen. Spieler wie Heitzmann, Erndle oder Schorpp sind im besten Fußballalter. Weitere noch jüngere Akteure drängen nach. Der neue Trainer Tim Heine findet eine Mannschaft vor, die durchaus ganz vorne mitmischen kann. „Wir haben viel gelernt. Noch einmal so eine Vorrunde wie im Herbst 2017 wird es nicht geben. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Tim. Wir können bei der DJK noch sehr viel bewegen“, sagt Kurth, der wieder als Co-Trainer arbeiten wird.

FC Löffingen

  • Tops: Die Löffinger haben gegen besser platzierte Teams oft gut mitgehalten. Die offensiv starke Elf erspielte sich immer viele Torchancen. Dominik Osek zeigte einmal mehr, dass er zu den besten Torhütern der Liga gehört. Junge Spieler wie Marco Kopp oder Kevin Hoheisel haben einen Schritt nach vorne gemacht. „Die Mannschaft bleibt weitestgehend zusammen und hat die Qualität, in der Liga eine gute Rolle zu spielen. Etwas personelle Auffrischung würde jedoch gut tun“, sagt der scheidende Trainer Tim Heine. Bei nur drei Platzverweisen zählen die Löffinger zu den fairsten Teams der Liga.
  • Flops: In der Saison 2015/16 noch Vizemeister, ging es für Löffingen über Platz acht nun auf Rang zehn. Schon seit Wochen zeichnete sich dieser zweistellige Saisonabschluss ab. „Bei uns war zu zeitig die Luft raus. Platz zehn war nur das Minimalziel. Wenn ich an unser Chancenverhältnis denke, stimmten zu oft Ertrag und Aufwand nicht“, sagt Heine.
  • Fazit: Der FC Löffingen hat in den vergangenen zwei Spielzeiten einen kleinen Abwärtstrend hinter sich. Damit verbindet sich für den neuen Trainer Uli Bärmann, der vom Bezirksligisten FC Dauchingen kommt, die Aufgabe, Löffingen wieder zu stabilisieren. Auswärts (zwei Saisonsiege) muss die Elf wieder mehr punkten. Mit dem einen oder anderen Neuzugang wäre es wichtig, wieder mehr Konkurrenzdruck auf gestandene Akteure auszuüben.

DJK Villingen

  • Tops: Die DJK hat bis zum letzten Spieltag um den Klassenerhalt gekämpft. Die Trainingsbeteiligung war meist sehr gut. „Größtenteils haben alle immer mitgezogen und alles probiert, um den Verein in der Liga zu halten“, sagt Trainer Jan Hirsch, der im Herbst das Amt von Ralf Hellmer übernommen hatte und als langjähriger Spieler der DJK eine große Verbundenheit zum Verein hat. Einige jüngere Spieler zeigten, dass der Verein künftig auf sie bauen kann. „Wir waren in vielen Begegnungen nicht schlechter als die Gegner, doch die individuellen Fehler machten den Unterschied“, so Hirsch.
  • Flops: Die Saison endete mit dem Abstieg. Nur einmal kam die DJK in der Runde über Platz zwölf hinaus. Der letzte Sieg gelang am 14. April gegen Überlingen. Danach gab es nur noch drei Punkteteilungen. Zu oft musste Trainer Hirsch aus mannigfaltigen Gründen die Mannschaft umstellen. Der Rhythmus ging verloren. Auswärts gelang in 15 Versuchen kein „Dreier“. Einige Spieler hatten sich bereits frühzeitig mit einem Abschied im Sommer beschäftigt und waren in der entscheidenden Phase gedanklich nicht ganz dabei.
  • Fazit: In der vergangenen Saison gelang den Villingern mit einem starken Schlussspurt noch der Klassenerhalt. Diesmal reichte es nicht. Nach 2012 muss die DJK erneut absteigen. Nun gilt es, eine neue Mannschaft aufzubauen, die wieder an die Tür zur Landesliga anklopfen kann. „Wir müssen nicht gleich im ersten Bezirksliga-Jahr wieder aufsteigen. Wir planen für zwei Jahre“, sagt Spielausschussvorsitzender Hartmut Siegle. Mit Wolfgang Heinig wurde ein neuer Trainer gefunden. Mit Blick auf die gute Jugendarbeit und die zweiten Mannschaft, die immerhin Vizemeister in der Kreisliga A wurde, sollte ein Pool von Spielern vorhanden sein, um etwas aufzubauen. „Vielleicht ist die Bezirksliga sogar die etwas einfachere Plattform, um die Youngster heranzuführen. Der Umbruch musste kommen, um die DJK wieder fit zu machen“, ergänzt Hirsch, der nun wieder im Jugendbereich arbeiten wird.

SV Obereschach

  • Tops: Der SV Obereschach war mit viel Euphorie in die erste Landesliga-Saison gestartet. Viele neue Gegner, Reiseziele und Stadien lockten. Für nahezu alle Spieler war es ein Erlebnis. Die Hoffnung besteht, dass die gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen sich in den kommenden Jahren auszahlen.
  • Flops: Der Aufsteiger hat den Klassenerhalt deutlich verpasst. Viele Punkte wurden vor allem in der ersten Saisonhälfte in den letzten Spielminuten abgegeben. Der nach dem Rücktritt des Aufstiegstrainers Mario Bibic erhoffte neue Schwung blieb aus. Letztmals gelang am 7. April gegen die DJK Villingen ein Punktgewinn. Danach folgten teils heftige Niederlagen, die sich auch in einer dreistelligen Zahl an Gegentreffern niederschlagen. Magere 15 Punkte aus 30 Partien zeigen deutlich auf, wie chancenlos die Obereschacher waren. Hinzu kommt der letzte Rang in der Fairplay-Wertung mit zehn Platzverweisen.
  • Fazit: Beim SV Obereschach wurde schnell deutlich, dass es für die Landesliga sportlich nicht reicht. „Als kleiner Dorfverein hast du da fast keine Chance, es sei denn, du nimmst viel Geld in die Hand. Das hatten wir von vornherein ausgeschlossen“, sagt Alexander Lees vom Trainer-Team und fügt an: „Wir sind jetzt wieder in der Bezirksliga, wo wir sportlich auch eher hingehören. Wir haben das eine Jahr Landesliga gern mitgenommen, doch viel wichtiger wird es sein, in der Bezirksliga wieder eine gute Rolle zu spielen.“ Den großen personellen Umbruch wird es nicht geben. Neuer Trainer wird Jürgen Fischer.