Mountainbike: – Mit 17 haben viele noch Träume. Für die 17-jährige Finja Lipp ging vor wenigen Tagen sogar schon ein großer Traum in Erfüllung. Die Bikerin der SG Rheinfelden, die ihre Rennen in der olympischen Disziplin Cross Country für das Hilzinger Team Orbea Serpentine Velosport bestreitet, darf sich in der kommenden Woche das Nationaltrikot überstreifen. Sie wurde vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) für die Mountainbike-Weltmeisterschaften in Saalfelden-Leogang für das Juniorinnen-Rennen der U19 am Donnerstag, 8. Oktober, nominiert.

Das könnte Sie auch interessieren

Ganz so überraschend war die Nominierung von Finja Lipp durch den BDR mit den Nationaltrainern Marc Schäfer und Peter Schaupp für die Titelkämpfe in Österreich nicht, da die Nollingerin in dieser Saison hervorragende Ergebnisse geliefert hat. „Vor allem der dritte Platz beim Juniorinnen-Rennen in Alpe d‘Huez war wichtig für die Erfüllung der Norm“, weiß Finjas Vater Daniel Lipp, der seine Tochter bei den Rennen als „Mädchen für alles“ betreut.

„Finjas Ziel war schon immer das Nationalteam“, weiß Daniel Lipp und ist zuversichtlich, dass seine Tochter auch dem anspruchsvollen Kurs in Leogang gewachsen ist. „Von ihren technischen Fähigkeiten her dürfte ihr die Strecke keine Probleme bereiten.“ Der Kurs ist neu und im Biker-Lager noch relativ unbekannt. Was bekannt ist: Auf dem 3,6 Kilometer langen Rundkurs sind immerhin 210 Höhenmeter zu überwinden. Kletterfähigkeiten sind also durchaus gefragt.

Das könnte Sie auch interessieren

Ein Platz unter den Top 20 oder vielleicht sogar unter den besten Zehn seien zwar das Ziel, doch hat Finja Lipp ein anderes Handicap. So wird sie den Start wahrscheinlich aus einer hinteren Reihe in Angriff nehmen. Kriterium für die Startaufstellung ist nämlich der Weltranglistenstand vom 3. März. Da hatte Finja Lipp, die dem jüngeren Lehrgang der U19 angehört, noch keine Weltranglistenpunkte auf ihrem Konto, da sie vergangene Saison noch in der Klasse der U17 fuhr, in der noch keine Punkte vergeben werden. Ganz nach vorn in den Dunstkreis der Top-Favoritin Mona Mitterwallner aus Österreich wird es wohl kaum reichen.

Daniel Lipp, Finjas Vater und Betreuer: „Finjas Ziel war schon immer das Nationalteam.“
Daniel Lipp, Finjas Vater und Betreuer: „Finjas Ziel war schon immer das Nationalteam.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Ein anderes Problem konnte die Familie Lipp lösen. „Sie hat vom Gymnasium in Lörrach schulfrei bekommen, steckt aber im Abijahr und muss den Stoff nachholen. Für das Entgegenkommen der Schule sind wir sehr dankbar“, sagt Daniel Lipp. Es geht nämlich nicht nur um wenige Tage Unterrichtsbefreiung.

Wenn alles klappt, könnten drei Wochen Mountainbike für Finja Lipp anstehen. An diesem Samstag ist der Weltcup in Nove Mesto/Tschechien mit einem Rennen der „Junior Series“, dann folgt die fest gebuchte Woche mit der WM in Österreich und danach die EM-Woche in Monte Tamaro im Schweizer Tessin. Für die Nominierung zu den EM-Titelkämpfen darf sie sich große Hoffnungen machen. Als Zuschlag gäbe es kurz danach noch die Deutsche Meisterschaft in Bayern. Ob es aber für Nove Mesto klappt, wird in den nächsten Tagen entschieden.

So einfach ist das in Corona-Zeiten nicht. Beispiel: Tschechien ist für Deutschland Risikogebiet, für Österreich nicht. Von Nove Mesto nach Österreich? Kein Problem. Die Weiterreise in die Schweiz wäre auch problemlos, wenn Finja Lipp sich vor der Einreise zehn Tage lang in Österreich aufgehalten hat. Für die Schweiz ist Österreich kein Risikogebiet, Tschechien schon. Die EM-Teilnahme vom 15. bis 18. Oktober im Tessin ist also für die Nollingerin ziemlich sicher. Ob es für Nove Mesto diese Woche reicht? Abwarten. Der wichtigere Termin ist ohnehin die WM.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €