Fußball-Oberliga: FC 08 Villingens Trainer Jago Maric hatte schon vor Wochen gewarnt: „Die Tabelle anzuschauen, macht nicht viel Sinn. Wenn du zwei Spiele verlierst, bist du auf einmal von der Spitze weg im Mittelfeld.“ So kam es auch. Nach den beiden Niederlagen in Nöttingen (1:3) und am Samstag gegen Oberachern (0:1) sind die Nullachter auf den sechsten Platz zurückgefallen. Umgekehrt heißt das aber nicht viel, denn zu Tabellenführer Göppingen beträgt der Rückstand gerade mal drei Punkte. Trübsal blasen musste sich nach dem 0:1 gegen Oberachern im Villinger VIP-Raum allerdings niemand, denn die Niederlage gegen das erstarkte Team von Trainer Mark Lerandy ging insgesamt absolut in Ordnung.

Zwei Serien futsch: „Innerhalb von drei Tagen sind gleich zwei Serien gerissen – aber so ist der Fußball“, konstatierte Maric. In der Tat: Nach zwölf Oberliga-Begegnungen in Folge ohne Niederlage gab es am Mittwoch in Nöttingen den ersten Rückschlag. Seit Samstag sind die Nullachter nun auch noch ihre makellose Heimbilanz los. Einer der Gründe: Die vor allem jungen Akteure, die über viele Wochen in die Bresche springen mussten, sind logischerweise etwas überspielt. Zudem kommen die verletzten Routiniers erst nach und nach zurück und in Form.

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Rückkehrer: So stand Stjepan Geng gegen Oberachern erstmals wieder in der Startformation. Maric: „Wir haben noch drei schwere Spiele bis zur Winterpause und wollten ihn jetzt ranführen.“ Das war allerdings auch der Tatsache geschuldet, dass es personell im zweiten Spiel binnen drei Tagen grenzwertig aussah. Auch Damian Kaminski, der immerhin wieder eine gute Stunde spielte, sah sich selbst noch nicht bei 100 Prozent: „Das dauert noch etwas“, bat der Stürmer um Geduld. Als Patrick Peters und Tobias Weißhaar auch noch angeschlagen vom Platz mussten, waren die Villinger Verantwortlichen stark beunruhigt. Bei Weißhaar sei es aber nur eine Vorsichtsmaßnahme gewesen: „Wir wollten kein Risiko eingehen“, meinte Maric. Und Peters zeigte sich optimistisch, dass die zunächst befürchtete Diagnose Zerrung doch nicht greife: „Die Physiotherapie-Abteilung biegt das hoffentlich am Montag wieder gerade. Ich denke, es ist eine Muskelverhärtung,“ sagte der Abwehrspieler.

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Kapitän braucht Geduld: Viel Beifall gab es in der MS Technologie-Arena, als vor der Partie bekannt wurde, dass der langzeitverletzte Benedikt Haibt erstmals wieder im Kader stehen würde. Maric dämpfte die Euphorie hinterher allerdings etwas: „Wir wollten damit vor allem zeigen, dass er trotz seiner Verletzung ein Teil des Teams ist.“ In den nächsten ein bis zwei Wochen sei mit einem Einsatz Haibts nicht zu rechnen. Und das bedeutet wohl auch: Am Wichtigsten ist, dass der Kapitän die komplette Vorbereitung auf das Fußballjahr 2020 mitmachen kann.

Wurde anlässlich seines 70. Geburtstages vom Verein und von den FC 08-Fans gefeiert: Werner Felgenhauer.
Wurde anlässlich seines 70. Geburtstages vom Verein und von den FC 08-Fans gefeiert: Werner Felgenhauer. | Bild: Feißt, Werner

Beifall und Geschenkkorb: So stand vor allem einer aus dem Team hinter dem Team im Mittelpunkt: Werner Felgenhauer, der am vergangenen Freitag seinen 70 Geburtstag feierte. Der frühere Torhüter – unvergessen ist ihm das DFB-Pokalspiel 1979 mit dem FC 08 beim Hamburger SV – und langjährige Betreuer wurde von den Fans mit einem eigenen Glückwunsch-Banner gewürdigt. Vorstandsmitglied Andreas Flöß ehrte Felgenhauer nach der Begegnung auch noch mit einem großen Geschenkkorb – den lang anhaltenden Beifall in der VIP-Lounge gab es dazu.

Dichtes Gedränge: Derweil bleibt in der Oberliga-Tabelle alles dicht beisammen. Die beiden ursprünglichen Meisterschaftsfavoriten VfB Stuttgart II (5:0 gegen Dorfmerkingen) und Stuttgarter Kickers (4:1 in Linx) rücken aber in Richtung Spitze. Auch an diesem Spieltag gab es jedoch wieder eine große Sensation: Der bisherige Tabellenführer FV Ravensburg blamierte sich auf dem heimischen Kunstrasen beim 1:4 gegen das abgeschlagene Schlusslicht Sandhausen II. Völlige Ratlosigkeit herrscht derweil in Freiberg, wo man sich nach zwei Klatschen – darunter das 0:3 in Villingen – von Trainer Mario Estasi trennte. Die Initialzündung blieb aus: In Reutlingen unterlagen die Freiberger klar mit 0:7. Mannschaft der Stunde ist allerdings der Freiburger FC: Trainer Joshua Moser-Fendel bleibt nach dem 3:1 über Bissingen auch in seinem siebten Spiel ungeschlagen. Die Oberliga ist in diesem Jahr für so ziemlich alles gut.