Eishockey: Rund 100 Fans kamen am Mittwochabend zum Fan-Talk der Wild Wings in die Schwenninger Stadion-Gaststätte Eisbär an der Helios-Arena. Ihren kritischen Fragen stellten sich Wild Wings-Geschäftsführer Christoph Sandner und Sportmanager Jürgen Rumrich.

Zum Stadionumbau

Sandner erläuterte den geplanten Stadion-Umbau in der Helios-Arena, bei dem aus Stehplätzen Sitzplätze werden sollen. „Wir müssen das machen, ansonsten sind wir in naher Zukunft nicht konkurrenzfähig. Die Auslastung der Stehplätze beträgt 40 Prozent, die der Sitzplätze nahezu 100 Prozent. Aktuelles Beispiel ist das bevorstehende Heimspiel am Freitag gegen Köln. Die Sitzplätze sind ausverkauft, es gibt aber noch 2800 Stehplatzkarten.“

Noch sei der Bauantrag nicht eingereicht, aber die Verantwortlichen sind laut Sandner überzeugt, dass der Umbau nach Ende der aktuellen DEL-Saison beginnen kann. Auf die Frage eines Fans, dass der Charme der Schwenninger Helios-Arena durch mehr Sitzplätze verloren ginge, meinte Sandner: „Natürlich ist der eine oder andere nicht glücklich. Aber wir müssen diesen Schritt gehen.“

Ursprünglich wurde kommuniziert, dass aus 1800 Stehplätzen 800 Sitzplätze werden sollen. Mittlerweile ist aber zudem geplant, dass die Eisfläche von etwa 30 Metern auf 26 Meter Breite verschmälert werden soll. Sandner: „Dadurch können wir mehr Steh- und mehr Sitzplätze schaffen.“ Die Verschmälerung sei ohnehin vom Welt-Eishockey-Verband für Europa geplant, um die Eisfläche der DEL der Größe der nordamerikanischen NHL anzugleichen.

Der neue Sitzplatz-Bereich soll auf der jetzigen Stehgerade vom Bereich des Haupteinganges bis zum Ausgang auf Eis der gegnerischen Mannschaft aentstehen. Im Rahmen der Umbaumaßnahmen soll es zudem einen weiteren Hospitality-Bereich in der Helios-Arena geben. Auch in diesem Bereich sei man stark ausgelastet.

Auf die Frage, ob es für die Fans dann nicht mehr genügend Stehplätze gebe, meinte Sandner: „Die aktuelle Situation zeigt, dass wir ausreichend Stehplätze haben. Das Stadion war in dieser Saison noch nie ausverkauft.“ Der Geschäftsführer betonte aber auch, dass man sich, sobald die konkreten Pläne feststehen, mit den Fans an einen Tisch setzen werde.

Zum Sportlichen

Wie der SÜDKURIER exklusiv berichtet hatte, spielt Troy Bourke auch kommende Saison bei den Wild Wings. Dies gab Jürgen Rumrich beim Fan-Talk offiziell bekannt. Die Verantwortlichen zogen die mögliche Vertragsoption beim 25-jährigen Kanadier und verlängerten mit dem Angreifer um eine weitere Spielzeit. „Troy Bourke hat sich bislang als einer der besten Spieler der Mannschaft gezeigt und hat eine großartige Einstellung“, sagte Trainer Paul Thompson. Damit haben die Wild Wings die erste Personalentscheidung für die kommende Saison getroffen.

Zu Verteidiger Kyle Sonnenburg, der aufgrund der Verletzungen von Simon Danner und Dominik Bohac kurzfristig wiederverpflichtet wurde, meinte Rumrich: „Kyle hat einen sogenannten Try-Out-Vertrag bis zum 15. Dezember.“ Wenn Sonnenburg so weiterspiele wie bisher, seien seine Chancen gut, auch weiterhin für die Wild Wings aufzulaufen.

Angreifer Marcel Kurth wird laut Rumrich für die bevorstehenden Spiele gegen Köln und in Nürnberg ausfallen. Bei Andreas Thuresson steht noch ein Fragezeichen. Rumrich hofft aber, dass der Schwede am Wochenende spielen kann. Verteidiger Dominik Bohac ist wieder fit. Zudem mache der Langzeitverletzte Simon Danner erfreuliche Fortschritte. Rumrich: „Der Heilungsverlauf ist positiv. Simon macht ohne Schmerzen Aufbautraining. Wir rechnen Ende des Jahres wieder mit ihm.“

Ein Fan wollte wissen, warum Cheftrainer Thompson nach der blamablen 0:4-Heimniederlage gegen Wolfsburg Ende Oktober nicht entlassen worden sei. Rumrich meinte dazu: „Wir sind überzeugt, dass wir das richtige Trainerteam haben. Außerdem sehen wir nicht nur ein Spiel. Ansonsten hätten wir Paul Thompson wenige Tage zuvor beim 6:1-Sieg gegen Mannheim ja einen Fünf-Jahres-Vertrag geben müssen.“ Sandner fügte zur Trainer-Diskussion an, dass „purer Aktionismus nichts bringt. Ansonsten haben wir alle vier Wochen einen neuen Trainer.“

Zur Manager-Situation

Ein Fan wollte wissen, wer den Kader für die kommende Saison plant, da Rumrich nach Saisonende nicht mehr Sportmanager bei den Wild Wings sein wird. Sandner: „Derzeit arbeitet Jürgen Rumrich so wie bisher. Vertragsverlängerungen und Neuzugänge werden gemeinsam entschieden.“ Einen Nachfolger für Rumrich gebe es noch nicht. Sandner: „Wir hatten Bewerbungen auf dem Tisch. Aber da war keiner dabei, der bei uns reinpasst“.

Für einen Lacher sorgte ein Fan, weil er vorschlug, dass es neben einer 10er-Bierkarten in der Helios-Arena auch eine 100er-Bierkarte geben soll. Sandner gab die Frage an Hendrik Kolbert weiter. Dieser meinte: „Wir würden das ja gerne machen. Aber die Bierkarten sind nicht groß genug.“