Turnen: – Nur wenige Tage, bevor die Landesregierung die Corona-Verordnungen für den Sport in Baden-Württemberg gelockert hat, sagte der Markgräfler-Hochrhein-Turngau (MHTG) sein ursprünglich auf 25./26. Juli angesetztes 67. traditionelles Turnfest auf dem Dachsberg ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kam diese Entscheidung vielleicht zu früh? Hätte man aufgrund der Lockerungen der Auflagen doch noch etwas mit einer Absage warten sollen? Sabine Geiger (Grießen), Vorsitzende Breitensport im Geschäftsführenden Vorstand des MHTG, steht voll und ganz hinter der Entscheidung zur Absage der beliebten Veranstaltung: „Wir konnten auch nicht länger warten“, sagt sie.

Am Ende habe der Turngau die Reißleine ziehen müssen. „Die Verantwortung gegenüber Teilnehmern und Zuschauern war einfach zu groß“, sagt Sabine Geiger und betont, dass sie darin mit ihrem Vorsitzenden Dieter Meier (Rheinfelden) einig sei.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Eventualitäten im Zusammenhang mit den Verordnungen, die immer wieder geändert wurden, seien letztlich zu hoch gewesen. Immer noch soll der Zugang zu Umkleide- und Sanitärräumen nur unter Wahrung des Mindestabstands von 1,5 Metern möglich sein. Auch müsse vom Veranstalter ein Hygienekonzept vorgelegt werden.

„Risiko und Aufwand sind einfach zu groß“, sagt die MHTG-Verantwortliche. Nach jeder Übung die Geräte zu desinfizieren, einen separaten Ein- und Ausgang in der Dachsberg-Halle zu schaffen – das alles hätte der MHTG nicht leisten können. Und ein großer Teil der Wettkämpfe beim Bergturnfest hätte in der Halle stattgefunden. Bei Regen wären es noch mehr gewesen, weil dann auch Leichtathletik-Disziplinen vom Waldsportplatz in Wolpadingen in die Halle verlegt worden wären.

Sabine Geiger, Vorsitzende Breitensport im Markgräfler-Hochrhein-Turngau: „Vielen fehlt das Training. Dieses ist allerdings eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme.“
Sabine Geiger, Vorsitzende Breitensport im Markgräfler-Hochrhein-Turngau: „Vielen fehlt das Training. Dieses ist allerdings eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

Einer der Hauptgründe für die Absage war, dass in den meisten Vereinen des MHTG die Hallen noch nicht oder gerade erst geöffnet wurden. „Vielen fehlt das Training. Dieses ist allerdings eine wichtige Voraussetzung für die Teilnahme“, versichert Sabine Geiger.

Für die etwa 140 Sportlerinnen und Sportler und die Zuschauer war in der Vergangenheit die besondere Stimmung auf dem idyllischen Dachsberg essentiell. „Das Bergturnfest lebt von der Geselligkeit“, so Geiger. Gerade auf diese hätte verzichtet werden müssen. „Ein Festzelt hätten wir nicht aufstellen können. Das Rahmenprogramm wäre entfallen.“ Ohne Gemeinschaft und Geselligkeit kein Turnfest. So einfach ist das. Und – leider – so schade.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.