Fußball-Oberliga: Es dürfte schon eine Zeitlang her sein, dass beim FC 08 Villingen ein Unentschieden so ausgelassen gefeiert wurde. In der Kabine tauschten die Akteure ihre Trikots untereinander und posierten für die Kamera. Später im Bus sang und tanzte man Augenzeugen zufolge gar – der FC 08 war mit dem 3:3-Unentschieden am Freitagabend beim FSV Bissingen hochzufrieden.

Ohne Sieben: „Hochachtung“ habe er vor der Mannschaft, die immer besser zusammenwachse und immer stärker auftrete, sagte FC 08-Trainer Jago Maric. Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass die Personalsituation vor der Begegnung nur prekär genannt werden konnte: Ohne Sieben trat man beim Spitzenteam aus Bissingen an. Zu den ohnehin verletzten Spielern gesellten sich nun auch noch Tobias Weißhaar (Urlaub) und Daniel Wehrle (beruflich verhindert) hinzu. Dennoch steckten die Nullachter dieses Handicap ebenso weg, wie die regnerischen Bedingungen, einen zwischenzeitlichen 0:2-Rückstand und die Tatsache, dass mitten in eine Drangphase der Villinger das 3:2 für Bissingen fiel.

Letzte Aktion: Durch das späte 3:3 von Volkan Bak, der in der letzten Aktion des Spiels nach Flanke von Keven Feger in Minute 93 genau richtig stand, setzten sich gleich zwei Serien fort: Zum einen ist der FC 08 Villingen nun schon seit sieben Partien in Folge unbezwungen; zum anderen schraubte Bak seine persönliche Bilanz nach oben: Der Stürmer hat in den letzten vier Oberliga-Partien jedes Mal getroffen.

Richtiger Weg: „Wir sind zweifelsohne auf dem richtigen Weg“, sagte Villingens sportlicher Leiter, Arash Yahyaijan. Mit Torhüter Andrea Hoxha, Flamur Berisha, Volkan Bak, Leo Benz und Kamran Yahyaijan seien nun fünf Akteure unter 22 Jahren in der Stammformation gestanden. „Wir geben den Nachwuchsakteuren Chancen – und das zahlt sich aus“, so Yahyaijan. Umso wichtiger sei dabei, dass sich der Konkurrenzkampf nicht negativ auf die Stimmung auswirke. „Wir sind mehr denn je ein Team“, versicherte Yahyaijan.

Nach und nach: Am Donnerstag beim Pokal-Achtelfinale in Lahr kommt vermutlich nur einer der Akteure wieder, der am Freitag fehlte: Daniel Wehrle. Allmählich soll Damian Kaminski wieder ins Lauftraining einsteigen, während der in Urlaub befindliche Tobias Weißhaar für die Pokalpartie ohnehin noch gesperrt wäre. Derweil wird Benedikt Haibt am Montag noch einmal untersucht – mit der Hoffnung, dass der Kapitän dann recht schnell an Bord zurückkehren kann. In den nächsten Wochen sollen auch Stjepan Geng und Nico Tadic wieder sukzessive über die U 23-Mannschaft an das Oberliga-Team herangeführt werden. Lange pausieren muss nach aktuellem Stand lediglich Valentin Vochatzer mit seinem Kreuzbandriss.

Spannend: Trotz der eindrucksvollen Serie rangiert der FC 08 nur auf dem zwölften Tabellenplatz. Dies ist aber kein Grund zur Sorge für Maric und sein Team, denn die Liga ist nach dem elften Spieltag sehr dicht beieinander. Die beiden als Top-Favoriten gehandelten Stuttgarter Vereine VfB II (1:2 in Neckarsulm) und Kickers (1:3 gegen Nöttingen) verloren am Wochenende, ebenso Spitzenreiter Göppingen mit einem ebenfalls unerwarteten 1:3 gegen den SV Linx. Gewinnt der FC 08 am Sonntag gegen Sandhausen II, könnte er gut und gern auf Platz vier springen.

Rücktritt: Schlechter gestaltet sich die Situation beim Freiburger FC, der nach dem 2:4 gegen Rielasingen-Arlen weiter auf dem vorletzten Platz bei sechs Punkten verharrt. Das ist aber wohl nicht der Grund, weshalb Langzeit-Trainer Ralf Eckert am Samstag nach zehn Jahren völlig überraschend zurücktrat. Eckert, vergangene Woche noch beim Gastspiel in Villingen nach dem 0:1 optimistisch, wollte zur Begründung seines Rücktritts nichts sagen: „Es ist alles okay.“ Dem Vernehmen nach war der Aufstiegstrainer, der den Traditionsclub in der Landesliga übernahm und nun in der Oberliga übergibt, mit Teilen seines eigenen Vorstandes über Kreuz. „Das ist, als würde Christian Streich morgen beim SC Freiburg aufhören“, meinte ein verdatterter FFC-Anhänger über die Demission des 46-jährigen Eckert.