Ringen: – Die Saison ist für die Ringervereine aus unserer Region vorbei. Nur die vier Bundesliga-Finalisten dürfen ab dem 2. Weihnachtsfeiertag noch ihren Meister küren. Zeit für eine Bilanz aus verschiedenen Perspektiven.

1. Bundesliga: – Der TuS Adelhausen vollzog einen Paradigmenwechsel und schloss sich nicht mehr dem finanziell gestützten "Wettrüsten" an. Statt vieler internationaler Profis wurde noch mehr auf die Nachwuchsförderung deutscher Ringer gesetzt, ergänzt von nur wenigen Legionären.

Eines dieser Talente ist der Weiler Alexander Semisorow. Er wechselte im Frühjahr vom Titelverteidiger ASV Nendingen auf den Dinkelberg. „Ich habe bereits ein paar Mal in Adelhausen gerungen – allerdings als Gegner. Nun bin ich hier zuhause. Meine Familie kann zuschauen und das gibt nochmals einen Motivationssprung.“ Vor allem der Sieg gegen seinen Ex-Verein erforderte auch diese Hilfe. „Es war für mich der geilste Moment in dieser Saison. Erstmals den Titelverteidiger besiegt und ich trug meinen Teil dazu bei, auch wenn ich dann nicht mal mehr alleine aufstehen konnte – so fertig war ich.“

Das Publikum schätzt den 23-Jährigen ebenfalls und wählte das Nationalmannschaftsmitglied zum "Ringer des Jahres". Entsprechend wird er auch in der kommenden Saison für den TuS Adelhausen auf die Matte gehen und freut sich, dass die meisten seiner Kameraden bleiben werden. Im Januar werden die Adelhauser den Kader für 2017 vorstellen, damit verbunden auch ein neues Mitglied im Trainerstab.

Regionalliga: – Eine durchwachsene Saison erlebte der TuS Adelhausen II als Titelverteidiger. Den schönen Derby-Siegen folgten ärgerlich knappe und unglückliche Punktverluste durch Unentschieden und Niederlagen. Doch das Hauptziel erreichte die Bundesliga-Reserve: die eigene Jugend an das hohe Niveau heranzuführen. „Ich bin froh, dass wir nochmal die Kurve gekratzt haben. Die Verletzungsprobleme wie der Ausfall von Zsolt Berki und Philipp Späne sind schwer ins Gewicht gefallen. Vor allem bei den knappen Kämpfen tat das doppelt weh“, so Trainer Thomas Weber.

Mit dem gelungenen Ligaverbleib können eigene Talente wie Johannes Voegele, Felix Krafft und Stephan Brunner weiter hochklassige Wettkämpfe bestreiten, ohne in der Bundesliga verheizt zu werden. So konnten die „jungen Wilden“ Erfolge in der Reserve und bei Einsätzen in der Bundesliga Erfahrungen sammeln – manchmal auch Siege wie der Überlegenheitserfolg von Stephan Brunner in Schifferstadt.

Oberliga: – Sascha Oswald, Stellvertretender Vorsitzender des KSV Rheinfelden, blickt mit Freude auf die Saison zurück, die mit dem souveränen Titelgewinn und dem Aufstieg in die Regionalliga gekrönt wurde. „Wir sind nicht nur auf der Matte ein Team, sondern auch unter der Woche. Das spürt man, meldeten uns sogar Gegner zurück.“

Auf der Matte spiegelte sich das in den Ergebnissen wider. Blieb ein Erfolgsringer ohne Punkte, holte ein anderer dafür manchmal überraschend die Zähler. Das Ergebnis: In der Vorrunde gelang es keinem Verein, gegen den KSV Rheinfelden nur zweistellig zu verlieren. Mit durchschnittlich 25,4:6,9 gewannen die Hochrhein-Ringer souverän alle Duelle.

Derby gab es nicht für den KSV Rheinfelden. Dafür stehen im kommenden Jahr sechs Lokalkämpfe an. Der TuS Adelhausen II, die WKG Weitenau-Wieslet sowie die RG Hausen-Zell freuen sich bereits, verspricht der kurze Weg meist volle Hallen. „Es ist ein unbeschreibliches Erlebnis, vor solch einer Kulisse ringen zu können“, weiß Oswald, der dies für die Wiesentäler in der Bundesliga zwischen dem TuS Adelhausen und der RG Hausen-Zell einst selbst erfahren durfte.

Für manchen Ringer wird das andere Niveau eine große Umstellung werden, doch ist Sascha Oswald recht zuversichtlich, einen Platz im Mittelfeld anstreben zu können. Bis auf Eduard Frick, der sich einer Hüftoperation unterziehen muss, werden alle Ringer bleiben. Ein wenig Verstärkung für zwei Lücken ist in Sicht. Zunächst wird erst einmal Ende Januar ein Teamausflug folgen, bevor es für einige Sportler noch an die Einzelmeisterschaften geht. Benedikt Rebholz will seinen Landesmeistertitel verteidigen. Dann geht auch schon die Vorbereitung auf die Regionalliga-Saison los.