Obwohl die Wild Wings am vergangenen Freitag in Düsseldorf als Verlierer vom Eis gegangen waren, kletterten sie um einen Platz nach oben. Der eine Punkt, den sie bei der 2:3-Niederlage nach Penaltyschießen aus dem Rheinland mitgebracht hatten, machte sich in der Tabelle bezahlt. Mit einem weiteren Sieg zwei Tage später im Heimspiel gegen die Straubing Tigers eröffnete sich die Chance, um weitere Ränge nach oben zu klettern.

Als die Schwenninger nach dem ersten Drittel mit 2:1 führten, hatten sie in der Blitztabelle bislang ungeahnte Höhen erklommen.  Platz fünf – so gut standen sie noch nie seit ihrer Rückkehr in die Deutsche Eishockey Liga. Aber noch waren 40 Minuten zu spielen und die Tigers ein ziemlich unangenehmer Gegner.

Die knappe Führung nach dem ersten Abschnitt war okay. Die Wild Wings hatten mehr vom Spiel und die besseren Chancen. Vor allem Jerome Samson hätte sein Torkonto in diesem Abschnitt deutlich aufbessern können.

Nach zwölf torlosen Anfangsminuten ging es plötzlich Schlag auf Schlag. Zwischen dem Treffer von Marc El-Sayed zur Schwenninger 1:0-Führung (13.) und dem Ausgleich durch Mike Hedden lagen gerade mal 15 Sekunden. Da hatten sich die Schwarzwälder wohl einen Tick zu lange gefreut. Doch sie steckten den Rückschlag schnell weg, schalteten wieder auf Angriffsmodus und hatten Erfolg. Ein Schluss von Istvan Bartalis prallte von Jerome Samsons linker Schlittschuhkufe ins Netz. Da der Schwenninger Stürmer keine aktive Bewegung gemacht hatte, gaben die Schiedsrichter den Treffer – aber erst, nachdem sie sich die Szene nochmals auf Video angeschaut hatten.

Die Schlüsselszene des Spiels ereignete sich in Minute 28. Straubings Verteidiger Michael Cornell attackierte Istvan Bartalis mit einem Check gegen den Kopf und kassierte für dieses Foul fünf Minuten plus Spieldauer. Ein Mann vorzeitig unter der Dusche und fünf Minuten in Unterzahl: Straubings Trainer Larry Mitchell dürfte nicht gut zu sprechen gewesen sein auf seinen Abwehrspieler.
Die Wild Wings nutzten das Powerplay weidlich und erzielten innerhalb von 16 Sekunden ihre Treffer Nummer drei und vier. Simon Gysbers mit einem Schlagschuss von der blauen Linie und Jake Hansen aus dem „Slot“ überwanden Straubings Schlussmann Dimitri Pätzold.  Der ehemalige Schwenninger Keeper genießt bei den SERC-Fans immer noch viel Sympathie. Das bewiesen die Pfiffe und Dima-Sprechchöre, als Mitchell den bedauernswerten Pätzold vom Eis nahm und Matthew Climie zwischen die Pfosten schickte. Das Einzige, was den Hausherren in dieser Phase vorzuwerfen war, lag darin, dass sie den Überzahlvorteil nicht in noch mehr Treffer umgemünzt hatten.    

Das letzte Drittel begann mit einem Paukenschlag. Straubing nutzte schon nach zwölf Sekunden die erste Schwenninger Strafzeit in dieser Partie durch Adam Mitchell zum 4:2-Anschlusstreffer. Davon unbeeindruckt, antworteten die Wild Wings mit einem Lattenkracher (45.) von Simon Gysbers. Daniel Schmölz und zweimal Will Acton (51. + 55.) hätten die Partie vorzeitig entscheiden können, Climie im Kasten der Bayern parierte allerdings prächtig. So wurde es noch mal spannend, als Schwenningen vier Minuten vor Schluss erneut in Unterzahl geriet und Straubing den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis nahm. Doch die Schwäne brachten den Sieg über die Zeit und setzten ihren Weg nach oben weiter fort.