Eishockey: Als eisenharter Verteidiger hat sich Christopher Fischer schon lange einen Namen in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) gemacht. Nun will der Neuzugang der Wild Wings auch in der Helios-Arena „Heavy Metal“ auf dem Eis veranstalten – und Schwenningen in die Playoffs führen.

Seit knapp vier Wochen lebt der Abwehrspieler bereits in Donaueschingen. Diese Zeit genoss Fischer in vollen Zügen. „Ich fühle mich hier mit meiner Familie bereits sehr wohl“, sagt der 31-Jährige, der allerdings nicht der Landschaft wegen in den Schwarzwald wechselte. „Die sportliche Perspektive stand für mich an erster Stelle. Manager Jürgen Rumrich hat sich sehr um mich bemüht. Er wollte mich bereits vor ein paar Jahren nach Schwenningen holen, damals kam der Wechsel allerdings nicht zustande. Er war aber weiterhin an mir interessiert. Das Vertrauen, das der Verein mir entgegenbringt, möchte ich zurückzahlen. Das motiviert mich“, sagt Fischer, der einen Zwei-Jahres-Vertrag am Neckarursprung unterzeichnete. „Wenn ich irgendwo hingehe, möchte ich mich mit meiner Familie dort niederlassen und nicht nach einem Jahr wieder umziehen. Bisher fühlen wir uns sehr wohl und ich kann mir durchaus vorstellen, länger als die zwei Jahre hierzubleiben. Jetzt konzentriere ich mich aber erst mal auf den Saisonstart mit den Wild Wings.“

Dieser steigt am 13. September mit einem Heimspiel gegen den ERC Ingolstadt. Bis dahin will Christopher Fischer die verbleibende Zeit nutzen, um an einigen Stellschrauben zu drehen. „In den Vorbereitungsspielen haben wir im Fünf-gegen-Fünf sehr gut verteidigt, müssen aber in Unterzahl-Situationen als Kollektiv besser nach hinten arbeiten. Bis zum Saisonstart wird es besser funktionieren“, ist sich der rechte Verteidiger sicher.

Apropos Verteidiger: In den bisherigen vier Testspielen bildete Fischer gemeinsam mit einem alten Bekannten ein Defensivpaar. „In der Vorbereitung habe ich viel mit Dylan Yeo verteidigt, der schon in der vergangenen Saison in Iserlohn mein Teamkollege war. Mit ihm macht es viel Spaß. Wir haben eine ähnliche Spielweise, sind aggressiv und offensivfreudig.“ Dabei kommt Fischer die Eishockey-Philosophie von Trainer Paul Thompson sehr entgegen. „Der Coach hat ein offensives System, worunter die Defensive aber nicht leidet. Es ist zwar sehr laufintensiv, damit kann man aber viele Aktionen in der Offensive kreieren. Das macht großen Spaß und kommt meiner aggressiven Spielweise sehr entgegen“, analysiert der Rechtshänder. „Wir wollen eine Mannschaft sein, gegen die zu spielen eklig ist. Die Gegner sollen wissen, dass es in Schwenningen an der Bande schon mal wehtun kann.“

Dieser Ansatz soll in der kommenden Saison zu erfolgreicheren Zeiten am Neckarursprung führen. Eine weitere Saison im Tabellenkeller will Christopher Fischer den Wild Wings unbedingt ersparen. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen, bei dem wir auf das Eis gehen. Das wird zwar nicht möglich, sollte aber unser Bestreben sein. Jeder von uns hat den Anspruch, erfolgreiches Eishockey zu spielen. Deshalb sollten die Playoffs automatisch das Ziel darstellen“, betont der Routinier. Dabei will Fischer eine tragende Rolle beim SERC einnehmen. „Ich will alles spielen: Überzahl, Unterzahl und die letzten Minuten in einem engen Spiel.“ Den Mannschaftserfolg stellt der Verteidiger klar über persönliche Errungenschaften. „Was bringt es mir, wenn ich 20 Punkte mache, das Team aber Spiele verliert? Damit ist niemandem geholfen. Dennoch möchte ich gut spielen und viel Zeit auf dem Eis verbringen“, stellt der 502-fache DEL-Spieler klar.

Sollte dies gelingen, wird es vielleicht doch noch mal etwas mit seiner zuletzt ins Stocken geratenen Laufbahn in der deutschen Nationalmannschaft. Fischer nahm 2012 mit der DEB-Auswahl an der Weltmeisterschaft in Schweden teil und spielte sich dabei mit zwei Toren und zwei Vorlagen in den Fokus schwedischer Topclubs, ehe ihn ein schwerer Knorpelschaden zu einer 18-monatigen Pause zwang. Seitdem folgte nur noch eine weitere Einladung zur Nationalmannschaft. „Es war für mich eine große Ehre, für mein Land zu spielen. Mit dem aktuellen Bundestrainer Toni Söderholm hatte ich am Ende der vergangenen Saison bereits telefonischen Kontakt. Das zeigt, dass er mich auf dem Schirm hat. Das gibt mir Extra-Motivation. Es wäre toll, wenn ich auf meine alten Tage nochmals für Deutschland spielen könnte.“

Ein Comeback in der Nationalmannschaft ist noch Zukunftsmusik. Aktuell zählt für den Neuzugang nur die neue Saison mit den Wild Wings. Im Schwenninger Trikot will Christopher Fischer mit „Heavy Metal“ das Eis rocken.