Radsport: – Manchmal sind es kleinen Dinge, die in diesen Zeiten als Motivationsschub taugen. Erstmals seit Beginn der Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Ausbreitung trafen sich – unter Einhaltung des Abstands-Gebots – die Sportlerinnen und Sportlern des „Dick Küchen Racing Teams“ in den weitläufigen Räumlichkeiten beim Hauptsponsor in Bad Säckingen. Hier überreichte Teammanager Alexander Stamm das neue Outfit für die neue Saison.

Video: Scheibengruber, Matthias

Allerdings wird der Blick bei manchem Biker eher düster, wenn er auf die „neue“ Saison angesprochen wird: „Diese Situation ist für unsere jungen Sportler wirklich schwierig und eine völlig neue Erfahrung. Ihnen fehlt der Wettkampf und der Vergleich mit den anderen“, bringt es Trainer Rainer Beck auf den Punkt.

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Der routinierte Radsportler ist in diesen Tagen und Wochen gefordert, individuelle Trainingspläne zu erstellen, den Kontakt zu seinen meist jugendlichen Bikern zu halten, die via GPS übermittelten Leistungen zu überprüfen und einzuordnen: „Es ist nicht einfach, einen Leistungsstand ohne tatsächliches Ziel zu erreichen und beizubehalten.“ Ohne konkrete Wettkämpfe ist seine Flexibilität sehr gefordert.

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Das gilt allerdings auch für die Sportlerinnen und Sportler, die – abgesehen von „Oldie“ Dirk Hierholzer – allesamt in den Altersklassen U13 bis U23 beheimatet sind. Während beispielsweise Lukas Stamm, der im März vor der Schließung der Grenzen gerade noch rechtzeitig aus dem Trainingslager in Norditalien nach Hause reisen konnte, ganz auf elektronische Anregungen verzichtet und seine Rad-Kilometer nach Gefühl abspult, hat sich seine Teamkollegin Larissa Hierholzer eine App herunter geladen: „Hier werden meine Leistungen auf bestimmten Strecken eingespeichert und mit anderen Sportlern verglichen. Das ist schon eine reizvolle Sache und Antrieb genug, mich zu verbessern“, betont sie.

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In einer ganz speziellen Situation steckt Hannah Beck, die Tochter des Trainers: „Sie würde dieses Jahr ihre zweite U17-Saison fahren und könnte auf der Basis des Vorjahres richtige gute Resultate holen“, übt sich Alexander Stamm in Mitgefühl: „Wenn es nächstes Jahr dann wieder richtig los geht, fährt Hannah in U19 wieder im jüngeren Jahrgang gegen stärkere Konkurrenz. Schon deshalb hoffe ich, dass wir im Herbst noch ein paar Wettkämpfe fahren können.“

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Die Schülerin lässt sich von der fehlenden Perspektive für dieses Corona-Jahr nicht bremsen, auch wenn sie derzeit noch nicht zu Trainingstouren in die Schweiz darf: „Die Strecken hier werden deshalb immer länger“, deutet sie veränderte Trainingseinheiten an: „Manchmal fahre ich an die 200 Kilometer auf einer Tour.“ Doch auch die Technik kommt nicht zu kurz. Auch wenn das Terrain nicht im kompletten Umfang genutzt werden kann, schwärmt Hannah Beck: „Der Sabine-Spitz-Trail in Bad Säckingen ist für uns eine optimale Trainingsstrecke. Wir nutzen diese Möglichkeit gerade jetzt sehr oft.“

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Für Alexander Stamm sind die fehlenden Trainingseinheiten des kompletten Teams im Moment das größte Manko, zumal er in Luis Walbröhl (U23), der vom Orbea-Serpentine-Velosport-Team kommt, in Soraya Böhler (U15), Jan-Niklas Zebisch (U17) vom RSV Trompeter Bad Säckingen und dem „Küken“ im Team, dem zehnjährigen Nick Urich aus Öflingen, gleich vier neue Akteure ins zwölf Bikerinnen und Biker umfassende Team integrieren muss: „Der Teamgedanke ist uns sehr wichtig, jeder ist für jeden da – auch bei den Wettkämpfen.“

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Entsprechend sieht Stamm seine Equipe gerade in dieser Corona-Phase gut aufgestellt: „Das ist jetzt unsere Stärke, dass die Sportler sich seit Jahren kennen und schätzen und zusammenhalten.“ Das gelte auch für die Partner, die die voriges Jahr neu gegründete Mannschaft: „Wir wissen es sehr zu schätzen, dass sie gerade in dieser wirtschaftlich noch gar nicht absehbaren Krise zu uns halten und uns weiterhin unterstützen“, freut sich Stamm.

Trainer Rainer Beck: „Für unsere jungen Sportler, denen natürlich die Wettkämpfe sehr fehlen, ist diese Zeit eine völlig neue Erfahrung.“
Trainer Rainer Beck: „Für unsere jungen Sportler, denen natürlich die Wettkämpfe sehr fehlen, ist diese Zeit eine völlig neue Erfahrung.“ | Bild: Scheibengruber, Matthias

So bleibt ihm und dem Team die Hoffnung, dass sich die Corona-Lage weiter entspannt und die Biker auch in diesem Jahr noch hin und wieder die Chance haben, ihrem Hobby zu frönen. „Wir haben uns im vergangenen Jahr gut in die Szene eingeführt und unsere Erwartungen unterm Strich sogar noch übertroffen“, blickt Alexander Stamm angesichts des gelungenen Premieren-Jahres auch in der schwierigen Phase zuversichtlich in die Zukunft: „Wir haben Marken gesetzt und wollen das bestätigen.“

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Und das weiterhin getreu der Philosophie, dass Bikerinnen und Biker aus der Region – unabhängig ihrer Vereinszugehörigkeit – beim Dick Küchen Racing Team eine sportliche Heimat finden, um ihren sportlichen Leistungsansprüchen gerecht zu werden.