Was für ein Fehlstart! Zum Saisonauftakt der Deutschen Eishockey Liga mussten die Wild Wings eine bittere Pille schlucken. Das mit etlichen Vorschusslorbeeren geschmückte Team unterlag vor 4671 enttäuschten Zuschauern gegen den ERC Ingolstadt mit 4:10 (0:5, 3:3, 1:2) Toren. Die Abwehr der Schwenninger glich einem Schweizer Käse.

Hohe Erwartungen vor Saisonbeginn

Noch nie seit ihrer Rückkehr in die DEL vor sechs Jahren waren die Erwartungen in Schwenningen derart hoch wie diesmal. Kein Wunder, schließlich hatten die Wild Wings ihre Mannschaft komplett runderneuert und mit etlichen Stars bestückt. Auch für Trainer Paul Thompson war es keine Frage, dass dieses Team die Playoff-Runde einfach erreichen muss.

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Drei Gründe hatte er im Vorfeld genannt, warum die Neckarstädter die Hauptrunde im Feld der besten zehn Teams abschließen werden. „Erstens: Jeder von uns will es – die Mannschaft, das Trainerteam und die Fans. Zweitens: Unsere Neuzugänge – wir haben sie geholt, um dieses Ziel zu erreichen. Drittens: Wir versuchen, das härteste, aber zugleich cleverste Team der DEL zu sein.“ Da kam das Heimspiel gegen die starken Gäste aus Ingolstadt gerade recht, um den Worten Taten folgen zu lassen.

Frühe Ernüchterung

Schon nach dem ersten Drittel war die Ernüchterung groß, denn die Helios Arena hatte sich nicht als uneinnehmbare Festung entpuppt, sondern als Schießbude. 0:5 stand es nach 16 Minuten. Die hohen Erwartungen auf den Rängen mündeten in tiefe Frustration. Die Nervosität der Schwenninger war mit Händen zu greifen. Sie wollten zwar, doch sie konnten nicht.

Erster Gegentreffer nach nur 15 Sekunden

Ausgerechnet Kapitän Mark Fraser, der schon 224 NHL-Spiele auf dem Buckel hat, leistete sich nach dem ersten Bully einen unnötigen Scheibenverlust, der von Hans Detsch mit dem 0:1 bestraft wurde. Da waren gerade mal 15 Sekunden gespielt. Weiter ging‘s im Minutentakt. Selbst eine Auszeit von Coach Thompson konnte nicht verhindern, dass die Wild Wings nach weiteren Treffern von David Elsner (3.), Colin Smith (10.), Michael Collins (15.) und Brandon Mashinter (16.) schier aussichtslos in Rückstand gerieten.

„Aufwachen, aufwachen!“, riefen die Schwenninger Anhänger, die ihr Team mit Pfiffen in die Pause begleiteten. „Die Fans haben Recht, wir haben das erste Drittel vollkommen verschlafen“, sagte SERC-Verteidiger Christopher Fischer.

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Im zweiten Abschnitt schien es, als würden die Gastgeber vielleicht doch noch die Kurve kriegen. Jamie MacQueen (22.) bei 4:3-Überzahl und Alexander Weiß (25.) nach einem tollen Solo verkürzten auf 2:5. In der Schwenninger Arena flackerte ein Fünkchen Hoffnung auf, doch Ingolstadt erstickte die die Flamme im Keim und bereitete der Aufholjagd ein jähes Ende.

Auch ein Goalie-Wechsel brachte nichts

Wayne Simpson (26.), Maury Edwards (30.) und Tim Wohlgemuth (34.) sorgten für klare Verhältnisse und schraubten das Ergebnis auf 2:8. Diese Treffer kassierte übrigens Schwenningens Schlussmann Ilya Sharipov, der nach der ersten Pause für Dustin Strahlmeier gekommen war. Das 3:8 (35.) durch Matt Carey fiel unter die Rubrik Ergebniskosmetik.

Das letzte Drittel eröffnete Schwenningens schwedischer Neuzugang Andreas Thuresson mit einem Pfostenschuss (41.). Sechs Minuten später zielte Jamie MacQueen besser und verkürzte auf 4:8 (47.). Dann waren die Schanzer wieder an der Reihe und schraubten nur 45 Sekunden später das Resultat durch Brett Olsen auf 4:9.

Frust bei den Wild Wings

Neun Minuten vor Schluss gab es noch etwas fürs Auge: SERC-Verteidiger Dominik Bohac und Hans Detsch zogen ihre Handschuhe aus und lieferten sich einen Faustkampf, den Detsch klar gewann. Die Aktion des Schwenningers zeigte, wie frustriert die Spieler waren. Als David Elsner vier Minuten vor Schluss das Schwenninger Tor beim 4:10 zum letzten Mal in eine Schießbude verwandelte, war die Auftaktpleite perfekt.

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