Zwei Tage nach dem 5:1-Sieg in Bremerhaven mussten die Wild Wings erneut einen Rückschlag hinnehmen. Die Schwenninger unterlagen vor 3208 Zuschauern gegen die Grizzlys Wolfsburg mit 3:4 (2:1, 1:2, 0:1) und sind nun Schlusslicht der Deutschen Eishockey Liga.

Der Auswärtserfolg am Freitagabend beim DEL-Neuling hatte auch psychologisch seine Wirkung nicht verfehlt. Beim Spiel gegen Wolfsburg betraten die Wild Wings das Eis, wie eine Heimmannschaft auftreten sollte: mit breiter Brust, selbstbewusst und aggressiv. Auch wenn die Gäste durch Jeffrey Likens die erste dicke Chance (5.) hatten, spielte in der ersten Viertelstunde nur eine Mannschaft – und das war Schwenningen. Dennoch entsprang der Treffer zur 1:0-Führung (13.) einer nicht alltäglichen Situation. Wolfsburg hatte Überzahl und somit alle Vorteile auf seiner Seite. Doch Simon Danner startete über rechts einen Konter und passte zu Marcel Kurth, der den Puck per Rückhand an Gästetorhüter Sebastian Vogl vorbei ins Netz zirkelte. Ein Tor bei eigener Unterzahl!

Wolfsburg stürmte auch weiterhin nur auf Sparflamme, war aber trotzdem erfolgreich. Likens beförderte die Scheibe eher aus Verlegenheit vor das Schwenninger Tor. Womöglich war Tyler Haskins noch mit dem Schläger dran, jedenfalls zappelte der Puck hinter SERC-Schlussmann Joey MacDonald zum 1:1 (13.) ins Netz. Nach diesem Zufallstreffer begannen sich die Norddeutschen den Ausgleich durch schöne Kombinationen langsam zu verdienen, doch die besseren Chancen hatten die Hausherren. In Minute 18 folgte der große Auftritt von Will Acton, jenem Mann, der in den acht Spielen zuvor nicht mehr getroffen hatte.

Wie der Kanadier das Spielgerät aus dem Handgelenk in den Winkel drosch, erinnerte an seine glanzvollen Vorstellungen in der vergangenen Runde. Mit geballter Faust feierte Acton seinen fulminanten Treffer. Kurz vor der Drittelpause hatten Simon Danner und Jake Hansen das 3:1 auf dem Schläger, doch es blieb beim knappen Vorsprung.

So stark wie die Schwenninger den ersten Abschnitt beendet hatten, so schwach eröffneten sie den zweiten. Die Folge: Sebastian Furchner, aktuell bester Torjäger in der DEL, drehte mit zwei schnellen Toren (22. und 25.) zum 2:3 die Partie zugunsten der Gäste. Nun waren die Wild Wings wieder gefordert, und sie blieben die Antwort nicht lange schuldig. Mit einem Schlagschuss von der blauen Linie erzielte Verteidiger Tim Bender mit einem ersten Saisontreffer den 3:3-Ausgleich (27.). Eine Keilerei zwischen Daniel Schmölz und Gästestürmer Fabio Pfohl leitete eine Phase ein, in der es auf beiden Seiten Strafen nur so hagelte. Ein Tor wollte bis zur zweiten Pause allerdings nicht mehr fallen.

Die Entscheidung fiel knapp zehn Minuten vor Schluss. Und sie resultierte aus einem Schwenninger Fehler. SERC-Kapitän Sascha Goc verlor an der Mittellinie den Puck, der bei Christoph Höhenleitner landete. Der Grizzly-Stürmer zog seitlich an MacDonald vorbei und schlenzte die Scheibe zum 3:4 (51.) unter die Latte. Die von Verletzungen gebeutelten Wild Wings hatten nicht mehr die Kraft, um das Blatt noch einmal zu wenden.