Ski alpin: Über Weihnachten hatte David Ketterer nur zweieinhalb Tage Pause, um in Hochemmingen im Kreise seiner Familie zu feiern. „Das war sehr schön, und es war auch einiges los“, erzählt der 25-Jährige, der mittlerweile in München lebt. Dann ging es wieder auf die Bretter. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag war Training angesagt, dreimal in Oberjoch und zweimal in Garmisch. Gestern ging es für drei Tage nach Österreich, denn die Slalom-Spezialisten müssen sich gründlich vorbereiten. Schließlich stehen im Januar fünf Rennen in kurzer Folge auf dem Programm: am Sonntag in Zagreb, am 13. Januar in Adelboden, am 20. Januar in Wengen, eine Woche später in Kitzbühel und am 29. Januar in Schladming. Lauter Hochkaräter im alpinen Weltcup-Kalender. „Das ist für uns der Saisonhöhepunkt“, freut sich Ketterer auf diese Herausforderungen.

Der 25-Jährige geht mit einem guten Gefühl in die bevorstehenden Rennen. Der 18. Platz, den er am 20. Dezember beim Weltcup-Slalom in Saalbach-Hinterglemm belegte, gibt ihm Sicherheit und Selbstvertrauen. Immerhin war Ketterer bei diesem Rennen der erfolgreichste deutsche Starter und erzielte sein bislang bestes Weltcup-Resultat. Da ließ es sich leicht verschmerzen, dass er beim anschließenden Wettbewerb in Madonna di Campiglio das Finale verpasste und Platz 59 belegte.

Im vergangenen Winter hatte Ketterer seine erste Weltcup-Saison im Team des deutschen Skiverbandes bestritten und sein Debüt am 27. Januar 2017 am Ganslernhang in Kitzbühel gefeiert. Die ersten Weltcuppunkte gewann er am 10. Dezember 2017 mit Platz 26 im Slalom von Val d’Isère. Ketterers erster Weltcup-Winter war geprägt von etlichen starken ersten Durchgängen, denen im Finale des Öfteren das vorzeitige Aus folgte. Der Schwarzwälder hat aus diesen Fehlern gelernt und dosiert das Risiko. „Ich fahre mittlerweile an manchen Stellen taktischer“, sagt Ketterer.

Obwohl nach Rang 18 in Saalbach auch im Umfeld die Erwartungen gestiegen sind, will sich Ketterer nicht unnötig unter Druck setzen. „Ich werde auch weiterhin nicht nur auf das Ergebnis schielen, sondern in jedem Rennen versuchen, meine beste Leistung abzurufen.“ Dann, so ist er überzeugt, stellen sich die guten Ergebnisse von selbst ein. In den kommenden Rennen will Ketterer nicht nur möglichst viele Weltcup-Punkte einfahren, sondern sich auch für die alpine Ski-Weltmeisterschaft qualifizieren, die vom 5. bis 17. Februar in Are/Schweden ausgetragen wird. „Die WM ist für mich immer ein Ziel“, sagt der Hochemminger.

Kurz vor Beginn der Weltcup-Saison hatte Ketterer noch offengelassen, ob er auch im Riesenslalom starten werde. Dieses Thema hat sich inzwischen erledigt. „Ich werde mich zunächst zu 100 Prozent auf den Slalom konzentrieren. „Erst wenn ich mich in dieser Disziplin auf Dauer durchsetze, kann ich den Blick auf die andere richten.“