Bei Nico Denz läuft es zur Zeit richtig rund. Bei der Slowakei-Rundfahrt vergangene Woche sprintete der 26-jährige Albbrucker Rad-Profi zu seinem ersten Sieg für das deutsch-niederländische Team Sunweb, dem er seit dieser Saison angehört. In den Straßen von Banská Bystrica in der Slowakei gelang Denz nun der große Erfolg eines Etappensiegs. Es war gleichzeitig der zweite Sieg in seiner sportlichen Laufbahn als Rad-Profi.

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Tags zuvor hatte Denz bewiesen, dass er auch im einsamen Kampf gegen die Uhr Qualitäten hat. Beim Einzelzeitfahren war er nämlich Zweiter geworden und war selbst über dieses Spitzenergebnis erstaunt: „Ich habe das Zeitfahren ohne Druck begonnen und es kam völlig unerwartet, Zweiter zu werden.“ Wichtig sei für ihn, „geliefert“ zu haben, verfolgt er doch in dieser Saison noch andere Ziele.

Bei der 210 Kilometer langen Fahrt von Žilina nach Banská Bystrica setzte sich Denz, nachdem er bei den Zwischensprints zuvor maximale Punkte gesammelt hatte, im Spurt gegen seinen Landsmann Jannik Steimle (Weilheim) vom Team Quick-Step durch. „Ich freue mich sehr über meinen ersten Sieg in den Farben des Team Sunweb„, sagte ein begeisterter Nico Denz im Ziel.

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Die Schlussetappe ging Nico Denz als Zweiter des Gesamtklassements an. Weil er zeitgleich mit Spitzenreiter Steimle war, startete er bei den Zwischensprints immer wieder Attacken, um seinem Konkurrenten durch Bonussekunden doch noch die knappe Gesamtführung zu entreißen. Am Ende reichte es nicht ganz, und es blieb dabei: Steimle siegte im Schlussklassement zeitgleich vor Denz. In der finalen Etappe rollte Denz übrigens als Achter ins Ziel, zwei Plätze vor Steimle.

Der zweite Profi-Sieg war nicht die einzige frohe Kunde von Nico Denz. Der Albbrucker steht im Aufgebot des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR) für die Weltmeisterschaft, die in dieser Woche in Imola/Italien beginnt. Ursprünglich hätte die WM in den Schweizer Kantonen Waadt und Wallis stattfinden sollen, war aber wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden. Imola sprang ein, wobei auch dort die üblichen Corona-Auflagen gelten.

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Nico Denz wird in Imola im Straßenrennen über 258 Kilometer am Sonntag fahren. Das achtköpfige BDR-Aufgebot bilden neben Denz Sunweb-Teamkollege Nikias Arndt, Simon Geschke, Jonas Koch, Georg Zimmermann (alle CCC-Team), Maximilian Schachmann (Bora-hansgrohe), Paul Martens (Jumbo-Visma) und John Degenkolb (Lotto Sudal). Ob Denz auch bei der WM auf einen Podestplatz spekuliert? „Ich stehe im Dienst der Mannschaft und fahre für unseren Kapitän Maximilian Schachmann, der hier etwas reißen könnte. Der Kurs ist extrem schwer, weist über 5000 Höhenmeter auf“, sagt Denz, dessen Formaufbau auf ein anderes Radsport-Großereignis ausgerichtet ist.

Nico Denz, Team Sunweb: „“Es sieht sehr gut aus, dass ich beim Giro im Oktober dabei bin.“
Nico Denz, Team Sunweb: „“Es sieht sehr gut aus, dass ich beim Giro im Oktober dabei bin.“ | Bild: Vincent Riemersma

Das ist der Giro, der am 3. Oktober beginnt. Für die dreiwöchige Rundfahrt durch Italien hat er sich durch seine starken Ergebnisse zuletzt quasi selbst nominiert. „Es sieht sehr gut aus, dass ich beim Giro dabei bin“, freut er sich, schränkt aber ein, dass er auch beim Giro „nicht nur sein Heil in der Flucht“ suchen kann. „Man weiß nie, wie eine Etappe läuft“, zwinkert er in der Hoffnung auf einen Tagessieg bei der renommierten Rundfahrt, der ihn in Radsportkreisen „unsterblich“ machen würde.

In erster Linie soll er in Italien für seinen niederländischen Sunweb-Kapitän Wilco Keldermann fahren, der ein heißer Kandidat fürs Gesamtklassement ist. Und bei den Sprintankünften steht Denz in Diensten seines australischen Kollegen Michael Matthews.

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