Leichtathletik: – Homeoffice ist in Corona-Zeiten ein gängiges Wort. Sich nur zu Hause fit zu halten und auf das gewohnte Training im Verein zu verzichten, ist aber auch für einen Individualsportler wie den Leichtathleten mühsam.

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Für den Nachwuchs der LG Hohenfels war deswegen die Freigabe des Trainings im Tiengener Langensteinstadion ein erster Schritt in Richtung Normalität.

Daniel Klostermann, Trainer LG Hohenfels: „Wir sind vor knapp einer Woche wieder ins Training eingestiegen.“
Daniel Klostermann, Trainer LG Hohenfels: „Wir sind vor knapp einer Woche wieder ins Training eingestiegen.“ | Bild: Welte, Gerd

„Wir sind vor knapp einer Woche wieder ins Training eingestiegen“, freut sich auch Daniel Klostermann, einer der Hohenfelser Trainer und verantwortlich für den Wurf, über die neuen kleinen Freiheiten. Das Ordnungsamt hatte Grünes Licht gegeben und der Deutsche Leichtathletik-Verband strenge Vorgaben für die Durchführung des Trainings geliefert.

Die Erfüllung dieser Corona-Auflagen hat es in sich und erfordert höchste Disziplin. Stets muss der Mindestabstand von eineinhalb Metern eingehalten werden. Eine Gruppe durfte maximal aus fünf Personen – der Trainer und vier Athleten – bestehen. Ab der Woche nach Pfingsten darf die Gruppe größer sein und zehn Personen umfassen. Das erlaubt die neue Corona-Verordnung des Landes für Sportstätten.

Auf geht‘s: Trainer Helmut Vogler feuert beim Sprint Luca Weber aus sicherer Distanz an.
Auf geht‘s: Trainer Helmut Vogler feuert beim Sprint Luca Weber aus sicherer Distanz an. | Bild: Welte, Gerd

Die jeweiligen Gruppen müssen 30 Meter voneinander weg trainieren. Jeder in den Wurfdisziplinen hat sein eigenes Gerät, das vor und nach dem Training desinfiziert wird. Die Umkleidekabinen im Stadion sind tabu. Die Toilette darf nur einzeln betreten werden.

Die Sprinterinnen und Sprinter müssen für die Einhaltung des Mindestabstands jeweils eine Bahn freilassen. Will eine Athletin oder ein Athlet auf der Langstrecke überholen, muss er ebenfalls eine Bahn Abstand halten. Sprint-Staffeln sind noch immer verboten. Hochsprung und Stabhochsprung stehen auch auf der Warteliste. Das liegt daran, dass die Matte nicht nach jedem Sprung wieder gereinigt werden kann.

Video: Welte, Gerd

Wie sichert die LG Hohenfels ein geordnetes Training? „Am Montag, Dienstag und Donnerstag trainieren die Größeren ab 13 Jahren in Gruppen. Zwei Mal wöchentlich trainiert jeder. Die Kleinen müssen sich noch gedulden“, sagt Klostermann.

Auch Helmut Vogler, Trainer für Sprint, Sprung und Mehrkampf, tut alles, um die strengen Auflagen zu erfüllen und hat seine Gruppen beim Training stets im Blick. Simon Hoenen, wie Klostermann für den Wurf zuständig, gibt Jennifer Buckel und Astrid Buntru nur aus sicherer Distanz die wichtigen Tipps, wie sie den Speer im Wettkampf noch weiter befördern.

Alles auf Abstand: Beim Speerwurf-Training im Tiengener Langensteinstadion gibt Trainer Simon Hoenen aus der Distanz Jennifer Buckel wichtige Tipps.
Alles auf Abstand: Beim Speerwurf-Training im Tiengener Langensteinstadion gibt Trainer Simon Hoenen aus der Distanz Jennifer Buckel wichtige Tipps. | Bild: Welte, Gerd

Von Wettbewerben sind die Jugendlichen der LG Hohenfels noch weit entfernt. „Die Form muss erst wieder aufgebaut werden“, sagt Klostermann. Dennoch haben alle die Hoffnung, dass es bald wieder zur Sache geht. „Alle fiebern den Wettkämpfen entgegen“, so Klostermann.

Termine gibt es allerdings nicht. Vor den Sommerferien stehen keine Meisterschaften mehr an. Dabei sind in den Monaten von Mai bis Juli in der Regel die Bezirksmeisterschaften und die badischen Titelkämpfe angesetzt. „Alles ist abgesagt oder verlegt. Auch die Deutschen Meisterschaften für die Jugend und Aktiven fallen flach“, sagt Helmut Vogler, ist sich aber bewusst, dass diese Absagen alternativlos sind.

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Simon Hoenen hat noch eine kleine Hoffnung für den Werfertag auf dem Albbrucker Inselsportplatz. Das ist eine seiner Lieblingsveranstaltungen. Der Werfertag findet üblicherweise im Oktober statt. „Hier sind nur wenige Athleten am Start. Vielleicht klappt das noch“, sagt er. Es müssen ja nicht immer nur die großen Events sein. Klein, aber fein – das wäre doch schon mal ein Lichtblick am Corona-Horizont.

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