Badminton: – Markus Zeoli ist ein positiv gestimmter Mensch. Stets freundlich in Wort und Ton. Nun hat die Corona-Pandemie den Alltag umgeworfen, und mit ihm den Badminton-Betrieb stillgelegt. Selbst als der Kapitän des TV Bad Säckingen über mögliche, negative Folgen einer andauernden Sportpause sinniert, legt sich kein düsterer Ton über seine Stimme. „Vielleicht entdeckt der eine oder andere etwas Neues für sich“, sagt Zeoli. Wer aus dem gewohnten Badminton-Rhythmus gerissen wird, für den könnte eben dies zur Gewohnheit werden. Eventuell „merkt jemand, dass er nun mehr Zeit hat und evaluiert seine Perspektive neu“.

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Doch geht Zeoli davon aus, dass sein Team zusammenbleibt. Hinter dem TV Bad Säckingen liegt eine „hervorragende Saison“, bilanziert der Kapitän. Im zweiten Jahr in der Baden-Württemberg-Liga erneut Zweiter, „das ist große Klasse“. Nach dem Aufstieg „ist es einfach passiert, beim zweiten Mal wollten wir um die Meisterschaft spielen“. Zwei Partien stünden noch aus. Doch hat sich der baden-württembergische Verband zum radikalen Schritt entschieden: Verzicht auf den letzten Doppel-Spieltag, Abbruch der Saison in allen Ligen, Wertung gemäß der bestehenden Tabellen. Für den TV Bad Säckingen bedeutet das: Rang zwei, einen Punkt hinter der SG Schorndorf II.

Entscheidend war die 3:5-Pleite bei der Zweitliga-Reserve im letzten Spiel. „Diese kam unerwartet“, sagt Zeoli, denn „wir sind in sehr guter Verfassung und Bestbesetzung hingefahren“. Doch im Gipfeltreffen harzte es, „vielleicht waren wir vor dem Spiel zu zuversichtlich“, so der Kapitän, der mit dem Abbruch der Saison indes nicht hadert. Die Titelchance „war nur noch theoretisch“, meint er, „die SG Schorndorf hätte beide Spiele gewonnen“.

Schweizer Roman Kunz wertet Kader auf

Dennoch: In der vierthöchsten Spielklasse hat sich der TV Bad Säckingen als Top-Team etabliert. Der Schweizer Neuzugang Roman Kunz wertete als Doppel- und Mixedspezialist den Kader auf, bei den Frauen (Einzel 9:1-Siege, Doppel 9:1, Mixed 10:1) waren die Bad Säckingerinnen erneut eine Macht. Auch bei den Männern sind die Bilanzen trotz der Leistungsdichte positiv (Einzel 20:13, Doppel 14:8).

Als Meister hätte der TV Bad Säckingen die Relegation zur Regionalliga wahrgenommen. „Solch eine Möglichkeit bekommt man nicht oft“, sagt Zeoli. Angesichts der deutlich höheren Anforderungen – allen voran weil die Südost-Staffel Baden-Württemberg, Bayern und Sachsen umfasst – „hätten wir uns einen Aufstieg gut überlegen müssen“.

Derweil ist aufgrund der Arithmetik in den höheren Ligen noch nicht geklärt, ob die zweite Mannschaft als Vorletzter nach zwei Jahren aus der Badenliga absteigen muss. Das dortige Niveau sei für die Reserve die „Oberkante“, sagt Zeoli, „für die Verbandsliga ist sie knapp zu gut, für die Badenliga knapp zu schwach“.

Alles offen bei der SG Eimeldingen/Weil

Auch der Verbandsliga-Verbleib der SG Eimeldingen/Weil ist offen. Den Abbruch wertet Pascal Schmidt nicht als Nachteil, auch nach dem finalen Doppelspieltag wäre man Vorletzter geblieben, ist der Kapitän sicher. Da ein oder auch zwei Absteiger möglich sind, heißt es: abwarten. Dies nach einem durchwachsenen zweiten Verbandsliga-Jahr, „wir haben uns personell an der Grenze bewegt“, sagt Schmidt.

Traditionell beginnt die Badminton-Runde im Oktober. Drei Monate vor dem Auftakt müsse man die Vorbereitung starten, meint Markus Zeoli. Sollte sich die Corona-Krise bis dahin entschärfen, wäre auch gemeinsames Training wieder möglich. Die Freude, sich wiederzusehen, dürfte Anreiz genug sein, in den alten Badminton-Rhythmus zurückzukehren.