Skifahren: (jsi) Seit David Ketterer, der aus Hochemmingen stammt, in Colorado (USA) Maschinenbau studiert, läuft es für den Skifahrer sportlich wie am Schnürchen. Im kanadischen „Mont-Saint-Marie“-Ressort in der Nähe von Quebec gewann der 23-jährige Rennläufer des SSC Schwenningen die letzten beiden Slalom-Rennen der NorAm-Cup-Series. Der Wettbewerb ist mit dem Europacup zu vergleichen. Im zweiten Slalom-Wettkampf siegte Ketterer mit 1,09 Sekunden Vorsprung auf US-Fahrer AJ Ginnis. Auch am Vortag, beim ersten Quebec-Start, lag der Schwarzwälder nach beiden Läufen vor seinem Konkurrenten aus Kanada, Trevor Philip, und durfte über Platz eins jubeln.

Die Slalom-Meisterschaft gewann Ketterer mit dem größten Vorsprung seit Juniorenweltmeister Chip Knight im Jahre 2002. Mit 620 Zählern lag der Hochemminger am Ende klar vor dem Zweitplatzierten Phil Brown (345 Punkte). In der Gesamtwertung der NorAm-Series, zu der auch die Wettbewerbe in der Abfahrt und im Super-Ski zählen, landete der Student auf Rang fünf. Was die FIS-Weltrangliste der Saison 2016/17 betrifft, findet sich Ketterer um Position 30 herum wieder.

In insgesamt acht Slalom-Rennen der NorAm-Series stand Ketterer gleich fünfmal ganz oben auf dem Siegertreppchen. „Das ist natürlich ein überragendes Gefühl. Durch diese Erfolge habe ich zum ersten Mal eine Meisterschaft gewonnen“, kommentierte das Schwarzwälder Ski-Ass seine starken Leistungen.

Durch den nordamerikanischen Slalom-Titel hat Ketterer in der nächsten Saison einen Startplatz im FIS-Ski-Weltcup sicher. Bereits in diesem Winter war der Hochemminger bei zwei Weltcup-Slaloms am Start. Beim Rennen am 22. Januar in Kitzbühel (Österreich) verpasste er die Qualifikation. Zwei Tage später fiel das Talent in Schladming, ebenfalls Österreich, bereits nach wenigen Toren aus.

Nach Platz vier bei der Junioren-Weltmeisterschaft vor drei Jahren im slowakischen Jasna musste Ketterer einen herben Rückschlag hinnehmen und seine Karriere geriet ins Stocken. Eine Denguefieberinfektion setzte ihn fast ein Jahr außer Gefecht. Auch durch seinen dritten Platz bei den alpinen Deutschen Meisterschaften Anfang April vergangenen Jahres am Feldberg kämpfte sich David Ketterer wieder zurück in den Ski-Zirkus.