Ringen: – Das erste Ziel ist erreicht: Die erneute Playoffteilnahme des TuS Adelhausen steht bereits seit dem ersten Dezember-Wochenende fest. Allerdings könnte schon in acht Tagen die Saison vorbei sein. Schließlich ist der amtierende Deutsche Mannschaftsmeister SV Wacker Burghausen am Samstag, 19.30 Uhr, zum Viertelfinal-Hinkampf in der Dinkelberghalle zu Gast. Eine Woche später tritt der TuS Adelhausen zum Rückkampf an der österreichischen Grenze an.

Die Vorzeichen für die Staffel von Trainer Bernd Reichenbach sind dabei alles andere als rosig. Trotz zahlreicher Ausfälle einiger verletzter Ringer war zwar der zweite Rang in der Südwestgruppe nie gefährdet. Nun aber hat das Los der Dinkelberg-Staffel den „FC Bayern München„ unter den Ringer-Vereinen beschert.

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Vor der Saison haben sich die Ostbayern unter anderem mit Adelhausens Greco-Nationalringer Roland Schwarz verstärkt. Sie dominierten die Südost-Gruppe klar, holten 13 Siege in 14 Kämpfen. Dabei besiegten sie zu Hause ihren letztjährigen Finalgegner Red Devils Heilbronn deutlich mit 23:0. Im Rückkampf gewann Heilbronn immerhin zwei Duelle, unterlag dennoch klar mit 5:19.

Den einzigen Punktverlust leistete sich die Wacker-Staffel am letzten Kampftag der Gruppenphase beim württembergischen Aufsteiger ASV Schorndorf. Hier trat der Meister nur mit einem Bundesliga-Rumpfteam an – was in sozialen Netzwerken eine Welle der Entrüstung auslöste. Die Schorndorfer erreichten dank des leicht gemachten Sieges den dritten Gruppenrang. Verschwörungstheorien machten dann auch schnell die Runde, doch ausgerechnet dieser Gruppendritte verpasste die Playoffs. Das Los entschied zu Gunsten der RKG Freiburg 2000 und des KSV Witten.

Nicht nachtragend: Sascha Keller (links, vor Jahresfrist gegen Burghausens Michael Widmayer) ärgert sich zwar nach wie vor über den Verlauf des letztjährigen Duells, will sich aber mit dem TuS Adelhausen im Viertelfinale aufs Sportliche konzentrieren.
Nicht nachtragend: Sascha Keller (links, vor Jahresfrist gegen Burghausens Michael Widmayer) ärgert sich zwar nach wie vor über den Verlauf des letztjährigen Duells, will sich aber mit dem TuS Adelhausen im Viertelfinale aufs Sportliche konzentrieren. | Bild: Rolf Rombach

Obwohl sich der TuS Adelhausen nicht nachtragend gibt, sieht sich das Trio der sportlichen Leitung noch immer um den Finaleinzug im Januar dieses Jahres betrogen. Das unterstreichen Nicole Oswald, Sascha Keller und Maik Hohler im gemeinsamen Gespräch: „Es wurden die gültigen Richtlinien und Regeln außer Kraft gesetzt. Wir können noch immer nicht verstehen, wie Funktionäre und Rechtsausschüsse so entscheiden konnten und das alles ohne jegliche Begründung.“ Das gelte nicht nur für die Aktiven auf der Matte, die um ihren sportlichen Lohn gebracht wurden. Auch das ehrenamtliche Engagement, von dem der Verein lebe, sei damit schwer enttäuscht worden.

Vor dem Kampf lässt sich der TuS Adelhausen selbstverständlich nicht in die Karten schauen. Versprochen wird ein spannender Kampfabend: „Wir wissen um die Qualität unserer Mannschaft und haben vollstes Vertrauen. Es wird ganz sicher das ein oder andere enge Duell dabei sein“, versprechen Oswald, Keller und Hohler unisono.

Zwei Ex-Adelhausener: Vor Jahresfrist kämpfte Roland Schwarz (rechts) noch im Trikot des TuS Adelhausen gegen den Ungarn Tamas Loerincz, der ebenfalls schon das TuS-Trikot trug. Nun kommen beide Ringer mit dem SV Wacker Burghausen zurück auf den Dinkelberg.
Zwei Ex-Adelhausener: Vor Jahresfrist kämpfte Roland Schwarz (rechts) noch im Trikot des TuS Adelhausen gegen den Ungarn Tamas Loerincz, der ebenfalls schon das TuS-Trikot trug. Nun kommen beide Ringer mit dem SV Wacker Burghausen zurück auf den Dinkelberg. | Bild: Rolf Rombach

Auf Roland Schwarz angesprochen, bedauern sie dessen Wechsel noch immer: „Er hat für den TuS tolle Kämpfe geliefert und es immer geschafft, unsere Zuschauer zu begeistern.“ Entsprechend hat der magere 5:0-Sieg von Schwarz seinerzeit beim Halbfinal-Rückkampf in Burghausen noch immmer einen gewissen Beigeschmack. So bleibt dem TuS Adelhausen die Hoffnung, dass dieses Mal keine neuen Regeln aufgestellt werden und das Sportliche im Fokus stehen wird.

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