Fußball: Für den Hüfinger Björn Andersohn hat sich ein großer Jugendtraum erfüllt. Er hat zum zweiten Mal den Sprung in den Profifußball geschafft und ist nunmehr auf anderer Ebene in der ersten Fußball Bundesliga angekommen. Nicht als Spieler und auch nicht als Trainer, sondern im Scouting-Bereich. Europaweit ist der 37-Jährige jetzt unterwegs, um für einen aktuell im Europapokal aktiven Bundesligisten Talente und fertige Spieler für die Profis aufzuspüren.

„Der Job macht großen Spaß, ist sehr interessant und mein internationales Netzwerk aus der Vergangenheit kommt mir extrem zugute“, sagt Andersohn. Der gebürtige Berliner, der für die Bundesligisten Union und Hertha BSC im Jugendbereich aktiv war und anschließend als Profi in Dänemark spielte, kam 2007 als Spielertrainer zum VfL Riedböhringen in die Region und setzte dort ein positives Ausrufezeichen, unter anderem mit dem unmittelbaren Aufstieg.

Auch bei der DJK Donaueschingen, wo Andersohn heute noch, wenn es die Zeit erlaubt, die E-Jugend trainiert und fördert, war er als Spieler der ersten Mannschaft aktiv. „Im Amateurfußball schlummern viele Talente im Kinder- und Jugendbereich.“ Dort müssten die Vereine nach Andersohns Auffassung noch mehr Aufmerksamkeit an den Tag legen. Andersohn weiter: „Die Fußballvereine in der Region sollten stolz darauf sein, ihre Toptalente an ein Nachwuchsleistungszentrum zu verlieren und den Jungs so den nächsten Schritt zu ermöglichen.“

Björn Andersohn war zuletzt bei verschiedenen Vereinen im In- und Ausland als Trainer tätig und trainierte unter anderem die heutigen Profis Manuel Akanji, Amir Abrashi, Remo Freuler und Moritz Bauer. Zuletzt war er rund ein Jahrzehnt als Assistent der Geschäftsleitung und als Marketingleiter für einen Schweizer Profiklub aktiv. Darüber hinaus organisierte Andersohn einige hochkarätige Freundschaftsspiele und Turniere, wie beispielsweise die Partien des SC Freiburg gegen St. Pauli vor einigen Jahren in Friedrichshafen oder Spartak Moskau gegen Young Boys Bern in St. Gallen. Auch die Partie FC Winterthur gegen West Ham United lockte einige tausend Zuschauer an. Hinzu kommen kurzfristige Freundschaftsspiele auf neutralen Plätzen während der Sommertrainingslager.

„Mein Bestreben war es immer, auch die Region Schwarzwald-Bodensee am hochklassigen Fußball teilhaben zu lassen“, sagt Andersohn. Nun folgte der nächste Schritt in seiner Karriere. „Ich bin inzwischen in ganz Europa zu Hause, aber weiterhin auch sehr gerne zwischen Schwarzwald und Baar“, so Andersohn. Er kennt die Stadien von Nordeuropa wie Glasgow in Schottland und Skandinavien bis in den Süden von Italien, wie Palermo, sowie von Lissabon im Westen über Madrid und Barcelona bis Krakow im Osten und Teile des westlichen Balkans. Ständig ist er auf der Suche nach talentierten Fußballern, deren Entwicklungschancen höheren Aufgaben entsprechen. Seine Mehrsprachigkeit kommt ihm immer wieder zu gute und der Einblick in verschiedenen Kulturen bringt neue Erfahrungen und Ideen.

Andersohn, der nach seiner Profilaufbahn in Stuttgart eine Bank-Lehre erfolgreich abgeschlossen hat, und zwischenzeitlich vier Jahre im Hüfinger Stadtrat saß, will die Verbindung zum Schwarzwald nicht abreißen lassen, obwohl es mittlerweile immer wieder lockere Anfragen aus dem Ausland gab. Aktuell hat jedoch der Job im Scouting-Bereich für ihn Priorität. Später will er sich vielleicht neuen Aufgaben widmen. „Ich habe in jungen Jahren das Fußball-ABC in seiner Komplexität von der Pike auf gelernt, kenne die Arbeit auf der Geschäftsstelle und auf dem Trainingsplatz“, sagt der 37-Jährige, dessen weiterer Werdegang noch einiges verspricht.