Fußball-Verbandsliga: Es sollte der Tag der DJK Donaueschingen werden. Mit einem Heimsieg gegen den FC Radolfzell wollten die Allmendshofener einerseits ihre Bilanz an ungeschlagenen Spielen auf eigenem Platz ausbauen und andererseits die Lücke zu den Nichtabstiegsplätzen verkleinern. Doch es kam alles ganz anders. Mit der 0:5-Pleite setzte es die höchste Saisonniederlage und die kommenden Auswärtspartien beim Tabellendritten Kehl und Rangvierten Pfullendorf lassen kaum vermuten, dass das eigene Punktekonto nennenswert aufgestockt wird. So machte sich am Sonntag beim Aufsteiger Ernüchterung breit, auch wenn im Vergleich zu anderen Vereinen weiterhin Ruhe herrscht und die Situation realistisch betrachtet wird. Eine Kurzschlussreaktion von Seiten der Vereinsführung ist nicht zu erwarten.

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„Wenn du zuhause fünf Tore kassierst, fehlen dir die Argumente. Spätestens nach dem 0:4 war die Luft bei uns raus“, resümiert Trainer Tim Heine. Auch er musste an der Seitenlinie hilflos zusehen, wie seine Elf in diese kapitale Niederlage schlitterte. „Das Loch in der Tabelle ist weiterhin da“, musste Heine erkennen, wobei der Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (vier Punkte) noch überschaubar ist, wenngleich das Torverhältnis (minus 16) fast noch einem fünften Punkt entspricht.

Einige Entscheidungen des Schiedsrichters stießen den Allmendshofenern sauer auf. Vor allem vor dem zweiten Treffer der Radolfzeller, als der Unparteiische vermutlich als einziger rund um den Donaueschinger Kunstrasenplatz ein Foul gesehen und auf Freistoß entschieden hatte. Außerdem wurde Kritik an der Ansetzung des Schiedsrichters laut, der bis zur vergangenen Saison noch für den FC Teningen pfiff und damit für einen unmittelbaren Tabellennachbarn der Donaueschinger. Auch Heine hatte während der Partie lautstark seinen Unmut über einige Entscheidungen zum Ausdruck gebracht, um nach der Partie dennoch nüchtern zu resümieren. „Nach einem 0:5 spreche ich nicht über den Schiedsrichter.“

Wie schon in den Partien zuvor wurden auch gegen Radolfzell die Dinge sichtbar, welche die Donaueschinger auszeichnen und Schwächen, die sie in die prekäre Lage gebracht haben. Kämpferisch ist der Elf kein Vorwurf zu machen. Auch spielerisch versucht die Elf, die Tipps ihres Trainers umzusetzen. Doch im Angriff fehlt es an der nötigen Präzision. 38 Gegentreffer nach 14 Spielen zeigen deutlich, dass die DJK-Abwehr den Konkurrenten das Tore schießen oft zu einfach macht. „Zudem haben wir ein Problem in der Hierarchie“, ergänzt Heine. Es gebe keinen Spieler, der in schwierigen Situationen die Ärmel hochkrempelt oder sich lautstark in Szene setzt. Hier machen sich die aktuellen Ausfälle von Torjäger Stephan Ohnmacht und Spielmacher Sebastian Sauter besonders gravierend bemerkbar. Beide potenziellen Anführer fehlen zudem als Typen auf dem Platz.

Wie Heine anfügte, versuche er in der Winterpause, die Elf zu verstärken. Doch Soforthilfen seien kaum zu haben. „Wir haben bereits mögliche Kandidaten angesprochen, doch die sitzen lieber bei anderen Mannschaften auf der Bank als bei uns in der Start-Elf zu stehen.“ Heine wird daher nichts übrig bleiben, als mit dem aktuellen Kader „die Dinge besser zu machen“. Zunächst obliegt die Aufgabe seinem Co-Trainer Olaf Kurth, da sich Heine in einen lange geplanten Urlaub verabschiedet hat. Nun steht Kurth vor der schwierigen Aufgabe, die Mannschaft nach der schweren Pleite gegen Radolfzell wieder aufzurichten.