Johannes, Sie kehren aus dem hohen Norden vom FC St. Pauli in den heimatlichen Süden zum SC Freiburg zurück. Was ist passiert?

Ich hatte einen Vertrag bis Sommer 2020. Im Frühjahr sah es noch nach einer Vertragsverlängerung aus. Dann kam allerdings Corona und der Cheftrainerwechsel von Jos Luhukay zu Timo Schultz. Fakt ist, dass mein Vertrag nicht mehr verlängert wurde.

Scheiden Sie im Groll?

Ich hätte gern noch ein Jahr beim FC St. Pauli als Profi gespielt. Aber die Entscheidung des Vereins akzeptiere ich natürlich. Ich hatte beim FC St. Pauli eine schöne Zeit.

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Der Wechsel zum SC Freiburg ist ja fast wie eine Rückkehr zu Ihren Wurzeln. Wie kam es dazu?

Das hat sich so ergeben. Ich hatte schon während meiner Zeit bei Eintracht Frankfurt und auch beim FC St. Pauli immer wieder Kontakt zu Freiburg. Die Verbindungen zum Verein und Verantwortlichen wie Sportdirektor Klemens Hartenbach sind nie abgebrochen.

Wie ist Ihre Gefühlslage angesichts dieser beruflichen Veränderung?

Ich freue mich riesig auf Freiburg. Vielleicht kann ich etwas von dem zurück geben, was ich während vieler Jahre dort erhalten habe. Das war für mich damals eine sehr lehrreiche und spannende Zeit.

Ist der Abschied vom Profifußball aber nicht doch ein einschneidender Schritt in Ihrem Leben?

Ein bisschen Wehmut schwingt natürlich schon mit. Als Jugendlicher habe ich von einer Profikarriere geträumt. Das habe ich dann erreicht und meine Zeit auch genossen. Die großen Stadien und die Stimmung sind etwas Besonderes. Das werde ich schon ein bisschen vermissen. Ich freue mich, das alles erlebt zu haben. Aber die neue Zeit jetzt wird auch spannend für mich.

Jubel mit dem FC St. Pauli: Johannes Flum (rechts) freut sich mit seinen damaligen Teamkollegen Waldemar Sobota (links) und Christopher Buchtmann über ein Tor.
Jubel mit dem FC St. Pauli: Johannes Flum (rechts) freut sich mit seinen damaligen Teamkollegen Waldemar Sobota (links) und Christopher Buchtmann über ein Tor. | Bild: Witters

Vielleicht werden Sie auch Hamburg vermissen? Sie hatten sich dort doch richtig wohl gefühlt?

Hamburg und Freiburg kann man nicht vergleichen. Beide Städte sind toll. Und auch jeder Verein ist etwas Besonderes.

Sie sollen künftig in der U23 des SC Freiburg in der Regionalliga Südwest zum Einsatz kommen und mit Ihrer Erfahrung den jungen Kader von Christian Preußer und seinem Trainerteam unterstützen.

Das stimmt. Ich habe eine spezielle Rolle in dem jungen Team. Sandrino Braun-Schumacher, Felix Roth und ich sind die Älteren im Team. Wir sollen mit unserer Erfahrung der jungen Mannschaft weiter helfen.

Der Startschuss für die neue Saison ist schon gefallen – mit Training und Testspielen. Wie ist Ihr Eindruck?

Sehr gut. Die Saison in der Regionalliga Südwest wird am 12./13 September beginnen.

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Wie lange wollen Sie noch als Aktiver Fußball spielen?

Zwei Jahre will ich jetzt erst einmal für die Amateure des SC Freiburg in der Regionalliga spielen. Außerdem will ich meine Trainerscheine machen. Danach ist die Zukunft noch völlig offen.

Das klingt aber schon nach einem künftigen Trainer Johannes Flum.

Ich bin eng mit dem Sport und vor allem mit dem Fußball verbunden. Die Arbeit mit Jugendlichen reizt mich besonders. Deswegen könnte ich mir vorstellen, später einmal als Jugendtrainer zu arbeiten.

Zurück zur Gegenwart: Sind Sie denn schon umgezogen?

Momentan sind wir noch am Pendeln. Meine Frau Leonie stammt aus Schwerzen, meine Eltern leben in Weilheim. Von da ist es nicht weit nach Freiburg. Aber wir werden bald fest nach Freiburg ziehen.

Reine Familiensache: Im Oktober 2016 weilte Johannes Flum zu einem Kurzbesuch in der Heimat und drückte den Kickern des FC RW Weilheim bei ihrem 1:1 in der Bezirksliga-Partie beim SV Jestetten die Daumen. Links neben Johannes Flum sein Vater Peter, rechts daneben seine Mutter Maria und sein Bruder Claudius.
Reine Familiensache: Im Oktober 2016 weilte Johannes Flum zu einem Kurzbesuch in der Heimat und drückte den Kickern des FC RW Weilheim bei ihrem 1:1 in der Bezirksliga-Partie beim SV Jestetten die Daumen. Links neben Johannes Flum sein Vater Peter, rechts daneben seine Mutter Maria und sein Bruder Claudius. | Bild: Scheibengruber, Matthias

Haben Sie denn noch Kontakt zu Ihren alten Kollegen in Weilheim?

Ich war in den vergangenen Jahren natürlich selten in Weilheim. Von Hamburg ist das nicht gerade um die Ecke. Aber vielleicht ändert sich das, wenn wir in Freiburg wohnen. Da sind die Wege zu Familie und zu unseren Freunden für uns nicht mehr so weit.

Fragen: Gerd Welte
Bild: Meinrad Schön

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